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"Mehr Vertrauen in die eigene Kultur"

Tag der Trachten "Mehr Vertrauen in die eigene Kultur"

Eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit haben am Wochenende die Besucher von Todenhausen unternommen: Rund 150 Trachtenträger zeigten dort traditionelle Kleidung in verschiedenen Farben und Schnitten.

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Männer und Frauen in den Trachten der Waldenser und der Hugenotten führten den Zug durch Todenhausen beim Tag der Tracht an. Der HTV-Chor im Bezirk Mitte sang unter Leitung von Peter Müller während des Gottesdienstes (kleines Bild links). Die Kindergruppe der Trachtengruppe Wollmar wartete unterdessen vor dem Bürgerhaus auf ihren Auftritt (kleines Bild oben).Fotos: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Todenhausen. Etwas verwundert schauten einige Autofahrer schon, als am Sonntagnachmittag die Fußgängerampel in der Ortsmitte auf Rot schaltete und ein langer Zug von Menschen ansetzte, die Straße zu überqueren. An die 150 Trachtenträger aus dem ganzen Landkreis boten einen prächtigen und abwechslungsreichen Anblick unter der lachenden Herbstsonne. Sie waren nach Todenhausen gekommen, um dort mit der Hessischen Vereinigung für Tanz- und Trachtenpflege (HVT) im Bezirk Mitte den bundesweiten „Tag der Tracht“ zu feiern.

Dieser Ort als 1720 entstandene Kolonie der Hugenotten und Waldenser richtete in diesem Jahr die Veranstaltung aus, da deren traditionelle Bekleidung zur „Tracht des Jahres“ gewählt worden war.

Der Zug vom Bürgerhaus führte zur Kirche, wo während eines Gottesdienstes, der Lesungen und Lieder in französischer Sprache beinhaltete, sowohl die Tracht der Hugenotten und Waldenser, als auch die Trachten aus den acht Trachtenregionen Marburg-Biedenkopfs vorgestellt wurden. HVT-Bezirksleiter Reiner Sauer betonte dabei, dass Marburg-Biedenkopf der an verschiedenen Trachten reichste Landkreis sei. 48 Trachtengruppen mit 6500 Mitgliedern gibt es im Bezirk Mitte.

Pfarrer Dr. Matthias Franz stellte in der Predigt Bezüge zwischen der damals durch die religiöse Verfolgung von Protestanten in Frankreich erfolgten Einwanderung und der heutigen Situation mit Flüchtlingen her und forderte zur Gastfreundschaft, einem offenen Herzen und mehr Vertrauen in die eigene Kultur auf. Mitgestaltet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor Wetter-Todenhausen und dem Chor der HVT Mitte.

Im Bürgerhaus Todenhausen sprachen neben Ortsvorsteher Ralf Funk Landrätin Kirsten Fründt, der Bundestagsabgeordnete Sören Bartol, Bürgermeister Kai-Uwe Spanka und der stellvertretende HVT-Vorsitzende Günter Putz Grußworte zu den etwa 230 Teilnehmern. Vor dem Bürgerhaus begeisterte die Kindergruppe der Trachtengruppe Wollmar die Zuschauer mit ihrem fröhlichen und gekonnten Tanzauftritt. Da der Auftritt der Burgwaldskälwer krankheitsbedingt ausfiel, tanzten Mitglieder verschiedener Trachtengruppen zum Abschluss miteinander.

von Manfred Schubert

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