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Mann nutzt fremden Ausweis

Urkundenfälschung und Drogenhandel Mann nutzt fremden Ausweis

Weil er den Pass eines anderen für mehrere Vertragsabschlüsse verwendete, muss sich ein Mann aus dem Nordkreis derzeit wegen Urkundenfälschung vor dem Amtsgericht verantworten.

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Seit 2011 soll der Angeklagte mehrere Straftaten begangen haben. Darunter Urkundenfälschung und Drogenhandel.

Quelle: Archivfoto

Marburg. In acht Fällen missbrauchte der Mann das amtliche Dokument widerrechtlich zu seinem eigenen Vorteil. Daneben hat sich der 47 Jahre alte Angeklagte wegen Drogenhandel und Fahren ohne Fahrerlaubnis zu verantworten. Die Verhandlung wurde vorübergehend ausgesetzt.

Mehrere Straftaten soll er zwischen Anfang 2011 und März vergangenen Jahres begangen haben. Darunter Urkundenfälschung in acht Fällen: In dieser Zeit fand der Mann während einer Reise nach Italien einen fremden Pass, den er behielt, mit seinem eigenen Lichtbild versah und für persönliche Zwecke verwendete.

Mithilfe des Passes eröffnete er ein Bankkonto, mietete eine Wohnung an, schloss mehrere weitere Verträge ab und meldete sich bei verschiedenen Einwohnermeldeämtern. Auch gegenüber der Polizei wies er sich mit dem falschen Dokument aus, „um seine tatsächliche Identität zu verschleiern“, so lautet die Anklage. Darüber hinaus fuhr er während des Tatzeitraums mit einem fremden Pkw, ohne im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis zu sein. Auch soll er im vergangenen Jahr auf einem Rastplatz an der A 45 über zehn Gramm Kokain gekauft und mithilfe eines Komplizen weiterverkauft haben, muss sich daher zusätzlich wegen unerlaubtem Handel mit Betäubungsmitteln verantworten.

„Keine Möglichkeit auf weitere Bewährung“

Letzteres bestreitet der Angeklagte, teilte die Verteidigung während der Verhandlung mit. Sowohl die Urkundenfälschung wie auch die widerrechtliche Autofahrt gebe sein Mandant zu, erklärte Verteidiger Jan-Henrik Heinz. Der Vorwurf wegen Drogenhandel sei dagegen „so nicht richtig“. Nicht der Beschuldigte, sondern ein anderer Mann und polizeilich bekannter Drogenhändler habe die Betäubungsmittel für einen geringen Preis von 450 Euro veräußert. Für diesen Teil müsse die Aktenlage noch einmal genau betrachtet werden, so der Anwalt.

Der Angeklagte stand nicht zum ersten Mal vor Gericht. Er beging die letzte Tat noch knapp innerhalb einer auslaufenden Bewährungsstrafe. Aufgrund dessen sah Staatsanwalt Nicolai Wolf in diesem Fall „keine Möglichkeit für eine weitere Bewährung“. Durch ein üppiges Vorstrafenregister und die Tatsache, dass er mit dem Kauf des Kokains „um Haaresbreite an einem Verbrechen vorbeischrammte“, habe sich der Mann diese Möglichkeit bislang verbaut, so Wolf.

Eine Verständigung ohne Beweisaufnahme konnte während der Sitzung nicht erreicht werden. Da an diesem Tag keine Zeugen geladen wurden und der Richter den Fall in Vertretung eines eigentlich zuständigen Kollegen übernahm, wurde die Verhandlung auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

von Ina Tannert

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