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„Man wächst mit den Aufgaben“

Karin Lölkes zieht positive Bilanz „Man wächst mit den Aufgaben“

Das Gemeindeparlament Münchhausen war von 1974 bis dato immer eine klare Männerangelegenheit. Dabei kann man dort auch als Frau nicht nur dabei sein, sondern auch großen Einfluss nehmen.

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Karin Lölkes war die erste Frau im Münchhäuser Parlament. Nach 22 Jahren zieht sie eine durch und durch positive Bilanz.

Quelle: Thorsten Richter

Münchhausen. Man kann den vielen Männern, die sich bisher für die Geschicke ihrer Großgemeinde eingesetzt haben, keineswegs eine frauenfeindliche Haltung unterstellen. Denn dafür ließen sie sich immer wieder gerne von einer Frau als Parlamentsvorsitzende dirigieren: Karin Lölkes.

Doch in der neuen Wahlperiode wird sie definitiv nicht mehr Mitglied im Parlament sein. Nun, sie war gute 22 Jahre dort aktiv und wer sie kennt weiß, dass sie keineswegs aufhört, um es sich zu Hause auf dem Sofa gemütlich zu machen.

Neues Amt, neue Aufgaben

Nein, sie ist schließlich während dieser Legislaturperiode auch an anderer Stelle sehr erfolgreich gewesen und wurde Vorsitzende des Kreisbauernverbandes. Und mit dieser Arbeit ist sie dann doch ganz gut ausgefüllt, so dass sie eben aus dem Parlament Münchhausen ausscheidet. Nicht ohne in der letzten Sitzung den überparteilichen Ritterschlag zu erhalten. So wurde die Christdemokratin vom Sozialdemokraten Klaus Weisenfeld für ihre aufrechte und faire Art gelobt.

„Man konnte sich mit dir in der Sache streiten, aber hinterher auch immer wieder in die Augen sehen und zusammen was trinken gehen“, fasste Weisenfeld zusammen. Ja, sie genießt Ansehen und Respekt, wird für ihre Art gemocht. Denn ihre Art ist schon eine besondere: Kaum ein Termin, den sie nicht mit einem entspannten Lachen beginnt. Das schafft gleich Wohlfühlatmosphäre.

Lockere und selbstbewusste Rednerin

Wer Karin Lölkes vor Publikum, etwa im Parlament, reden hört, kommt leicht auf den Gedanken, dass diese Frau nichts anderes gemacht hat, so locker und selbstbewusst wie sie dabei drauf ist. „Das war ganz sicher mal anders“, sagt sie indessen. Als sie vor 22 Jahren Mitglied der Münchhäuser Gemeindevertretung wurde, wusste sie nicht wirklich, was auf sie zukommt, was von ihr verlangt wird, wie sich das alles mal für sie persönlich entwickeln würde.

Jetzt, 22 Jahre später, weiß sie nicht nur längst wie der Hase läuft, sie lässt ihn auch laufen, hat keine Angst vor Verantwortung und schon gar nicht vor Arbeit. Weil sie es sich zutraut, ist die erste Frau des Münchhäuser Gemeindeparlaments mittlerweile auch die erste weibliche Vorsitzende des Kreisbauernverbandes.

Mit Elan und Begeisterung dabei

„Ich habe mich reingefunden, habe mich informiert und habe mich dann auch wohlgefühlt“, sagt Karin Lölkes über den Beginn ihrer kommunalpolitischen Laufbahn. „Man wächst mit den Aufgaben“, sagt Lölkes bescheiden und fügt an: „Ich habe daran Gefallen gefunden, sonst hätte ich es auch nicht machen können. Ja, ich kann sagen, ich war mit Elan und Begeisterung dabei.“

Damals, als sie die ersten Sporen verdiente, war noch Wilfried Carle Bürgermeister von Münchhausen. Die Sitzungen waren damals länger als heute, die Tagesordnungen allerdings auch. „Es wurde viel erreicht in den Jahren, in denen ich dabei sein durfte. Und jetzt freue ich mich, dass wir dieses Jahr hier noch den Spatenstich zum Bau der B 252 auf Münchhäuser Gebiet erleben werden.“

Und wie sieht es mit anderen Frauen im politischen Münchhausen aus? Nun, zuletzt hatte die CDU noch eine weitere in ihren Reihen, die SPD exakt eine. Das kann sich ja mit der Wahl zum neuen Parlament ändern, aber ganz sicher nicht erdrutschartig: Die UGL hat vier Frauen auf der Liste, die SPD eine, die CDU drei. Man(n) wird sehen.  

von Götz Schaub

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