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Lob an Cölbe: „Es ist einfach perfekt hier“

Wechsel bei der VHS Lob an Cölbe: „Es ist einfach perfekt hier“

Stabwechsel bei der Außenstelle der Volkshochschule in Cölbe: Das Ehepaar Kurt und Ursula Rödiger haben nach 39 Jahren die Leitung an Marion Falke übergeben - eine Ära geht somit zu Ende.

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Ursula (links) und Kurt Rödiger haben die Leitung der vhs-Außenstelle Cölbe an Marion Falke übergeben.Foto: Andreas Schmidt

Quelle: Andreas Schmidt

Cölbe. Im Jahr 1974 wurde die Außenstelle der Volkshochschule (vhs) in Cölbe von Kurt Rödiger quasi ins Leben gerufen. Denn zur Leitung wurde dringend ein Lehrer benötigt. „Damals wohnte ich schon in Cölbe - und habe die Aufgabe übernommen. Wir haben quasi bei Null angefangen“, erinnert sich der heute 70-Jährige. „Im vergangenen Jahr habe ich dann aufgehört. Denn ich hatte mir vorgenommen, für die vhs nicht übermäßig fleißiger zu sein als für den Schuldienst.“ Den bekleidete Rödiger nämlich ebenfalls 39 Jahre lang.

Rödiger blickt auf die Anfänge mit einem Schmunzeln zurück - beispielsweise sei von „älteren Damen aus Cölbe“ gefordert worden, ein Angebot für Senioren zu schaffen. Gefordert - getan: Der damals 32 Jahre alte Rödiger bot Seniorengymnastik an. „Doch als ich dann zur ersten Übungsstunde kam, waren die Damen äußerst genant, denn sie mussten sich ja auch umziehen. Also musste meine Frau diesen Part übernehmen.“ Und so arbeitete auch Ursula Rödiger aktiv mit, übernahm Kurse und organisierte.

Sie habe dann den Gesundheitsbereich übernommen. „Aber ich habe mich nie ins Programmheft schreiben lassen. Es hat gereicht, wenn mein Mann drin stand“, so Ursula Rödiger.

Auch die Organisation sei gar nicht alleine möglich gewesen: „Es gab noch keine Mobiltelefone, und auch nicht wirklich Anrufbeantworter. Wenn man die Außenstelle betreute, musste das Telefon tagsüber besetzt sein - und das hat dann auch meine Frau übernommen“, erläutert so Kurt Rödiger. „Viele Anrufe kamen auch direkt für meine Frau - die Leute haben wohl gedacht, ich mache das Ganze nur nach außen hin“, sagt der 70-Jährige lachend.

Der Abschied fällt dem „vhs-Ehepaar“ aber laut eigenen Aussagen „gar nicht schwer: Wir konnten in den vergangenen Jahren nie spontan Urlaub machen, waren immer präsent“, sagt Ursula Rödiger. Das sei nun anders. Und auch die Gesundheit spiele nicht mehr so mit. Und ihr Mann fügt hinzu: „Wir sind schon stolz darauf, dass wir die Nachfolge so reibungslos selbst regeln konnten.“

Übergang und Nachfolge klappte reibungslos

Denn seit dem 1. Januar hat Marion Falke die Leitung der Außenstelle übernommen. Die 48-jährige Physiotherapeutin habe „vor einigen Jahren gesagt, dass sie bereit wäre, die Leitung zu übernehmen“, erzählt Rödiger - und nun sei es so weit.

„Ich gebe schon seit gut 20 Jahren selbst Kurse für die vhs, so auch heute noch“, erzählt die Nachfolgerin. Sie wohnt im Schulgebäude, „und da auch die Verwaltung der Kreis-vhs hier angesiedelt war, gab es immer kurze Wege, man kannte sich.“ Das sei auch der Größe von Cölbe geschuldet, „es ist einfach perfekt hier“, freut sie sich. „Ich bin auch schon häufiger im Dorf angesprochen worden, dass ich jetzt die Außenstelle leite.“

Allerdings führe die Nähe auch zu skurrilen Begebenheiten - etwa, dass jemand frühmorgens klingelt, um sich von einem Kurs abzumelden. „Da war ich noch im Schlafanzug“, schmunzelt Marion Falke. „Aber das ist in Ordnung“, fügt sie hinzu.

Sie verspricht einige Neuerungen, vor allem für Kinder will sie mehr Kurse anbieten. Etwa Englisch für Kinder. „Cölbe ist als Ort einfach sehr offen. Mal sehen, ob es vielleicht den Kurs Philosophie in Cölbe gibt. Das Schöne ist, dass uns völlig freie Hand gelassen wird“, betont sie.

Das erste Semester hat sie nun hinter sich gebracht. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Arbeit ist“, gibt sie zu. „Und das, obwohl ich viel weniger mache als die Rödigers. Denn ich habe nichts mit der Abrechnung oder Schließdiensten zu tun.“ Aber Marion Falke freut sich über ihre Aufgabe. „In einige Dinge muss ich mich noch reinfuchsen. Aber das wird schon“, ist sie sicher.

Und wie oft holt sie sich noch Rat? „Och, so manchmal rufe ich schon an - mit den Worten ,ich bin’s mal wieder’. Manchmal sind es nur Kinkerlitzchen. Aber ich bin froh, dass ich noch auf die Erfahrung der Rödigers bauen kann.“

von Andreas Schmidt

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