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Lindenschule in Cölbe will Mittagstisch neu organisieren

Gespräche laufen Lindenschule in Cölbe will Mittagstisch neu organisieren

Seit September gibt es an der Lindenschule aufgrund einer jährlichen Unterfinanzierung von 1800 Euro keinen Mittagstisch mehr. Der Förderverein der Schule kämpft darum, das Angebot wiederzubeleben.

Cölbe. Nach Jahren der vor Ort organisierten Mittagsversorgung der Kinder in der Grundschulbetreuung brach das Angebot an der Lindenschule mit Beginn des neuen Schuljahrs im September weg. Die Gemeinde hatte ihren Zuschuss von 900 Euro für die zweite Jahreshälfte aus der eigenen Finanznot heraus gestrichen - und es entstand eine jährliche Finanzierungslücke von 1800 Euro, die den Förderverein der Schule als Organisator des Mittagstischs dazu zwang, das Angebot einzustellen. Seither gibt es Bestrebungen, für den Mittagstisch einen neuen Weg zu finden.

In der Zeit nach den Sommerferien ging es nicht voran mit den Gesprächen zwischen Elternverein und dem Landkreis als Schulträger, der jährlich 1800 Euro für die Mittagsversorgung zur Verfügung stellt und sich die Last einst mit der Kommune teilen konnte. Der zuständige Dezernent, der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (CDU), wollte sich der Sache annehmen, war bei einem ersten Gespräch mit dem Förderverein aber selbst nicht dabei. Seit September gab es keinen echten Fortschritt. Nun hat sich Landrätin Kirsten Fründt (SPD) der Sache angenommen und mit Vertretern von Schulförderverein, Kirche und Gemeinde gesprochen. Eine Lösung gibt es noch nicht, aber die Beteiligten erarbeiteten eine Reihe von Optionen.

„Kirche und Landkreis haben die Aufgabe bekommen, mögliche Lösungen, die in dem Gespräch diskutiert wurden, auf Machbarkeit und Preis zu prüfen“, fasst die stellvertretende Fördervereins-Vorsitzende Sabine Martin zusammen. Gestern gab es dann schon einen neuen Zwischenstand - wie Martin berichtete, hat die Kirchengemeinde signalisiert, sich stärker einbringen zu wollen. Möglicherweise dahingehend, dass der Förderverein, der bislang komplett für Organisation und Abrechnung des Mittagsessens verantwortlich war, von dieser Aufgabe entlastet wird. „Wir können es ehrenamtlich organisiert nicht mehr leisten“, stellt Martin klar.

3,20 Euro für die Frischkost - ist dieser Preis zu halten?

Weitere Fragen, die die Beteiligten zeitnah miteinander erörtern wollen, bleiben offen. So geht es beispielsweise darum, ob es weiterhin eine Betreuungskraft geben muss, die die Kinder von der Grundschule zum nahegelegenen Kindergarten bringt. Eine Köchin, die die Kirche für den Mittagstisch im Kindergarten beschäftigt, kochte dort in der Vergangenheit auch frisch für die Grundschulkinder. Nach dem Mittagessen brachte eine Betreuungskraft die Kinder wieder zurück zur Schule. „Vielleicht müssen wir dafür eine neue Regelung finden, um die Kosten zu senken - beispielsweise könnte die Betreuungszeit unterbrochen werden, so dass die Kinder den Weg zum Kindergarten allein laufen dürfen“, sagt Martin.

Hoffnung auf einen Neustart 2015

Diskutiert werden soll auch über den Preis für die vor Ort gekochte Kost, die zuletzt vergleichsweise günstig für 3,70 Euro angeboten wurde. Im Preis enthalten war sogar noch ein 50-Cent-Zuschuss, durch den eine Finanzierungslücke in der Betreuungszeit von den Eltern getragen wurde. Also gab es die frisch gekochte Mittagsspeise für 3,20 Euro. Ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das man in Cölbe so nicht aufrecht erhalten könnte, wenn der Landkreis als Schulträger die Organisation des Mittagstischs übernehmen würde. Dann würde, so wie auch an anderen Schulen im Landkreis, ein Essenslieferant die Versorgung übernehmen, wie bei dem Gespräch zwischen den Akteuren deutlich wurde. Von daher müsse auch geklärt werden, ob die Eltern bereit seien, „den sehr hohen Standard und das außergewöhnlich hohe Niveau der Mittagsverpflegung für ihre Kinder zu finanzieren“, stellte Landrätin Fründt klar.

Im Elternverein besteht nun die Hoffnung, dass in den nächsten Wochen Antworten gefunden werden können. „Ein Wunsch wäre es, dass der Mittagstisch ab Beginn des neuen Jahres wieder eingerichtet werden kann, „wahrscheinlich klappt es aber erst zum zweiten Halbjahr“, sagt Sabine Martin.

von Carina Becker

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