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"Liebe für alle, Hass für keinen“

Tag der Religionsstifter "Liebe für alle, Hass für keinen“

Die herrschenden Vorurteile zeigen immer wieder, dass ein intensiver und kontinuierlicher Dialog zwischen den Religionen erforderlich ist.

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Interreligiöser Dialog in Wetter mit (von links) Walid Kahlon, Regional-Vorsitzender Muzaffar Ahmad Zafar, Iman Abdul Basit Tariq, Gemeindepastor Erich Lenhardt und Amnon Orbach, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Marburg.

Quelle: Elvira Rübeling

Wetter. Die Dringlichkeit einer religionsübergreifenden Verständigung hat nicht zuletzt durch die Ereignisse vom 13. November in Paris noch zugenommen.

Bei der Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde in Wetter ist es Tradition, den „Tag der Religionsstifter“ auszurufen. Diese Veranstaltung dient dem Zweck, dass jede Religion die Position der anderen kennen- und respektieren lernt, um ein besseres gegenseitiges Verständnis aufzubauen und den Grundsatz „Liebe für alle, Hass für keinen“ zu leben, so Vorsitzender Naeem Iqbal.

So sprachen Erich Lenhardt, Gemeindepastor der Evangelischen Stadtmission Wetter, Amnon Orbach, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Marburg, und Abdul Basit Tariq, Iman und islamischer Theologe der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland, zum Thema „Toleranz in den Religionen“ in der Stadthalle Wetter.

Voraussetzungen für gegenseitige Toleranz

Nach einer kurzen Einführung von Mitorganisator Walid Kahlon und Bürgermeister Kai Uwe Spanka wandte sich zunächst Erich Lenhardt dem Thema zu. Er informierte über die Grundsätze des Christlichen Glaubens, die seinen Anhängern auferlegten, den Nächsten zu lieben, nach den zehn Geboten zu leben und ewiges Leben durch die Kreuzigung und Auferstehung Jesu sowie die Vergebung der Sünden zu empfangen.

Den Nächsten ehren, Zurückhaltung üben, den Andersgläubigen wertschätzen und Kompromissbereitschaft zeigen, das sind im Judentum die Voraussetzungen für gegenseitige Toleranz.

Jeder soll nach seinem Glauben leben, so Amnon Orbach, aber dennoch gäbe es Grenzen im jüdischen Glauben. Er dulde keine Toleranz im Falle von Hass. Der Koran zeige wunderbare Wege zur Toleranz und eröffne den globalen Blick auf alle Religionen. Der einzige Gott habe zu jedem Volk Propheten geschickt und sie seien Brüder.

Er selbst glaube an alle Propheten, egal, welcher Religion, sagte Abdul Basit Tariq. Der Iman hob die Verbindung unter den drei größten Religionen hervor. „Wir sind alle Kinder Gottes“, sagte er und erklärte, dass nach der Lehre des Korans die Religions- und Meinungsfreiheit, Schutz für fremden Glauben, Hochachtung für Heilige, die Akzeptanz von Weisheiten, Respekt, Höflichkeit, Liebe und Toleranz im Mittelpunkt stünden.

Mit Schilderungen zur Verunglimpfung des Propheten Mohammed durch Karikaturen in der Gegenwart oder durch den 1988 erschienenen Roman „Die satanischen Verse“ von Salman Rushdie leitete Abdul Basit Tariq zur Diskussion mit dem Publikum über. Die Gäste beteiligten sich rege an dem Austausch. Rund 65 Besucher waren zu der Veranstaltung in der Stadthalle gekommen. An den Austausch schloss sich ein gemeinsames Abendessen an.

von Elvira Rübeling

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