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Leerstand bereitet Sorgen in Wetter

Bürgerversammlung Leerstand bereitet Sorgen in Wetter

Leere Häuser und vor allem immer weniger Geschäfte in der Innenstadt sind derzeit die größte Sorge der Bürger in Wetter.

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Leer stehende Geschäftsräume in Wetter.

Quelle: Martina Koelschtzky

Wetter. Bei der Bürgerversammlung in der Stadthalle war die unbelebte Altstadt das Hauptthema.

Die Anzahl der Besucher hielt sich mit den Mitgliedern aus Parlament und Magistrat die Waage bei der turnusmäßigen Bürgerversammlung in der Stadthalle. Ein Geschäftsmann führte aus, die sterbende Innenstadt sei das größte Problem von Wetter. In einem Geschäft neben seinem entstehe nun ein islamisches Gemeindezentrum. Dagegen habe er ja nichts, aber es sei eben wieder ein Geschäft weniger in der Innenstadt. „Alles konzentriert sich in den großen Einkaufszentren, auch die letzten kleinen Geschäfte werden sterben“, glaubt er. „Und sobald die Umgehungsstraße fertig ist, wird überhaupt niemand mehr nach Wetter kommen. Auch die drei Tankstellen werden sterben.“

Ganz so pessimistisch sah Bürgermeister Kai Uwe Spanka (parteilos) die Sache nicht. Er glaube, die Tankstellen würden sich dann verlagern, meinte er. Auf weitere Nachfrage räumte er ein, dass es kein Konzept in der Stadt gegen diese Probleme gebe. „Das Sterben der Innenstädte ist nicht zu verhindern, die Leute kaufen heute im Internet ein.“ Eine Fußgängerzone sei oft hilfreich, das sei in Wetter aber baulich nicht möglich. Aber die Märkte am Rande der Innenstadt seien mit die umsatzstärksten in der Region und auch wegen der ausgezeichneten Versorgung mit Ärzten kämen viele Menschen weiterhin nach Wetter. Jörg Bettelhäuser (Grüne) sieht in der Ortsumgehung eher eine Chance, die Innenstadt von Wetter attraktiver zu gestalten. „Bisher ist doch der Verkehr das größte Problem“, meinte er. Außerdem müsse die Stadt Konzepte entwickeln für die Flächen, wenn Häuser abgerissen würden. „Wenn man den Platz schottert und wartet, bis er verwahrlost, zieht das weitere Probleme nach sich.“

Spanka erklärte, die Kommune könne bei Leerstand kaum eingreifen, und die privaten Hauseigentümer hätten Schwierigkeiten, Gebäude zu realistischen Kosten anzubieten.

Erfreulich hat sich nach Ansicht der Bürger und der anwesenden Polizei die Kriminalität in Wetter entwickelt, es gebe so gut wie keine Vorkommnisse mehr. Begrüßt wurde auch die Entlastung der Innenstadt durch die neue Kreisstraße zwischen Amönau und der B 252. „Vor allem die Ampelschaltung, wenn man auf die Bundesstraße auffahren will, ist extrem komfortabel“, lobte Wolfgang Engelhardt (CDU).

von Martin Koelschtzky

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