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„Langer Atem“ zahlt sich aus

Wohnprojekt „Langer Atem“ zahlt sich aus

Der „Wohnhof Goßfelden“ auf dem ehemaligen Festplatz wird Wirklichkeit. Mit Landrätin Kirsten Fründt und Bürgermeister Manfred Apell feierte der Trägerverein, der dort bauen und leben wird, den ersten Spatenstich.

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Beim ersten Spatenstich ließen außer dem Verein „Wohnhof Goßfelden“ auch Vertreter der Sparkasse, Landrätin Kirsten Fründt (Mitte), Ortsvorsteher Wilfried Lies (3. v. rechts) und Bürgermeister Manfred Apell (rechts) die Erde fliegen.

Quelle: Martina Koelschtzky

Goßfelden. Von einem „ganz besonders schönen Tag für die Gemeinde“ sprach Bürgermeister Manfred Apell bei seiner Einführung. Er freue sich über das „erste Projekt dieser Art im ländlichen Raum, das Wirklichkeit wird“. Deutschlandweit sei der Wohnhof einzigartig, kein anderes Generationen-Wohnprojekt auf dem Land sei bisher realisiert worden, bestätigte Landrätin Kirsten Fründt.

Seit 2010 laufen die Vorbereitungen, nun wird die Sache konkret. „Gemeinsam wohnen, nicht nur mit alten Leuten“, das war von Anfang an der Plan. Mit einer Förderung des Landkreises, die die Gemeinde verdoppelte, begann die Gemeinde Lahntal den Moderationsprozess für die Vision im Jahr 2010.

Langer Atem zahlt sich aus

„Von den Menschen, die sich zuerst von der Idee für zukünftiges Wohnen haben begeistern lassen, ist niemand mehr dabei“, berichtete Apell. Viele Versammlungen, Arbeitskreissitzungen und Zukunftsvisionen später dankte Apell vor allem dem Ehepaar Vohwinkel, Kornelia Grundmann und den anderen Mitstreitern für ihren Durchhaltewillen und ihren langen Atem. „Überall in Deutschland werden neue Wohnformen im Alter diskutiert, aber realisiert wird am Ende nur sehr wenig“, betonte Apell. „Es brauche Menschen, die sich etwas trauen und die auch den Mut aufbringen, vorweg zu gehen. Wir hatten das Glück, solche Menschen gefunden zu haben.“

Die „Mutigen“ im Trägerverein „Wohnhof Goßfelden“ sind zu Recht stolz, so weit gekommen zu sein: Auf dem ehemaligen Festplatz markiert rot-weißes Flatterband die Wände der zukünftigen Gebäude, in denen die Vereinsmitglieder mit Gleichgesinnten ihren Lebensabend verbringen wollen. Vier Gebäude sollen hier entstehen, zwölf barrierefreie Wohnungen zwischen 60 und 120 Quadratmetern sind vom Architekturbüro „Integrale Planung“ aus Marburg geplant.

„In wenigen Monaten werden wir hier Richtfest feiern“, versicherte Architekt Stefan Rover. Die Gebäude werden aus Brettsperrholz-Fertigteilen errichtet, „allein das Holz für den Bau hat schon 500 Tonnen CO2 eingespart“, so der Architekt.

Ortsbeirat stimmt für „Franz-Frank-Platz“

„Franz-Frank-Platz“ nach dem Maler, der in Goßfelden gearbeitet und nach dem Zweiten Weltkrieg bei Ubbelohdes gelebt hat, wird die Adresse des Wohnhofs heißen. Der Ortsbeirat habe den Namen vorgeschlagen, der auf allgemeine Zustimmung stieß, erzählte Ortsvorsteher Wilfried Lies. Das Grundstück hat die Gemeinde dem Zukunftsprojekt zur Verfügung gestellt.

Neben dem Wohnhof soll auf dem Gelände auf Wunsch des Bürgermeisters auch eine Wohngruppe des St.-Elisabeth-Vereins für Pflegebedürftige entstehen, „eine stolze Anforderung“, wie Hans Werner Künkel vom St.-Elisabeth-Verein meinte. „Aber wir bekommen das hin, die Planungen sind schon weit fortgeschritten“, versicherte er.

„Keine Angst vor demografischem Wandel“

Damit wäre das Angebot rund um das Zukunftsprojekt komplett: Direkt nebenan sind außer dem Bahnhof schon das Kultur- und Begegnungszentrum der Gemeinde mit der Gemeindebücherei sowie das Gesundheitszentrum in der „Alten Schule“ angesiedelt. „Man merkt, dass in Lahntal niemand Angst vor dem demografischen Wandel hat“, so Künkel. „Demografischer Wandel heißt vor allem, dass viele Menschen bei guter Gesundheit ihr Alter genießen können“, bestätigte Apell.

So gab es nur strahlende Gesichter, als dann die vorbereitete Erde fliegen konnte beim symbolischen ersten Spatenstich. „Es werden viele Menschen kommen und sich das ansehen“, prophezeite die Landrätin dem Verein. „Sie werden Botschafter für die Ideen im heimischen Landkreis werden.“

von Martina Koelschtzky

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