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Lahntaler wollen einander helfen

Bürgerhilfe Lahntaler wollen einander helfen

Die Lahntaler wollen den älteren Mitbürgern im Alltag helfen. Daher haben sie nun einen Bürgerhilfeverein gegründet.

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In Sterzhausen haben die Lahntaler einen Bürgerhilfeverein ins Leben gerufen, um die Altenhilfe in der Gemeinde zu verbessern.Foto: Freya Altmüller

Sterzhausen. „Es muss uns gelingen, die Versorgung älter werdender Menschen auf viele Schultern zu verteilen“, sagte Ernst Boltner, Geschäftsbereichsleiter Altenhilfe vom St. Elisabeth-Verein Marburg anlässlich der Gründung eines neuen Bürgerhilfevereins. Mehr als dreißig Bürger hatten sich im Sitzungssaal der Lahntaler Gemeindeverwaltung versammelt.

„Nur noch professionelle Versorgung ist nicht bezahlbar“, erklärte Boltner. Daher sei es eine drängende Aufgabe, heute Vorsorge zu treffen. Wegen einer bis 2040 erwarteten Verdoppelung der Pflegebedürftigen werde der Personalbedarf kaum zu decken sein. Allein bis 2030 bedürfe es 300000 bis 500000 Vollzeitstellen in der Pflege.

„Ziel ist es, die stationäre Versorgung als teuerste und personalintensivste Pflegeform wenn möglich überflüssig zu machen“, sagte Boltner. So sollten nur noch die, die zu Hause aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes nicht mehr versorgt werden können, in ein Pflegeheim kommen. Der übrige Bedarf solle durch ambulante Pflegedienste sowie ein informelles, niedrigschwelliges Hilfsnetzwerk abgedeckt werden.

Um eben dieses auszubauen, hatte Bürgermeister Manfred Apell zur Gründung eines Vereins eingeladen, wie ihn bereits andere Orte wie Mardorf, Kirchhain und Wetter ins Leben gerufen haben. Mit beispielsweise Begegnungscafés, Generationentreff, einem Gemeinschaftswohnprojekt und Wohnberatung gebe es in der Gemeinde bereits viele Angebote quartiersbezogener Altenhilfe, erklärte Boltner. Ziel des Vereins sei es, durch einen hauptamtlichen Koordinator die Organisation zu verbessern. Zudem solle es Ehrenamtliche geben, die für eine Aufwandsentschädigung von rund zehn Euro helfen: Kleinere Reparaturhilfen, Garten- und Reinigungsarbeiten, Hilfe bei Notfällen gehören zu den Aufgaben. Außerdem Besuchsdienste, die Vermittlung von Gemeinschaftsaktivitäten, die Begleitung zu Arztbesuchen und bei Gängen zu Ämtern und Behörden. Professionelle Hilfe gehöre jedoch nicht zu den Leistungen. Senioren, die die Hilfe in Anspruch nehmen, sollen sich das Geld von der Pflegekasse erstatten lassen können. Auch Schulungen sind für die Helfer geplant.

Um das Angebot bekannt zu machen, sei eine Kooperation mit dem Pflegestützpunkt und ambulanten Pflegediensten angedacht. Finanzieren soll sich der Verein durch Fördergelder des Landkreises und des Verbands der Pflegekassen. Um als Helfer tätig zu werden, sei eine Mitgliedschaft für 12 Euro jährlich keine Voraussetzung, auch nicht, um die Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wer für den Verein arbeite, habe keine Arbeitnehmereigenschaft und sei über die Haftpflichtversicherung des Vereins versichert, etwa wenn im Haushalt bei der Hilfe etwas kaputt gehe.

Der Vorstand:

- Vorsitzender: Herbert Koch

- stellvertretende Vorsitzende: Nicole Gleisner

- Kassenwart: Thomas Meyer-Bairam

- Schriftführerin: Birgit Bartsch

- Beisitzer: Stefan Weiershausen, Ralf Ruckert, Ernst Boltner, Manfred Apell und Erika Nies.

von Freya Altmüller

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