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Lahntaler verärgert über B-252-Pläne

Aus dem Parlament Lahntal Lahntaler verärgert über B-252-Pläne

Die CDU Lahntal stellte unmissverständlich klar, dass sie in Sachen B 252 im Sinne der vor Ort lebenden Bürger entscheidet und nicht danach, wer gerade in Wiesbaden und Berlin in der Regierungsverantwortung ist.

Sterzhausen. Ja, die Lahntaler befürchten das Schlimmste. Die Freude über den bevorstehenden Startschuss zum Bau der B-252-Ortsumgehung ist gründlich in den Keller gegangen, nachdem immer deutlicher wurde, dass bis 2017 zunächst nur das Teilstück zwischen Wetter und Goßfelden gebaut werden soll und darüber hinaus keine weiteren Zusagen seitens des hessischen Verkehrsministers Florian Rentsch bei seinem Besuch in Münchhausen Mitte Mai getätigt wurden.

Die SPD-Fraktion brachte deshalb zur letzten Sitzung des Lahntaler Parlaments vor der Sommerpause am Montagabend in Sterzhausen einen Dringlichkeitsantrag ein, der nicht nur auf die Tagesordnung kam, sondern auch einstimmig beschlossen wurde. Danach fordert die Gemeindevertretung der Gemeinde Lahntal das Land Hessen „dringend auf, den Bau der Ortsumgehung von Wetter bis zum vorgesehenen Endpunkt in Göttingen vorzunehmen“. Der alleinige Bau des angekündigten Teilstücks werde nach Meinung der Kommunalpolitiker für die Orte Lahntals nicht die ersehnte Entlastung, sondern im Gegenteil eine deutliche Verschärfung der Lärm- und Schadstoffbelastung durch eine Verlagerung des Verkehrsstroms nach Goßfelden bringen. Wieso das? SPD-Fraktionsmitglied Otto Selbmann, der zudem Ortsvorsteher von Göttingen ist, lieferte die Antwort. Ausgehend vom Istzustand, durchfahren täglich 15000 Fahrzeuge den Ort, in dem die B 252 beginnt und die B 62 hindurchführt. Die Umsetzung des jetzt geplanten Teilstücks führt automatisch die Fahrzeuge in das Gewerbegebiet von Goßfelden.

Von dort aus lockt der Weg über die L 3381 durch Goßfelden als kürzeste Verbindung nach Marburg und natürlich umgekehrt. SPD-Fraktionschef Kurt Vogt, sonst um kein Wort verlegen, fand dieses Mal nicht die passenden Worte, wie er die neuesten Planungen bewerten solle. „Ich sag‘s lieber nicht“, nahm er sich zurück. Der Frust und das Entsetzen, dass diese Teilplanung tatsächlich als Verbesserung angesehen werde, ist noch zu frisch.

Auch Bürgermeister Manfred Apell hatte bereits in einer Kolumne im Mitteilungsblatt der Gemeinde deutlich Stellung gegen diese vom Land anvisierte Lösung bezogen. Generell läuft diese Planung auch gegen den großen Wunsch, in Goßfelden mit dem Bau der B-252-Ortsumgehung, endlich eine Verkehrsberuhigung auf der L 3381 hinzubekommen. Grünen-Fraktionsmitglied Claus Opper hatte dazu zuvor Ausführungen gemacht.

Der Antrag seiner Fraktion, auch diesbezüglich Verhandlungen mit den zuständigen Behörden des Landes aufzunehmen, wurde einstimmig beschlossen. Spätestens zur Inbetriebnahme der neuen B 252 müsse die Verkehrsberuhigung greifen. In diesem Zusammenhang soll auch geprüft werden, inwieweit eine Herabstufung der L3381 zur Kreisstraße erfolgen kann.

Die Verantwortlichen beim Landkreis Marburg-Biedenkopf werden dieses Ansinnen sicher mit großem Interesse zur Kenntnis nehmen, denn so käme der Kreis in die Unterhaltspflicht einer weiteren Straße, ohne eine andere abgeben zu können. Jedenfalls wenn es nach dem Willen der Lahntaler Parlamentarier geht. Denn ein anderer Tagesordnungspunkt beschäftigte sich mit der möglichen Abstufung der Kreisstraße 75 zur Gemeindestraße. Wer die K 75 nicht kennt, sie liegt ein bisschen versteckt zwischen den Ortschaften Caldern und Kernbach. Die Straße wurde zwar im vergangenen Jahr vom Kreis saniert, so dass nach Ansicht von HessenMobil Dillenburg „ein verkehrsgerechter Zustand hergestellt ist“, doch sieht die Gemeinde Lahntal „aufgrund der sehr schwierigen topografischen Lage der Straße keine Chance, im Falle von möglichen Bergschäden an der Straße, diese bezahlen zu können. „Sie müsste dann aufgegeben werden“, so der Bürgermeister.

Weitere Beschlüsse: Der Kostenplanung des Vereins Kinder sind unsere Zukunft für das Kindergartenjahr 2013/2014 wurde zugestimmt. In diesem Zusammenhang wurde auch die Einrichtung einer dritten Gruppe in der Kindertagesstätte in Goßfelden zugestimmt.

Der Bebauungsplan Auf der Leimkaul für den Ortsteil Sterzhausen erhielt seinen Aufstellungsbeschluss. Zuvor wurde noch entschieden, dass die Gemeinde zur Umsetzung des Bebauungsplanes noch benötigte Flächen ankaufen darf.

Grünes Licht gab es auch für den Abschluss eines Biomasse-Wärme-Lieferungsvertrages für Sonderkunden der Stadtwerke Marburg für die Lahnfelshalle und die Kindertagesstätte in Goßfelden.Das entstehende Wärmenetz soll auch interessierten Mitbürgern offenstehen, soweit deren Anschluss wirtschaftlich vertretbar sei.

Die Vorschlagsliste der Schöffen für den Zeitraum vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2018 umfasst folgende Personen aus der Gemeinde Lahntal: Holger Briel, Tobias Henkel, Heike Vetter, Michael Höhl, Dr. Dirk Gehrke, Martina Knauff-Isenberg, Klaus Pertl und Gerhard Müller. Auch sie wurde einstimmig beschlossen.

von Götz Schaub

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