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Lahntal investiert 4,6 Millionen Euro

Haushalt 2018 Lahntal investiert 4,6 Millionen Euro

Auf Gerüchte will Manfred Apell als Kämmerer nicht setzen. Deshalb plant er bei der Kreis- und Schulumlage mit den derzeit gültigen Hebesätzen. So kann es für die Gemeinde nur besser, aber nicht schlechter werden.

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Erdarbeiten sollen zügig beginnen

Im Neubaugebiet „Auf der Leimkaul“ in Sterzhausen steht der Endausbau der Straßen an. Bürgermeister Manfred Apell  möchte dieses Projekt 2018 umgesetzt wissen.

Quelle: Götz Schaub

Sterzhausen. Gibt es für 2018  eine Absenkung der Hebesätze für die Kreis- und Schulumlage? Das ist für die Kommunen  im Landkreis Marburg-Biedenkopf schon eine bedeutende Frage, die sie sich derzeit noch nicht beantworten können.

Auch wenn es ein Gerücht gebe, wie sich Lahntals Bürgermeister Manfred Apell am Donnerstagabend gegenüber dem Gemeindeparlament im Haus am Wollenberg in Sterzhausen ausdrückte, dass eine Senkung um einen halben Prozentpunkt vorgesehen sei, plant er zunächst mit den Hebesätzen, die für den Haushalt 2017 gelten. Aber auch die hinterlassenen Kerben im Haushaltsentwurf 2018, denn selbst wenn sie konstant bleiben, muss die Gemeinde Lahntal 438 000 Euro zusätzlich aufbringen. Wieso das? Weil sie ­alle Steuermehrerträge zu 52,51 Prozent in Form der Kreis- und Schulumlage an den Landkreis abführen muss.

800 000 Euro mehr an Steuereinnahmen

Und ja, es gibt Steuermehreinnahmen. Stolze 800 000 Euro. Die werden aber wohl kaum mal auf dem Schreibtisch des Kämmerers zum Nachzählen landen, denn neben der Kreis- und Schulumlage wird es auch bei der Kinderbetreuung durch die Inbetriebnahme des Anbaus an die Kindertagesstätte Goßfelden zu rund 250 000 Euro Mehrkosten für eine weitere Krippengruppe kommen. Und das, nachdem für das Kindergartenjahr 2017 / 2018 schon die Einrichtung einer Übergangsgruppe in der Kita Sarnau eine Mehrbelastung von 285 000 Euro ­bedeutete.

Dann steigen noch die Personalkosten im kommenden Jahr um 166 000 Euro. Apell möchte aber gerade die Summen bei der Kinderbetreuung nicht als Jammern verstanden wissen, schließlich war es eine­ bewusste politische Entscheidung, diesen Zweig aufgrund des gestiegenen Bedarfs im ­Sinnen junger Eltern aus der Gemeinde auszubauen.

Generell müssen die Bürger dieses Mal keinen Griff ins Portemonnaie fürchten. Denn: „Der Haushalt 2018 sieht keine Erhöhung der Steuerhebesätze­ für die Grund- und Gewerbesteuer vor“, so Apell. Der Jahresüberschuss im Ergebnishaushalt beträgt 8 300 Euro. Das ist nicht viel, aber es reicht zum Ausgleich.

Kassenkredite sind bezahlt und werden nicht benötigt

Apell hatte noch ein paar weitere positive Nachrichten zu verkünden: „Wir haben unsere­ Kassenkredite vollständig zurückgezahlt und benötigen auf absehbare Zeit keine neuen Kassenkredite zur Sicherstellung unserer Zahlungsfähigkeit. Wir konnten unsere Investitionskredite innerhalb der letzten drei Jahre um rund 1,15 Millionen Euro auf 4,3 Millionen Euro senken und mussten in diesem Zeitraum keine neuen Investitionskredite aufnehmen. Und wir konnten innerhalb der letzten drei Jahre unsere Altfehlbeträge aus den Vorjahren um rund 800 000 Euro auf rund 200 000 Euro senken.“

Umfangreichster Investitionshaushalt seit 2005

Natürlich wird in Lahntal auch 2018 investiert. Und zwar ordentlich: 4,672 Millionen Euro beträgt das Volumen des Investitionshaushalts. Rund 2,7 Millionen Euro werden über den Verkauf von Gewerbeflächen und Bauplätzen finanziert.
Nach Abzug der Zuweisungen und Investitionsbeiträge muss die Gemeinde aber dieses Mal eine Restlücke von 346 000 Euro schließen, was nur über einen Investitionskredit gehen kann.

Apell dazu: „Der Investitionshaushalt 2018 ist der umfangreichste seit Einführung der Doppik im Jahr 2005.“ 2,29 Millionen Euro sollen für den Straßenbau ausgegeben werden. Für den Straßenendausbau der Gewerbegebiete „Spiegelshecke“ und „An den Hardtwiesen“ in Goßfelden werden 1,06 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

In Sterzhausen sollen die Straßen im Neubaugebiet „Auf der Leimkaul“ endausgebaut werden. Apell rechnet dabei mit 350 000 Euro. Zusätzlich sollen im angrenzenden Neubaugebiet „Vor den Rödern“ sofort nach Rechtskraft des Bebauungsplanes mit der Erschließung begonnen werden. 390 000 Euro sind für den Vorstufenausbau der Straße vorgesehen.

In Caldern stehen Straßensanierungen an

Auch in Caldern stehen Straßenbauarbeiten an. Allerdings geht es dort um reine Sanierungsarbeiten. Es sollen nun die für diesen Ortsteil beschlossenen wiederkehrenden Straßenbeiträge zum Tragen kommen und mithelfen, in einer ersten Phase die Rimbergstraße und die Raiffeisenstraße grundhaft zu sanieren. Für dieses Bauprogramm sind für 2018 insgesamt 484 000 Euro vorgesehen, 62,7 Prozent, also 303 500 Euro werden in Form von wiederkehrenden Straßenbeiträgen auf den gesamten Ortsteil Caldern umgelegt.

HINTERGRUND: Die größten Investitionen: Je zwei Straßenbau-Projekte in Goßfelden, Sterzhausen und Caldern 2,29 Millionen Euro. Sanierung „Haus am Wollenberg“ 425 000 Euro; Aufstellung des Bebauungsplanes „Sprinkelwiesen II“ in Caldern, unter anderem für den Grunderwerb 1,036 Millionen Euro. Neue Möbel für die Kindertagesstätten 55 000 Euro acht neue Geräte auf verschiedenen Spielplätzen 130 000 Euro. Erneuerung der Feuerwehrausrüstung 74 450 Euro. Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kita Sterzhausen 50 000 Euro. Zwei Ladesäulen für Elektroautos in Goßfelden und Sterzhausen 30 000 Euro.

von Götz Schaub

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