Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
In Lahntal funktioniert das Miteinander

Grillfest des Begegnungscafés In Lahntal funktioniert das Miteinander

150 Frauen, Männer und Kinder aus neun verschiedenen Ländern feierten gemeinsam – ein Sinnbild für gelingende Integration im ländlichen Raum und Gelegenheit für eine kleine Zwischenbilanz.

Voriger Artikel
Klosterberg und Kirche zieren Briefmarken
Nächster Artikel
Nachdenkliche und hoffnungsvolle Töne

Das Foto zeigt einen Teil der etwa 150 Flüchtlinge und ehrenamtlichen Flüchtlingsbegleiter, die am Grillfest in Sterzhausen teilnahmen.

Quelle: Manfred Schubert

Sterzhausen. Die Männer stehen am Grill und braten Hähnchenspieße und Hackfleischröllchen. Die Frauen haben verschiedene Salate, Couscous, Humus, Auberginensauce und andere Beilagen aus ihren Herkunftsländern Äthiopien, ­Afghanistan, Deutschland, Eritrea, Irak, Iran, Pakistan, Syrien und Somalia vorbereitet.

Mehmet Kirok hat das Grillfest organisiert. Er arbeitet für die evangelischen Kirchengemeinden Lahntals im Kirchenkreis Kirchhain als Integrationshelfer. Finanziert wird seine Stelle durch den Landkreis und die Evangelische Landeskirche von Kurhessen-Waldeck. Er selbst ist türkischer Kurde.

Flüchtlingsbegleiter engagieren sich ehrenamtlich

Das Miteinander von Menschen verschiedener Herkunft funktioniert in Lahntal. „Es ist gut, dass die Flüchtlinge in Lahntal nicht in einem ‚Ghetto‘ wohnen, sondern überall verteilt in der Gemeinde leben“, sagt Sabine Barth vom Kirchenvorstand von Elnhausen.

Entscheidend für die gelingende Integration ist aber auch das große Engagement von derzeit 30 ehrenamtlichen Flüchtlingsbegleitern über das im Mai 2014 gegründete Begegnungscafé Goßfelden. Von der evangelischen Kirchengemeinde Elnhausen/Wehrshausen/Dagobertshausen ging damals die Initiative zur Flüchtlingsbegleitung aus und gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde Goßfelden vor Ort wurde das Begegnungscafé ins Leben gerufen.

Der Bürgerbus bringt die Flüchtlinge aus ganz Lahntal zum donnerstäglichen Treffen im Begegnungscafé. Es begann mit Deutschunterricht, aber schnell ergaben sich weitere Aktivitäten wie Kinderbetreuung parallel zum Unterricht, Hilfe bei Anträgen, Arzt- und Krankenhausbesuchen,  die Einrichtung einer Fahrradwerkstatt, Kleiderspenden, therapeutischer Malunterricht, Gitarrenunterricht und vieles mehr.

Kirchengemeinde und Landkreis vermitteln Jobs

Bei der Vermittlung von Praktika, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen wird ebenfalls geholfen. Zurzeit machen vier Flüchtlinge den Busführerschein und sollen nach erfolgreicher Prüfung bei den Marburger Stadtwerken angestellt werden. Über das Programm „Voice“ arbeiten fünf Flüchtlinge am örtlichen Bauhof.

Die Kirchengemeinde Sterzhausen und Caldern engagiert sich ebenfalls in dem Projekt, Kirok kam so zu seiner Stelle als Integrationshelfer. Ebenso die Lahntaler Sportvereine: Mithilfe des Programms „Sport und Flüchtlinge“ des Hessischen Innenministeriums wurden Coaches ausgebildet. In Caldern wird beispielsweise Mutter-Kind-Turnen angeboten, in den Lahntaler Fußballvereinen sind mittlerweile zehn jugendliche und zwei erwachsene Flüchtlinge spielberechtigt.

Und mittlerweile engagieren sich Flüchtlinge ihrerseits ehrenamtlich, berichtete der Sterzhäuser Pfarrer Ralf Ruckert: „Sie helfen bei der Kirchensanierung in Sterzhausen, bei der Pflege von Grünanlagen oder sind in Vereinen wie dem Nabu aktiv.“

von Manfred Schubert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr