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Lahntal prüft neue Windkraftstandorte

Windkraft Lahntal prüft neue Windkraftstandorte

Um Windkraft in der Gemeinde Lahntal ging es in der jüngsten Parlamentssitzung in Göttingen. Teile der CDU hatten dabei noch Beratungsbedarf – anders als der Rest der Gemeindevertretung.

Göttingen. Für den gerade in Kraft getretenen mittelhessischen Regionalplan hatte die Gemeinde vor Jahren eine Windkraftfläche auf der Hardt nördlich von Sarnau und Goßfelden ausgewiesen. Damals vor allem unter der Prämisse, Wildwuchs von solchen Flächen an anderen Stellen zu verhindern.

Besonders geeignet war dieser Standort aufgrund seiner Bedeutung für den Naturschutz, schon damals nicht gewesen, doch nun geht es der Gemeinde im Zuge der „Energiewende“ darum, auch die Windkraft aktiv zu fördern. Nach einer Untersuchung einer Fachfirma, deren Ergebnisse Teil einer Bürgerversammlung Ende September waren und Gesprächen mit Vertretern der Naturschutzverbände Nabu und BUND schlägt der Gemeindevorstand nun vor, die alte Vorrangfläche zu streichen und nördlich von Sterzhausen am Wollenberg eine neue Vorrangfläche auszuweisen.

Während auf der Hardt – neben zu erwartenden Konflikten mit dem Vogelschutz – auch die zu erwartenden neuen Abstandsregelungen zu Siedlungen von 1.000 Metern wohl nur schwer einzuhalten sein würden, sieht die Untersuchúng der Firma Naturwerk am Wollenberg Platz für bis zu fünf Windräder. Für ein notwendiges Abweichungsverfahren beim Regierungspräsidium, notwendige Flächennutzungsplanänderungen und weitere Untersuchungen über die Verträglichkeit der möglichen Windkraftanlagen mit Tier und Natur erbat der Gemeindevorstand die Zustimmung der Gemeindevertreter.

Grundsätzlich seien sie ganz und gar nicht gegen Windkraft in Lahntal, versicherten die CDU-Vertreter Karsten Dittmar und Michael Nies in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend. Doch die Beschlussvorlagen hätten nicht die nötige inhaltliche „Tiefe“, bemängelte Dittmar. Ihm fehlte zum Beispiel eine deutlichere Begründung, warum gerade diese Flächen nun als einzig geeignete ausgewählt worden seien, wo es nur eine „einfache“ (und für die Gemeinde kostenlose) Analyse durch die Firma Naturwerk gegeben hatte. Er störte sich auch an der Bereitstellung weiterer Mittel für das im Abweichungsverfahren notwendige avifaunistische Gutachten und gab zu bedenken, dass nicht klar sei, ob sich Kommunen derart wirtschaftlich betätigen dürften. Sein Fraktionskollege Michael Nies scheiterte mit dem Antrag, das Thema in die Ausschüsse zurückzuüberweisen. Der Energie-Ausschussvorsitzende Dr. Claus Opper (Grüne) fragte verärgert, wozu man mit CDU-Vertretern in den Ausschüssen die Fragen diskutiere, dort einstimmige Voten für die Vorlage abgebe, um dann in der Gemeindevertretung die Diskussion wieder von vorn zu beginnen. Bei zwei Neinstimmen und zwei Enthaltungen aus der CDU wurde die Vorlage angenommen.

von Michael Agricola

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