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Kunsthandwerk, Krimis und Kulinarisches

Herbstmarkt Oberrosphe Kunsthandwerk, Krimis und Kulinarisches

Selbstvermarkter, Kunsthandwerker, Musik und Tanz zogen am Sonntag viele Besucher zum 15. Herbstmarkt in Oberrosphe. Während diesem wurden auch die Sieger des Literaturwettbewerbes „Böser Burgwald“ prämiert.

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Nicht nur bei der Jury des Ideenwettbewerbs der Region Burgwald-Ederbergland kam diese „Burgwaldliege“ sehr gut an und brachte Helmut Groß den ersten Preis ein. Links: Wolfram Moniac (hinten), Vorsitzender des Vereins Kulturherbst Burgwald, mit den Krimiautoren Jochen Schäfer (von links), Walter Holzapfel, Ulrike Eifler, Ann-Katrin Seip und Karl Heinz Naumann.Unten: Marktttreiben. Ganz unten: Glasbläser Karl Heller aus Marburg, Fotos: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Oberrosphe. Kaum war der gut besuchte Erntedank-Gottesdienst vorüber, füllte sich der Platz zwischen altem und neuem DGH mit Menschen. Der Posaunenchor, der schon den Gottesdienst mitgestaltet hatte, unterhielt die Gäste musikalisch. Außerdem trat die Kindertanzgruppe der Burgwaldskälwer auf.

Besonders schätzen die Besucher beim Herbstmarkt das reiche Angebot aus der regionalen Küche. So die Wildspezialitäten aus den Wäldern um Oberrosphe wie Wildschweingulasch oder Rehschinken von Familie Born, das selbstgebraute helle und dunkle Bier von Familie Eucker, den Spießbraten der Burschenschaft, die Brotteigwaffeln mit Valentinskraut und Tsatsiki aus tags zuvor geernteten heimischen Wildkräutern von „Kräuterfrau“ Hildegard Herr oder Suppe, Kuchen und Torten der Landfrauen. Bis zum Abend hatten die etwa 1000 Besucher einige der Anbieter „leergegessen“.

30 Aussteller präsentierten ihren Ständen Dekoratives, Nützliches oder auch Essbares. Selbstvermarkter mit Honig, Konfitüren und Likören aus heimischem Obst waren darunter, Kunsthandwerker wie der Marburger Glasbläser Karl Heller, dem man bei seiner Arbeit zuschauen konnte, oder der Wetteraner Bernd Eidam mit seinen filigranen Holzarbeiten. Vor dem DGH stand eine geschwungene Holzliege, die viele Besucher, Erwachsene wie Kinder, mit großem Interesse ausprobierten. Diese so genannte „Burgwaldliege“ hat Helmut Groß von den „Wanderfreunden Südlicher Burgwald“ den ersten Preis beim Ideenwettbewerb der Region Burgwald-Ederbergland eingebracht.

Dabei ging es um das Handlungsfeld Tourismus und Regionalkultur im Regionalen Entwicklungskonzept 2014.

Die sieben Wanderfreunde Helmut Groß, Walter Hahn, Reinhard Koch, Otto Krebs, Christian Naumann, Robert Sauerwald und Horst Wagner aus Oberrosphe, Mellnau und Oberasphe wollen die erste von ihnen gespendete Liege, aus einheimischen Hölzern und von hiesigen Handwerkern gebaut, am 26. Oktober an der Wanderhütte am Wollenscheid offiziell einweihen. Drei weitere Liegen sollen im November an der Stirnhelle, am Rienert sowie in Oberasphe aufgestellt werden, weitere Sponsoren sind dafür willkommen.

Eine andere Prämierung fand während des Herbstmarktes statt. Im alten DGH wurden die Sieger des regionalen Krimi-Wettbewerbes bekannt gegeben, zu dem der Burgwald-Verlag und der Verein Kulturherbst Burgwald vor einem Jahr aufgerufen hatten. Die Geschichten sollten im Gebiet zwischen Lahn und Eder spielen, der regionale Bezug sich in der Beschreibung von Charakteren und der Landschaft finden. Eine fünfköpfige Jury hatte die mehr als 20 eingesendeten Texte bewertet, ohne die Namen der jeweiligen Autoren zu kennen. Elf davon, sogar einer mehr als ursprünglich angekündigt, wurden für die Veröffentlichung in dem Sammelband „Böser Burgwald“ ausgewählt, der ab sofort für 9,95 Euro erhältlich ist und 171 Seiten umfasst.

Wolfram Moniac, Vorsitzender des Vereins Kulturherbst Burgwald, gab die Namen der elf Autoren bekannt, deren Geschichten veröffentlicht wurden. Außerdem verkündete er die Träger der ersten drei Preise für die besten Krimis, die mit 300, 200 und 100 Euro belohnt wurden. Siegerin wurde Dr. Benajir Wolf aus Caldern mit „In den Tiefen der Lahn“. Den zweiten Preis gewann Karl Heinz Naumann aus Oberrosphe, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Kulturherbst Burgwald, mit „Romeo und Julia auf der Weide“. Ulrike Eifler aus Marburg kam mit „Das Manuskript“ auf den dritten Platz. Außerdem erfuhren die 25 Teilnehmer der Veranstaltung, dass das nächste Projekt des Vereins sich unter dem Titel „Dialekt ist nicht platt“ dem Erhalt und der Förderung einer stärkeren Nutzung der heimischen Mundarten im täglichen Leben widmet.

„Der Dialekt soll wieder leben“, erklärte Moniac. Unter anderem soll eine Dialekt-CD aufgenommen werden, die verschiedene Beispiele enthält. Wie das klingen könnte, wurden den Zuhörern schon während der Veranstaltung deutlich. Peter Cloes aus Münchhausen umrahmte diese mit seinen Liedern zur Gitarre, zunächst irischen, später beispielsweise solchen vom (ebenfalls dialektgeprägten) Bob Dylan, die ins heimische Platt übertragen wurden, oder von Otis Redding.

Weitere Beispiele gaben Walter Holzapfel mit einer heiteren Erzählung über Räuber am Christenberg, die beim Versuch, den Küster zu bestehlen, scheiterten, sowie Karl Heinz Naumann und Stephan Pitz mit einem Sketch über Windkrafträder. Auch Balladen, Gedichte und Limericks wurden vorgetragen und machten deutlich, dass der Dialekt dem Nutzer so manche Möglichkeiten, sich auszudrücken oder zu reimen bietet, die es im Standarddeutschen nicht gibt.

von Manfred Schubert

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