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Kulturverein übernimmt das Gebäude

Alte Kirche Bürgeln Kulturverein übernimmt das Gebäude

Der Kulturverein ist Eigentümer der Alten Kirche Bürgeln geworden, nachdem die über zehn Jahre laufenden Bemühungen, Modelle mit kommunaler oder staatlicher Beteiligung zu verwirklichen, gescheitert sind.

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Die Alte Kirche Bürgeln.

Quelle: Tobias Hirsch

Bürgeln. „Zum 15. Juni haben wir die Alte Kirche als Schenkung vom Förderkreis Alte Kirchen übernommen, nur noch die Grundbucheintragung steht aus“, erklärte Dr. Kurt Bunke. Der Förderkreis Alte Kirchen hatte sich 1973 gegründet, um das Kulturdenkmal, dessen älteste Teile aus dem Jahr 1100 stammen, vor dem Abriss zu retten, brachte eine erste Renovierung in Gang und wurde 1984 Eigentümer.

Mittlerweile besteht der Förderkreis vorwiegend aus älteren Menschen. Der Kulturverein Alte Kirche Bürgeln begann vor elf Jahren, regelmäßig Konzerte, Lesungen und Ausstellungen zu organisieren. Weder an Kulturschaffenden noch Besuchern mangelt es, was zeigt, dass Bedarf an einem solchen Kulturzentrum besteht.

Seit zehn Jahren bemühte man sich, die Zukunft der Kulturstätte zu sichern. Zuletzt hatte der Kulturverein 2015 die Gründung einer Genossenschaft mit dem Landkreis und der Gemeinde Cölbe als geldgebenden Gründungsmitgliedern vorgeschlagen, diese Pläne sind jetzt aus finanziellen Gründen gescheitert.

„Die zweitbeste Lösung bleibt: Der Kulturverein Alte Kirche Bürgeln wird Eigentümer“, bekannte Bunke vor den 33 Zuhörern, die zur Infoveranstaltung mit dem Titel „Alte Kirche - neue Wege“ gekommen waren. Er betonte aber, dass der Kulturverein die Übernahme stemmen könne, da die Kasse „ordentlich gefüllt“ sei.

Das Finanzamt habe kein Problem mit der Gemeinnützigkeit, nach der Übergabe stünden keine Lasten im Grundbuch. „Wir brauchen natürlich Drittmittel und wir müssen das Nutzungskonzept erweitern und die Werbung verstärken“, schränkte er ein.

Auch ein Ort für Trauungen Empfänge und Tourismus

Nebenkosten, Kulturprogramm und Gartenpflege könne man zahlen, nur die mit bis zu 300000 Euro anzusetzende Renovierung nicht. Dafür brauche man Drittmittel, die im bevorstehenden Kulturerbe-Jahr 2018 besonders reichlich fließen werden, prognostizierte Bunke. Unter anderem setze er auf das Programm „Kultur aufs Dorf“ für Baumaßnahmen, die der Denkmalschutz nicht bezahle.

Gemeinde und Landkreis wollten die Kirche im Ortsbild erhalten und auch nutzen, beispielsweise als Ort für Trauungen, Empfänge, Tourismus, Marketing und Repräsentation, meinte er. Um ihre Bedürfnisse zu erfüllen, müssten sie ihren Beitrag zur nötigen Ausstattung beispielsweise mit Toiletten und Heizung sowie den Bewirtschaftungskosten leisten, sagte Bunke. Entsprechend müsse die Vereinssatzung geändert werden, um Fördermitgliedschaften mit höherem Beitrag für Körperschaften zu ermöglichen.

„Wenn das alles klappt, kann der Kulturverein die Renovierung tragen und eine nachhaltige Nutzung organisieren. Keiner von uns schafft das allein. Es muss eine Gemeinschaftsleistung werden“, schloss er und dankte allen Personen und Institutionen, die seit 1973 zum Erhalt und den bisherigen Renovierungsschritten der Kirche beitrugen, die über eine halbe Million Mark kosteten.

Ortsvorsteher Jörg Block dankte Bunke und dessen Stellvertreterin Gisela Heller für deren großes bisheriges Engagement. Es geht um die Vision, hier ein Schmuckstück zu kriegen, mit Hilfe der Denkmalpflege wird das vielleicht klappen, sagte er.

Die Grünen-Gemeindevertre­terin Gisela Nagel-Rotarius bezeichnete die Kirche als Juwel, in der Gemeinde gebe es nichts Vergleichbares. Der Chor, in dem sie singe, habe bereits drei Premieren in ihr gesungen, und für ihre Tochter wäre die Alte Kirche genau der wunderbare Ort, den sie für ihre standesamtliche Trauung suche.

Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow dankte Bunke „für dessen Hartnäckigkeit“. Trotz der Misserfolge bleibe der Erfolg, dass die Alte Kirche im Bewusstsein blieb und als Kultur- und Veranstaltungsort beliebt sei. „Wir als Landkreis bieten Unterstützung an, die aus gegebenen Gründen finanziell nur begrenzt sein kann“, kündigte er an. Der eigentliche Kraftakt, neben der Renovierung, werde, die Kirche lebendig zu halten.

Auch diese Veranstaltung war musikalisch mit einem kleinen Bach-Orgelkonzert von Renate Causin-Timme aus Bürgeln eröffnet worden.

von Manfred Schubert

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