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„Kreisgrenze existiert praktisch nicht“

Feuerwehr „Kreisgrenze existiert praktisch nicht“

Der frühere Gemeindebrandinspektor von Münchhausen, Bernd Berghöfer, ist neuer ehrenamtlicher Stellvertreter von Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick in Waldeck-Frankenberg.

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Erfahrungen aus zwei Landkreisen: Der neue stellvertretende Kreisbrandinspektor Bernd Berghöfer ist in den Einsatzabteilungen von Ernsthausen und Münchhausen aktiv.

Quelle: Malte Glotz

Münchhausen. Das Herz von Bernd Berghöfer schlägt für die Feuerwehr. Die Leidenschaft wurde ihm quasi in die Wiege gelegt: „Mein Vater war Wehrführer von Münchhausen“, erinnert er sich an seine Jugend - und daran, wie er darauf hingefiebert habe, mit zwölf Jahren endlich in die Jugendfeuerwehr eintreten zu dürfen.

Seit 1983 ist Berghöfer Feuerwehrmann - und hat als Hauptbrandmeister den höchstmöglichen Dienstgrad für freiwillige Brandschützer erreicht.

Seinem Vater folgte Berghöfer in zwei weiteren Ämtern nach: Als Wehrführer der Münchhäuser Feuerwehr und später als Gemeindebrandinspektor. Da lebte er schon „hinter der Kreisgrenze“, also in Ernsthausen.

„Die Münchhäuser hatten da überhaupt kein Problem mit, dass ihr Gemeindebrandinspektor im Nachbarkreis wohnt“, sagt Berghöfer und lacht: Er bringt seiner alten Gemeinde große Dankbarkeit entgegen. Nur weil er die Wehren der Großgemeinde bei seinem Nachfolger Bernd Fett aus Oberasphe in guten Händen wusste, habe er den Wechsel in die Leitung der Waldeck-Frankenberger Wehren überhaupt ernsthaft erwogen. Und sich nach „guten und konstruktiven Gesprächen“ mit Münchhausens Bürgermeister Peter Funk freudig für die neue Aufgabe entschieden. „Ich sehe das hauptsächlich als Herausforderung an“, sagt der studierte Ingenieur.

„Ich will an den kleinen Stellschrauben drehen“

Und in dieser neuen Herausforderung musste er sich bereits bewähren: Sein erster Einsatz, da war er offiziell noch nicht im Amt, führte ihn als frisch gekürten Kreisbrandmeister zu einem Feuer bei Ante-Holz in Somplar. Als sein neuer Chef, Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick operiert wurde, übernahm zwar noch Berghöfers Vorgänger Horst Benner-Hensel dessen Aufgaben, doch Bernd Berghöfer war bereits im Einsatzdienst tätig.

„Diese Übergangszeit seit dem 1. Januar war extrem wichtig“, blickt er auf die vergangenen Wochen zurück. Vielfach begleitete Berghöfer Horst Benner-Hensel zu Jahreshauptversammlungen oder Lehrgangsabnahmen. Für seinen Vorgänger drückt er größten Respekt aus: „Man kann ihn nur als Vorbild sehen, nach dem man versuchen sollte, bestimmte Aufgaben wahrzunehmen“, sagt er. Benner-Hensel habe sich über seine lange Zeit im Amt „unglaublich viel Anerkennung und Respekt erarbeitet“.

Zusammenarbeit stets vorbildlich

Das Feuerwehrwesen sei von langen Prozessen geprägt, da es auf Erfahrungen beruhe und auf der Anwendung von seit Jahren Bewährtem. „Auch ich will nicht revolutionieren, sondern an kleinen Stellschrauben drehen“, sagt Bernd Berghöfer. Dabei sollen ihm insbesondere die Erfahrungen aus dem Marburger Land helfen: In den beiden Nachbarkreisen würden unterschiedliche Aspekte der Feuerwehrarbeit unterschiedlich angegangen.

„Das heißt nicht, dass das eine besser oder schlechter ist“, stellt der stellvertretende Fachdienstleiter Bauen beim Landkreis Waldeck-Frankenberg klar. Doch wolle er seine Erfahrungen „als Ideen und Anregungen“ einbringen. Dass diese gegenseitige Befruchtung funktioniert, sah er ebenfalls als Gemeindebrandinspektor von Münchhausen: Die Zusammenarbeit mit den Wehren aus Burgwald und Battenberg sei stets vorbildlich gewesen. Dort gelte - wie für seinen Weg als Feuerwehrmann: „Die Landkreisgrenze existiert praktisch nicht“, sagt Berghöfer.

von Malte Glotz

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