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Krafts Hof: Mehr als zu erwarten war

Sterzhausen Krafts Hof: Mehr als zu erwarten war

Seit sieben Jahren gibt es auf „Krafts Hof“ in Sterzhausen ein Pflegeheim, seit fünf Jahren einen Generationen-Treffpunkt. Für die Gemeinde Lahntal Zeit, eine erste Bilanz des Leuchtturmprojektes zu ziehen.

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Aus einem verfallenden Gehöft ist ein Idyll geworden: Krafts Hof erstrahlt seit einigen Jahren in neuem Glanz.

Quelle: Björn-Uwe Klein

Sterzhausen. In einem Pressegespräch zogen Vertreter der Gemeinde Lahntal, des örtlichen Kulturvereins, des St. Elisabeth-Vereins und der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sterzhausen eine erste Bilanz. Und die kann sich sehen lassen. Regelmäßig begegnen sich Menschen im historischen Ambiente von Krafts Hof. Mehr als 1000 im Jahr, wie aus der Pressemitteilung des örtlichen Kulturvereins Krafts Hof, dem Träger der Begegnungsstätte, hervorgeht.

Kultur findet sich nicht nur im Namen des Trägervereins wieder, sondern wird auf Krafts Hof aktiv gelebt. Längst ist die Begegnungsstätte mehr als ein Generationen-Treffpunkt. Angehörige verschiedener Kulturen kommen dort zusammen. Beim Sommerfest 2014 wurden auch türkische Spezialitäten zubereitet - neben frischem Backhaus-Brot und Blechkuchen. Und seit einem Jahr wird auf Krafts Hof islamischer Kulturunterricht angeboten. Dorfcafé, Backstube, Bilderbuchkino, Kinderküche und Schwangerschaftsgymnastik sind nur einige der zahlreichen Angebote, die Krafts Hof zu einem Mittelpunkt des Dorflebens machen.

Alle Plätze belegt

Als „einen Leuchtturm für die Gemeinde Lahntal und darüber hinaus“ bezeichnete Bürgermeister Manfred Apell (SPD) die Entwicklung in der Ortsmitte von Sterzhausen. Er sieht den Ausbau von Krafts Hof als „eines der herausragendsten positiven Ergebnisse“ seiner bislang 22-jährigen Amtszeit an.

„Das Objekt zeigte sich vor dem Ausbau in einem mit dem Wort desolat unzureichend beschriebenen Zustand“, sagte der Rathauschef und erinnerte an die viele Arbeit, die notwendig war, damit ein dem Verfall preisgegebenes Gehöft zu dem wurde, was es heute ist. Ein erster großer Schritt wurde 2008 abgeschlossen. Damals eröffnete der St. Elisabeth-Verein ein Pflegeheim auf Krafts Hof. Die 27 Plätze sind belegt.

„Eine große Familie“

„Wir hatten alle angeschrieben, die im Bereich der Altenhilfe tätig sind“, sagte Apell - und freute sich, dass in Zusammenarbeit mit dem St. Elisabeth Verein ein großes Ziel verwirklicht wurde: die Schaffung der ersten Einrichtung für alte Menschen im Lahntal. Damit verbunden seien kurze Wege und auch Ehrenamt in der Betreuung.

Ortrud Lauer, Seniorenbeauftragte der Gemeinde Lahntal, sprach beim Pressetermin von einem „für mich emotionalen Tag“. Anfangs sei es eine „Handvoll Engagierter“ gewesen, die sich daran machte, Krafts Hof mit Leben zu füllen. Mittlerweile sei daraus eine „große Familie“ geworden. „Menschen müssen im Alter nicht das Lahntal verlassen und behalten ihren Mittelpunkt hier“, nannte Ortrud Lauers einen wichtigen Zweck von Pflegeheim und Generationen-Treffpunkt.

Und Matthias Bohn, kaufmännischer Leiter des St. Elisabeth-Vereins, betonte: „Jung, Alt, interkulturell - da entsteht etwas, von dem wir sagen können: genau das wünschen wir uns.“ Das Zusammenspiel zwischen dem St. Elisabeth-Verein und der Gemeinde Lahntal lobte er als „blühende Kooperation“.

Generationen-Treffpunkt als Scharnier

Ernst Boltner, im St. Elisabeth-Verein zuständig für die Altenhilfe, hob die Bedeutung sozialraumorientierter Arbeit hervor. Das bedeute, dass nicht nur Pflegeplätze geschaffen würden, sondern zudem ein „Bewusstsein für Verantwortung gegenüber Älteren, indem jüngere und ältere Menschen zusammengebracht werden“. Genau an dieser Stelle setzt der Generationen-Treffpunkt an. Dieser sei ein „Scharnier“ zwischen der Pflegeeinrichtung und dem Dorfleben, so der Kulturverein in seiner Pressemitteilung.

Eine „Verzahnung“ zwischen Dorfleben und St. Elisabeth-Verein sei die anfängliche Überlegung gewesen, sagte Michael Meinel, Vorsitzender des Kulturvereins. Er stellte fest: „Vieles, was damals überlegt wurde, hat geklappt.“ Und: „Vieles, woran wir damals gar nicht gedacht haben, findet heute statt.“

Zu den jüngsten Projekten auf Krafts Hof gehört der Umbau einer kleinen Scheune der Hofreite im vergangenen Jahr. Ehrenamtliche Helfer packten an, brachten die Scheune in mehr als 5000 Arbeitsstunden auf Vordermann und bauten einen traditionellen Holzbackofen ein, der regelmäßig von Sterzhäuser Bürgern genutzt wird.

von Björn-Uwe Klein

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