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Kooperation statt Konfrontation

Grundsatz Kooperation statt Konfrontation

In der letzten Sitzung der alten Gemeindevertretung Cölbe standen neben dem Haushalt die Neubesetzung des Amts des Ortsgerichtsschöffen an.

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"Cölbe kann Integration": In der Gemeinde Cölbe gelingt die Zuweisung der Flüchtlinge in Unterkünfte.

Quelle: Thorsten Richter

Bürgeln. Noch nicht entschieden wurde über die Gründung einer Gemeindeentwicklungsgesellschaft, die Wohnungen für Flüchtlinge und Asylsuchende bauen und verwalten soll, da mit dem Landkreis noch Verhandlungen dazu im Gange sind. Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow erläuterte dazu, dass dieser Weg der Integration statt Isolation, die dezentrale Verteilung der Flüchtlinge über den Landkreis mittlerweile auch von der Wissenschaft als genau richtig angesehen werde. Auch in den kleinsten Dörfern, in denen Flüchtlinge sind, werde die Stimmung aufgeschlossener.

Am wichtigsten sei der Grundsatz Kooperation statt Konfrontation, nicht einfach per Bescheid an die Bürgermeister Flüchtlinge zuzuweisen, sondern freiwillige Zielvereinbarungen abzuschließen. So sei es bisher ohne Zwangszuweisungen gelungen, alle unterzubringen. Zum Konzept in Cölbe seien noch Details abzuklären, denn „es soll kein Schnellschuss, sondern ein gut durchdachtes Leuchtturmprojekt werden. Wir rechnen mit 4000 neuen Flüchtlingen dieses Jahr und brauchen etwas 3000 neue Schlafplätze. Cölbe kann Integration, daher ist es die richtige Gemeinde für dieses Projekt“, sagte Zachow.

Hauptamtlicher Betreuer für die Flüchtlinge

Bis zu 200 Personen könnten laut Kreisausschuss in diesem Jahr Cölbe zugewiesen werden. Die Beschlussvorlage wurde einstimmig in die Ausschüsse zurückverwiesen, ebenso der Antrag auf Schaffung einer Stelle für einen hauptamtlichen Betreuer der Flüchtlinge in der Gemeinde, nachdem der Antrag auf Koppelung beider Beschlüsse zehn Ja-, neun Nein-Stimmen und vier Enthaltungen bekommen hatte.

Bei einer Enthaltung stimmten die Gemeindevertreter dem Projekt zu, in Bürgeln 13 Stolpersteine gegen das Vergessen zu verlegen. Diese sollen an die von Nationalsozialisten vertriebenen, deportierten und ermordeten oder in den Freitod getriebenen ehemaligen jüdischen Mitbürger erinnern. Finanziert wird das durch Spenden und Patenschaften. Bürgermeister Carle und Ortsvorsteher Jörg Block würdigten vor der Abstimmung die umfangreiche Arbeit, die der Bürgelner Hans Junker in Recherchen und Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der Geschichte gesteckt hat (die OP berichtete). Werner Bodenbender (Bürgerliste) merkte an, es sei schade, dass so viele Jahre vergehen mussten, bis die Gemeinde so weit war, Stolpersteine zu verlegen, und sagte: „Es ist ein Zeichen dafür, dass wir erwachsen geworden sind.“

Freier Träger für Kinder-, Jugend- und Kulturarbeit

Einstimmig votierte das Parlament für den Vorschlag, die offene Kinder-, Jugend- und Kulturarbeit in Cölbe für die nächsten drei Jahre einem freien Träger zu übertragen, um ein flexibles und zielgruppenspezifisches Angebot zu schaffen, wie der Bürgermeister erklärte. Dafür stehen 60.000 Euro jährlich zur Verfügung.

Der stellvertretende Ortsgerichtsvorsteher und Ortsgerichtsschöffe Hans Werner Klein hatte sein Amt vorzeitig zum 1. Januar niedergelegt, so dass eine Neubesetzung erforderlich wurde. Die Ortsgerichtsmitglieder schlugen Peter Seim aus Cölbe vor, die SPD-Fraktion Jakob Pinschmidt aus Schönstadt. Die Entscheidung trifft nun der Direktor des Amtsgerichts Marburg. Lediglich eine Bewerberin gab es für das seit September vakante Amt der stellvertretenden Schiedsperson für den Schiedsamtsbezirk Cölbe. Doris Woldag aus Cölbe wurde gewählt.

von Manfred Schubert

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