Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Kita-Streit: Umbau versus Neubau

Wetter Kita-Streit: Umbau versus Neubau

Im Jugend-Ausschuss war wieder einmal der geplante Kita-Neubau in Unterrosphe zentrales Thema. Die Oberrospher „AG Dorfstruktur Kindergarten“ stellte ein konkurrierendes Konzept für einen Umbau zum „Landkindergarten“ vor.

Voriger Artikel
Vierjährige stellt den besten Rammler
Nächster Artikel
Schnellere Hilfe für alle Lahntaler

Wenn es um die Kitas geht, ist das Interesse groß. Mehr als 50 Personen nahmen an der Sitzung des Jugend- und Sozialausschusses
in Wetter teil. Im Vordergrund ist das vorgestellte Modell für einen Umbau in Oberrosphe zu sehen.Foto: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Wetter. Wenn es um die Kitas geht, ist das Interesse groß. Mehr als 50 Personen nahmen am Donnerstagabend an der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Sport, Kultur, Soziales und Fremdenverkehr im Konferenzraum der Stadthalle teil. Anhand einer Powerpointpräsentation und eines unter Leitung von Joachim Gembazki gebauten Modells stellten Jacklin Dersch, Sandra Conrad und Gerlind Aryceus von der „AG Dorfstruktur Kindergarten“ des Heimat- und Verschönerungsvereins das Konzept „Landkindergarten Oberrosphe“ vor.

Dersch ging auf die Ideen zur inhaltlichen Arbeit ein, die die Kinder unter anderem mit Gartenbau im eigenen Nutzgarten und Tierhaltung zum vernünftigen Umgang mit eigenen Ressourcen, auch Wasser und Strom, anleiten soll. Ältere Menschen aus dem Dorf sollen dabei oder auch als „Erzähloma oder Vorleseopa“ einbezogen werden. Die Kernaussage des ganzen Konzeptes sei „Unser Dorf bleibt am Leben“, unter anderem durch Erhalt alter Bausubstanz und eines lebendigen Ortsmittelpunktes, der Jung und Alt sowie Kita und Schule integriert.

Andreas Ditze vom Ortsbeirat Mellnau unterstützte die Vorstellung und stellte die insbesondere für Oberrosphe bestehende Gefahr der „Entkernung“ des Ortsmittelpunkts nach Schließung des Kindergartens und eventueller Zusammenlegung der Grundschulen in Mellnau heraus.

Architektin Gerlind Aryceus stellte die bauliche Planung vor, die eine Verbindung von Schule und Schulscheune durch einen Anbau in Form eines Viertelkreises vorsieht, in dem der Kindergarten untergebracht würde. Die Schulscheune könnte eventuell später in einem zweiten Bauabschnitt auch für eine U3-Gruppe umgebaut werden.

Sie stellte die voraussichtlichen Kosten von 486000 Euro für diesen eingruppigen Kindergartenanbau, der mit 364000 Euro über die Dorferneuerung gefördert werden könne, den 1658000 Euro für den dreigruppigen Kita-Neubau in Unterrosphe gegenüber, der mit 400000 Euro gefördert würde.

Weit über eine Stunde wurde über das vorgestellte Konzept diskutiert, wobei die an diesem Tag vertretungsweise den Vorsitz führende Sabine Matzen (Grüne) auch Zuhörern Rederecht zugestand. Sowohl die vom Magistrat zum Neubau vorgelegten Kostenzahlen als auch die des Landkindergartenprojekts wurden bezweifelt. Die, die endlich zu einer, ihrer Meinung nach unter anderem durch die Kindergartenkommission ausführlich genug vorbereiteten Entscheidung kommen wollten, standen denen gegenüber, die noch einmal einhalten und nachdenken wollten.

Dr. Wolfgang Engelhardt (CDU) meinte selbstkritisch, wenn man bis jetzt nicht gründlich genug gearbeitet habe, solle man sich dies eingestehen und sich die Zeit nehmen, diese und andere noch vorgeschlagene mögliche Lösungen vor einer Entscheidung zu bewerten und durchzurechnen. Er stellte einen entsprechenden Antrag.

SPD-Fraktionsvorsitzender Harald Althaus widersprach. Man habe bereits sehr viel Zeit in die Entscheidung investiert. Man diskutiere bereits „gefühlte 20 Jahre“ über den Kita-Neubau und es sei beschämend, mit welchem Zickzackkurs man versuche, die Entscheidung zu verzögern. Für beide Redner gab es jeweils Applaus. Die Abstimmung erbrachte mit vier Ja- und sechs Gegenstimmen keine Empfehlung für Engelhardts Antrag.

von Manfred Schubert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nordkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr