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Kindergarten bildet Köchin aus

Kinderbetreuung Kindergarten bildet Köchin aus

Thomas Bäuerle kocht seit gut einem Jahr im Kindergarten „Löwenzahn“ in Cölbe. Seit September hat er Verstärkung: eine Auszubildende.

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Thomas Bäuerle und die Auszubildende Pamela Lutomia Kempf servieren Milchsemmeln mit Vanillesauce.

Quelle: Heike Horst

Cölbe. Cölbe. In der Küche ist am Morgen allerhand zu tun. Mehr als 90 Essen müssen zubereitet werden, und dabei legt Koch Thomas Bäuerle großen Wert auf Frische und Regionalität. Umso mehr freut er sich über die Unterstützung seiner Auszubildenden Pamela Lutomia Kempf. „Sie hat zunächst zur Probe hier gearbeitet“, erzählt Thomas Bäuerle. „Ich bin seit 40 Jahren im Job und merke nach einer Woche, ob jemand das Zeug dazu hat.“

Pamela Lutomia Kempf (35) wohnt mit ihrem Mann und ihrer neunjährigen Tochter in Goßfelden. Geboren wurde sie im Bungoma-District im Westen Kenias, wo sie zwölf Jahre die Schule besuchte. Danach arbeitete sie vier Jahre als Kellnerin in Nairobi. Als sie Verwandte in Nordhessen besuchte, lernte sie ihren jetzigen Ehemann kennen.

Seit November 2011 hat sie deutsche Staatsbürgerschaft

„Seitdem leben wir zusammen im Raum Marburg, wo ich nach mehreren Sprachkursen neben dem Familienmanagement als Gebäudereinigerin tätig war“, so Pamela Lutomia Kempf. Die deutsche Staatsbürgerschaft hat sie seit November 2011. Noch im gleichen Monat reiste sie mit ihrer Familie nach Kenia aus, wo ihr Mann bis Ende vergangenen Jahres als Entwicklungshelfer arbeitete.

Da sie und ihre Familie ihr Zuhause nun in die hiesige Region verlegt haben, wollte sie einen „vernünftigen Beruf“ lernen. Und der macht ihr noch dazu Spaß.Beim Besuch der OP gibt es „Himmel und Erde“. Dahinter verbirgt sich Kartoffelpüree mit Apfelkompott. Auf Wunsch gibt es eine Bratwurst dazu. Gebackene Milchsemmeln mit Vanillesauce dürfen die Kinder als Nachtisch verspeisen.

Im „Löwenzahn“ werden auch Grundschüler betreut

„Seit Mai wird auch der Kindergarten in Bürgeln mit dem Essen aus Cölbe versorgt“, erzählt Kindergartenleiterin Erika Völker. Ilka Hombach, beschäftigt bei der Gemeinde, fährt das Essen mit dem Auto des Kindergartenfördervereins nach Bürgeln. „Somit werden auch dort die Kinder mit frischem Essen versorgt“, so Erika Völker.

Und nicht nur die: Im „Löwenzahn“ werden auch Grundschüler betreut und versorgt, um Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen.

Großen Wert legt Thomas Bäuerle auf seine Zutaten: Die müssen frisch sein, aus der Region stammen und Saison haben. „Sehr fleischlastig ist mein Speiseplan nicht, obwohl ich auch gelernter Fleischer bin“, sagt er. Der 56-Jährige serviert den Kindern gern Gemüse. Damit sie es annehmen, muss es interessant aussehen.“ „Das funktioniert nicht immer, aber meistens“, sagt er grinsend. So kommt auch immer mal wieder ein Schmuggelburger auf den Tisch, ein Vollkorn-Hamburger ohne Fleisch. „Mir sind Vollkornprodukte wichtig und das erkläre ich den Kindern auch.Die Kinder sollen ihre Kraft und Energie aus den Lebensmitteln schöpfen.“

Mit 52 Kindern in neue Einrichtung gezogen

Einmal die Woche gibt es Fleisch. Und dann „gutes Bio-Fleisch“. Fisch wird zweimal im Monat zubereitet. „Das reicht, denn die Meere sind überfischt“, so der Koch. Für die Krippenkinder wandelt er das Essen ein wenig ab. Weniger Salz und auf keinen Fall Erbsen.

Zwei Kinder mit einer Behinderung benötigen die Nahrung etwas flüssiger, und auch die Allergiker werden berücksichtigt, zum Beispiel wenn sie eine Laktoseintoleranz haben. Thomas Bäuerle und seine Auszubildende sind für alles gerüstet. „Und das funktioniert nur, wenn vor Ort frisch und schonend zubereitet wird.“ Zu Geburtstagen, Fasching und Weihnachten dürfen sich die Kinder auch etwas wünschen.

Heute werden 105 Kinder betreut

Entsprechend der Angebote im Kindergarten Löwenzahn ist auch der Zuspruch. „Mit 52 Kindern sind wir in die neue Einrichtung umgezogen“, erzählt Leiterin Erika Völker. Das war vor zwei Jahren. Heute werden 105 Kinder in der Einrichtung betreut. Es gibt die Krippe, den Kindergarten und die Hortbetreuung. Außerdem verfügt die Einrichtung über einen Sprachtherapieraum, einen Turnraum und ein großzügiges Außengelände, wo sich die Kinder austoben können.

Mit den Bewohnern des benachbarten Altenheims kommen die Kinder ebenfalls in Kontakt. „Das Laternenfest gestalten wir gemeinsam“, sagt Erika Völker. Auch zum Vorlesen, Plätzchenbacken und beim Kasperltheater kommen Jung und Alt zusammen. Der Kontakt soll aber noch weiter wachsen.

von Heike Horst

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