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Kindergarten-Verein übernimmt die Regie

Goßfelden Kindergarten-Verein übernimmt die Regie

Am Montag begann in den meisten Kindergärten der Gemeinden Lahntal und Münchhausen eine neue Zeit. Von außen merkt man davon aber zunächst nicht viel.

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Zur Feier des Tages ins Kletterparadies: Vertreter des Kindergartenträgervereins, Kita-Leiterinnen und Erzieherinnen mit Kindern aus der Goßfeldener Einrichtung.

Quelle: Michael Agricola

Goßfelden. Mit Orangensaft und Laugengebäck feierten der Vorstand des in diesem Jahr gegründeten Kinderbetreuungsvereins „Kinder sind unsere Zukunft“ und die Leiterinnen der beteiligten Kindertagesstätten gestern im Goßfeldener Kindergarten den Beginn der gemeinsamen Zukunft.

Denn die Lahntaler „Betriebszweige“, die Kita-Einrichtungen in Caldern, Sterzhausen, Goßfelden und Sarnau werden seit dieser Woche ebenso vom gemeinsamen Verein „Kinder sind unsere Zukunft“ getragen wie der Münchhäuser Kindergarten (die OP berichtete mehrfach). Dazu beauftragten die Gemeinden den Verein mit der Kinderbetreuung in den gemeindeeigenen Tagesstätten, der Verein übernahm im Gegenzug das Personal der betroffenen Einrichtungen. Die Kindergartenplätze in einer Gemeinde sind durch die Vereinslösung nun auch grundsätzlich offen für Kinder aus der anderen.

Auch die anderen beiden Münchhäuser Kitas, Niederasphe und Oberasphe, sollen zu einem späteren Zeitpunkt dazu kommen, wünschen sich Manfred Apell (Lahntal) und Peter Funk (Münchhausen), Vorstandsvorsitzende des Vereins und zugleich Bürgermeister der beteiligten Kommunen.

Der Vertrag mit dem jetzigen Träger, der Kirche, ist im Fall von Niederasphe bereits gekündigt, wie Funk sagte. In Oberasphe sei ein Wechsel des Trägers erst 2012 möglich.

Doch das ist Zukunftsmusik. Zunächst freuten sich Apell und Funk darüber, dass nach langwierigen Vorbereitungen diese interkommunale Zusammenarbeit in trockenen Tüchern ist. Apell schwärmte förmlich: „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Münchhausen ist mit ,vorbildlich- nur unzureichend beschrieben.“

Dass sich andere Nordkreis-Kommunen wie die Stadt Wetter dem gemeinsamen Vorhaben nicht anschlossen, werten Apell und Funk im Nachhinein sogar als Vorteil. Es war ein langwieriger Prozess, bis alle Fragen geklärt waren, so Funk: „Ich glaube nicht, dass wir das in einem Jahr geschafft hätten, wenn noch mehr Kommunen beteiligt gewesen wären.“

Nun will der Verein mit „Quantität und Qualität“ in der Kinderbetreuung punkten. Vielleicht schlössen sich später andere diesem Konzept an. „Daran denken wir aber im Moment nicht“, sagte Apell.

Die Lösung mit einem Verein als freiem Träger bringt für die Kommune finanzielle Vorteile, ohne dass die Erzieherinnen, Eltern oder Kinder davon einen Nachteil hätten. Apell betonte, dass die Erzieherinnen nach wie vor nach Tarif bezahlt würden. Auch die jüngste Einigung im Tarifkonflikt werde der Verein mittragen, so Apell: „Und wir wollen versuchen, die Kindergartengebühren stabil zu halten.“

Mit der Übernahme der Kindergärten durch den Verein konnten Apell und Funk gleich auch eine positive Nachricht an die Eltern ganz kleiner Kinder senden: Die Kinderkrippe und die altersübergreifende Gruppe in Goßfelden kann im neuen Kindergartenjahr verlängerte Betreuungszeiten bis 17 Uhr anbieten. In beiden Gruppen sind die Hälfte dieser Nachmittagsplätze schon belegt. Zudem wird sich durch die Erweiterung des Goßfeldener Kindergartens, die im April nächsten Jahres abgeschlossen sein soll, ein Plus an Betreuungsqualität ergeben. In Caldern wird dagegen die im vergangenen Jahr gegründete dritte Gruppe zunächst aufgrund zu weniger Anmeldungen wieder geschlossen.

Die Geschäfte des Vereins werden hauptamtlich von Simone Karcher geführt. Sie war bislang schon für die Kindergärten der Gemeinde Lahntal zuständig. Der gewählte Vorstand setzt sich zu gleichen Teilen aus den Gemeinden zusammen. Neben den Bürgermeistern als Vorsitzender (Apell) und Stellvertreter (Funk) gehören ihm aus Lahntal Dr. Herbert Koch und Uwe Posingies an, aus Münchhausen Karin Lölkes und Rainer Ulbrich.

Mitglied im Verein kann jeder werden. Es gehe nicht darum, möglichst viel Geld über Beiträge einzusammeln, sondern darum, den Verein zu stärken, innerhalb und außerhalb der beiden Gemeinden, so das Selbstverständnis.
Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.ksuz.de

von Michael Agricola

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Niederasphe

Eltern, Vertreter der Kirche und andere Mitglieder der Gemeinde kamen in Niederasphe zusammen, um sich über den derzeitigen Stand des Gesamtkonzeptes für die Kinderbetreuung Münchhausen zu informieren.

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