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Kinder erleben Grenzegangpremiere

Wetter Kinder erleben Grenzegangpremiere

Im Zeichen des bevorstehenden Grenzegangs stand das Sommerfest der evangelischen Kindertagesstätte „Arche“ in Wetter, das etwa 80 Kinder mit ihren Erzieherinnen an der Schwedenschanze feierten.

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Lockere Trainingseinheit für die Läufer: Andreas Schmauch und Jens Jesberg hoben jedes Kind über den Grenzstein. Beim Grenzegangfest werden sicher ein paar mehr Kilo pro Person zu bewältigen sein.

Quelle: Heiko Krause

Wetter. Der „echte“ Grenzegang wird im August begangen. Weil dann aber bereits Sommerferien sind, habe die Kita beschlossen, bereits jetzt anlässlich des Sommerfestes einen Kindergrenzegang zu begehen, berichtete Einrichtungsleiterin Andrea Morbitzer. Schließlich hätten die Kleinen das Fest noch nie erlebt.

Vorher sind die Kinder laut Erzieherin Beate Wagner, die das Fest mit Jutta Scherer und Claudia Textor organisiert hatte, bereits gewandert. Die Zwei- bis Dreijährigen seien vom Waldparkplatz aus gelaufen und würden von der langen Bank wieder abgeholt. Die Älteren bewältigten die ganze Strecke in einer guten Stunde und hätten da bereits viel Spaß gehabt. Mit ihnen gehe die Kita regelmäßig in den Wald. Die Jüngeren seien das erste Mal dabei, „und erleben, wie schön es hier ist“.

Kinder lernen Geschichte des Grenzegangs

Und dann kam der große Auftritt der Grenzegänger. Die Läufer Jens Jesberg und Andreas Schmauch kündigten mit lautem Peitschenknall ihr Kommen schon an, bevor sie zu sehen waren, sehr zur Begeisterung der Kinder. Und sie erfuhren von Schmauch, dass nur ein Bändchen vorn an der Peitsche für den lauten Knall verantwortlich ist. „Wenn die Peitsche geschwungen wird, ist sie schneller als der Schall und deshalb knallt es“. „Die Läufer machen beim Grenzegang den Weg frei“, erläuterte Festausschussvorsitzender Karl-Heinz Kajewski. Und der habe eine mehr als 400-jährige Geschichte und sei ursprünglich für das Kontrollieren der Grenzen begangen worden. Damals habe man die Funktionsträger der Stadt, beispielsweise den Schultheiß, auf die Grenzsteine gestellt, um deren Standfestigkeit zu prüfen.

Heute würden in Anlehnung daran in alter Tradition auch Bürger von den Läufern über die Steine gehoben.

Und sehr zur Freude der Kinder waren es bereits jetzt sie, die von Andreas Schmauch und Jens Jesberg über den alten Grenzstein an der Schwedenschanze, der die Gemarkungsgrenze zu Sterzhausen markiert, „gehubscht“ wurden. Anschließend bekamen sie, „wie die wichtigen Leute“, wie Beate Wagner es nannte, einen schwarzen Hut aufgesetzt, nachdem sie bereits mit den von Kajewski verteilten Fähnchen fröhlich gewunken hatten. „Wir wollen den Kindern den Grenzegang erklären und nahe bringen“, betonte der Festausschussvorsitzende. Daher seien die Grenzegänger zuvor bereits in der Grundschule und in der Kita in der Amönauer Straße gewesen.

von Heiko Krause

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