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Keine billigen Arbeitskräfte

Kreisfeuerwehrverbandstag Keine billigen Arbeitskräfte

Mehr als 2.000 Feuerwehrangehörige nahmen am Wochenende in Lahntal am Kreisfeuerwehrverbandstag teil.

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Hinter dem Feuerwehr-Oldtimer aus Rauschenberg marschierten die Feuerwehren aus Steffenberg sowie Stadtallendorf und seinen Ortsteilen. Das Foto entstand kurz nach dem Start des Umzuges zwischen Sarnau und Goßfelden.

Quelle: Manfred Schubert

Sarnau. Um 13 Uhr startete am Sonntag der große Festzug mit etwa 1.900 Teilnehmern, die sich zuvor auf dem Radweg zwischen Sarnau und Goßfelden zum Zug formierten hatten.

Neben Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis, einige mit Oldtimerfahrzeugen, waren Vereine aus den Lahntaler Ortsteilen dabei. Für den Rhythmus beim Marschieren waren fünf Spielmannszüge und Blasorchester verschiedener Feuerwehren zuständig.

Zuerst ging es unter Regenschauern durch das Ubbelohde-Dorf und dann an der Lahn entlang zurück nach Sarnau. Nach der Hälfte des einstündigen Umzuges kam endlich auch die Sonne heraus, in Sarnau säumten dann auch deutlich mehr Zuschauer die Straße.

Der Zug endete mit der Einkehr ins Festzelt, das mit etwa 2.500 Menschen voll besetzt war. Hatten beim Umzug noch einige gefroren, wurde es nun schnell recht warm. Die Tiroler Powerband „Wildbach“ heizte mit rockigen Hits die Stimmung rasch an. Nach wenigen Stücken standen die ersten Gäste auf den Bänken und klatschten begeistert mit.

Begonnen hatte der Tag um 9 Uhr mit der Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes, an dem 190 Delegierte teilnahmen.

Im Mittelpunkt stand dabei die Ansprache des Kreisbrandinspektors Lars Schäfer, der seinem Bericht über das vergangene Jahr einige kritische Anmerkungen zu (Miss-)Verständnissen der ehrenamtlichen Feuerwehrarbeit seitens mancher Politiker und Privatleute hinzufügte.

Er prangerte die Entscheidung des Hessischen Verkehrsministeriums an, die Rufbereitschaften des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen einzustellen. Das bedeute, dass nach 15.30 Uhr auftretende Schäden auf Verkehrsflächen nicht mehr bearbeitet würden. Erwartet werde, dass dies die Freiwilligen Feuerwehren erledigten.

„Es kann nicht im Interesse des Landes liegen, dass die Feuerwehren, das Rückgrat der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr, als vermeintliche billige Arbeitskräfte missbraucht werden. Finger weg von den Feuerwehren als Kundendienst, wenn künftig noch jemand kommen soll, wenn es brennt“, forderte Schäfer unter großem Applaus.

Seit zwei Wintern dürften sich Feuerwehrleute mit der Beseitigung von Schneelasten auf Dächern beschäftigen, weil es „unvorhersehbarerweise im Winter schneie“, fuhr Schäfer fort. Eigentümer von Gebäuden könnten und müssten eigene Vorkehrungen gegen unnötige Dachlasten treffen. Wenn die Freiwilligen Feuerwehren immer mehr als Dienstleistungsfachkräfte missbraucht würden, könnte das ehrenamtliche Engagement erlahmen, warnte er.

von Manfred Schubert

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