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Keine Zukunft für die alte Wache

Feuerwehr Cölbe Keine Zukunft für die alte Wache

Nach dem Bauhof und dem gemeindlichen Kindergarten ist die Feuerwehr dran: Ein Planungsbüro empfiehlt einen Neubau amalten Standort. Ob es so kommt, muss das Parlament entscheiden.

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So sieht das bebaute Grundstück mit Kindergarten und Feuerwehranbau heute aus – von der Kreuzung Hebertstraße/Auf der Hebert aus gesehen.

Quelle: Thorsten Richter

Schönstadt. Während der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Schönstadt stellte das beauftragte Bauplanungsbüro Bautec aus Burbach seine Vorschläge für einen Neubau des Feuerwehrgebäudes vor. Das Büro ist auf den Bau von Feuerhäusern und Rettungswachen spezialisiert, agiert bundesweit und hat unter anderem in Goßfelden das neue Gebäude der Feuerwehren Goßfelden/Sarnau/Göttingen geplant.

Zum einen zeigte sich laut Bautec-Geschäftsführer Bernd Wagener, dass die jetzige Bebauung mit dem Kindergarten und dem Anbau für die Feuerwehr sich nicht eigne, den Feuerwehrstandort angemessen weiterzuentwickeln. Die Fahrzeughalle entspreche nicht mehr den aktuellen DIN-Anforderungen, sodass auf der gleichen Fläche künftig nur noch ein Fahrzeug dort stehen dürfte. Damit die vier Fahrzeuge der Wehr untergebracht werden könnten, bliebe bei einem Anbau an das bestehende Gebäude wenig Restfläche, weswegen sich ein Umbau nicht anbiete.

Der Planer und die in die Planungen eingebundene Feuerwehr setzen stattdessen in der Machbarkeitsstudie auf den Abbruch der jetzigen Gebäude und einen Neubau auf dem Gelände. Die Planung am alten Standort entspreche auch dem Wunsch der Feuerwehr, die gern in der Hebertstraße mitten im Ort bleiben wollte, ergänzte Bürgermeister Volker Carle. Der Standort bietet gleichwohl einige Einschränkungen, die das Planungsbüro in seiner Machbarkeitsstudie dargelegt und in den vorgestellten Alternativen berücksichtigt hat.

Wagener stellte zwei Varianten vor, die jeweils einen zweiteiligen Neubau vorsehen: mit einem Kaltbereich, der Fahrzeughalle mit Werkstatträumen und Lager umfasst, sowie einem Warmbereich mit den Sozial- und Schulungsräumen für die Kameraden. Diese Anordnung sei nicht zuletzt mit Blick auf die Betriebskosten eine effiziente Lösung.

Vier Stellplätze in der Halle

Vorgesehen sind in der Fahrzeughalle vier Stellplätze für die Fahrzeuge und ein Waschplatz, der auch als Stellplatz nutzbar wäre. Das im 90-Grad-Winkel dazu stehende Sozialgebäude verfügt im Erdgeschoss über separate Umkleiden und Naßbereiche für Männer und Frauen, im Obergeschoss wären mit Faltwänden verbundenen Schulungs- und Verwaltungsräume sowie eine Küche eingeplant. Die vorgestellten Varianten unterscheiden sich primär in der Ausrichtung auf dem Gelände.

In der ersten Variante stünde das Sozialgebäude parallel zur Hebertstraße, im anderen Fall würde die Fahrzeughalle parallel zur Hebertstraße eine direkte Ausfahrt ermöglichen. Wagener empfahl den Cölbern die zweite Variante, weil die Anfahrtswege der Kameraden im Alarmfall und auch die Wege der ausrückenden Fahrzeuge dort besser gelöst seien. Außerdem bietet diese Variante eine günstigere Gebäudefläche für den Sozialtrakt, der in der anderen Variante relativ schmal würde.

Gebaut würde in jedem Fall in mehreren Bauabschnitten über insgesamt wohl eindreiviertel Jahre, der Zeitraum für die reine Gebäudeerrichtung taxiert der Planer auf zehn bis elf Monate. Zunächst, so Wagener, würde das Hauptgebäude mit dem Kindergarten abgerissen, dann würde an dieser Stelle die neue Fahrzeughalle entstehen. Wenn dort die Stellplätze zur Verfügung stehen, würde im dritten Abschnitt die alte Fahrzeughalle abgerissen und zum Schluss das Sozialgebäude errichtet. Die Einsatzbereitschaft bleibe während des Baus gewährleistet.

Die Kosten bezifferte Bautec auf netto insgesamt knapp 1,8 Millionen Euro, davon entfallen auf die Errichtung des Gebäudes etwa 790000 Euro, auf die Haustechnik 360000 Euro. Ein weiterer Teil wären die Abbruchkosten der bestehenden Gebäude. Eine öffentliche Förderung in Höhe von 335000 Euro hielt der Bauplaner bei dieser Summe für realistisch.

Ob eine dieser Variante am Ende zum Tragen kommen wird, ist mit dieser Machbarkeitsstudie allerdings noch längst nicht entschieden. Im Parlament fragte Peter Jacobs (Grüne), ob es nicht sinnvoller wäre, nach einem anderen Standort zu suchen und das alte Grundstück zu verkaufen. Es sei darüber noch keine Entscheidung getroffen, betonte Carle. Die Details würden aber in einem noch zu gründen­den Arbeitskreis besprochen.

Die Machbarkeitsstudie wird ab Mitte der Woche auch auf der Homepage der Gemeinde Cölbe (www.coelbe.de) veröffentlicht.

von Michael Agricola

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