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Keine Tränen: Sicherungskonzept ae

Finanzhaushalt Cölbe Keine Tränen: Sicherungskonzept ae

"Cölbe ist auf Kurs" - Unter diesem Motto stellte Volker Carle den Gemeinde-Haushalt für das kommende Jahr. Er erwartet aber auch mehr Hilfe vom Landkreis bei der Finanzierung der Betreuung von Schulkindern.

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Die Rückansicht der Gemeindehalle Cölbe. Linkerhand vom Eingang sollen die Räume für eine neue Nutzung umgebaut werden. Etwa zur Einrichtung eines Jugendclubs. Volker Carle stellte gestern den Haushalt 2017 vor.

Quelle: Archivfoto

Cölbe. „Unser Haushalt ist ausgeglichen und wir haben keine Fehlbeträge mehr aus den Vorjahren. Deshalb brauchen wir das Haushaltssicherungskonzept nicht mehr fortschreiben.“ Zwei Nachrichten, die die Mitglieder des Cölber Parlaments gestern Abend während ihrer Sitzung in Schwarzenborn sicherlich gerne zur Kenntnis nahmen. Bürgermeister Volker Carle nannte auch die Geheimnisse des Erfolges. „Wir zaubern hier nicht, aber wenn wir alle an einem Strang ziehen, wie die Crew auf einem Segelboot, dann kommen wir auch in rauer See auf Kurs.“

Es gehe eben nur koordiniert und miteinander. Dazu stellte­ er dem Haushalt ein konkretes Foto einer Segelmannschaft voran, in der es auf jeden Einzelnen ankomme. „Wenn nur einer seinen Platz verlässt, verlieren wir im besten Fall nur an Fahrt, schlimmstenfalls kentern wir“, machte er deutlich wie wichtig ihm das Zusammenwirken aller ist, die mit dem Haushalt zu tun beziehungsweise darüber zu ­befinden haben.

Die vorgelegten Eckdaten stimmen Carle erst einmal optimistisch, denn er sieht die Hausaufgaben seiner Gemeinde als gemacht an. Zu einer rundum positiven Gesamtsicht fehlt ihm aber noch die konkrete­ ­finanzielle Unterstützung des Landes Hessen beziehungsweise des Landkreises bei der Betreuung der Kinder in ihren ersten zehn, elf Lebensjahren.

Zum einen sieht er bei der ­Finanzierung der Kindergärten keineswegs eine Chancengleichheit in Hessen gegeben.

Forderung: Kreis soll für Schulbetreuung Geld geben

„Wir können hier nicht ein Unternehmen wie LG ansiedeln wie Eschborn. Das würde der regionale Raumordnungsplan gar nicht zulassen. Und so kann ich jungen Familien auch keinen Standortvorteil von 8000 Euro anbieten“, so Carle in Anspielung eines Beitrages, den die Hessenschau über Eschborn ausgestrahlt hatte. „Wenn das Land Hessen die Finanzierung des Personals übernimmt, bin ich gerne bereit, als Kommune die Einrichtung und den laufenden Betrieb zu finanzieren“, merkte er dazu noch an.

Das Personal aller Kitas in Cölbe verursacht knapp 80 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 2,12 Millionen Euro. Für 61 Prozent der Kosten kommt die Gemeinde Cölbe auf. Das sind derzeit 1,303 Millionen Euro jährlich. „Das wird finanziert aus den Gesamteinnahmen der Grundsteuern A und B, aus den Gesamteinnahmen der Umsatzsteuer und noch anteilig aus dem Einkommensteueranteil.“

Finanzielle Unterstützung ­erwartet Carle eigentlich auch vom Landkreis bei der Schulbetreuung. „Wir bezahlen eine Schulumlage und bekommen für die Betreuung gar nichts.“ Er hat auch einen Vorschlag in Richtung Kreis: „Entweder wir bekommen Zuwendungen oder der Kreis übernimmt einfach die Betreuung. Dann aber bitte als Ganztagsschule.“

Bei dem Kampf um Zuzug und jungen Familien zur Sicherung der Infrastruktur setzt Carle weiterhin auf eine Innenentwicklung und Innenverdichtung. „Bevor wir Neubaugebiete ausweisen, die immer auch mehr Straßen, längere Kanäle und damit langfristig auch mehr Kosten verursachen, arbeiten wir daran, Baulücken zu schließen und dass in frei gewordene Häuser in den Dorfkernen wieder Menschen einziehen. So haben wir für weniger Straßen und kürzeren Kanal mehr Teiler, die sich an den Kosten beteiligen. Eine große Investition, die jetzt realisiert wird, ist der Neu- und Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Cölbe. Die Finanzierung steht dabei auf sichern Füßen. „Wir haben ganz klassisch dafür über einen Bausparvertrag angespart und finanzieren so 1,8 Millionen Euro.“ 288000 Euro kommen im Haushalt 2018 als Landeszuweisung hinzu.

Für die Umbauten der Fahrzeughallen der Feuerwehren in Reddehausen und Schönstadt stehen jeweils 15000 Euro zur Verfügung. 40000 Euro sind für die grundlegende Umgestaltung­ des Untergeschosses der Gemeindehalle Cölbe vorgesehen. Dort soll ein Jugendclub eingerichtet werden.

Der Haushaltsausgleich wird über einen Überschuss im Ergebnishaushalt erzielt. Dieser Überschuss beträgt 225500 Euro. Diese Summe könnte­ sich noch mal erhöhen, wenn der Landkreis wie angekündigt bei der Kreisumlage­ ­einen halben Prozentpunkt nachlässt. Die Summe der ordentlichen Beträge sind 11,45 Millionen Euro, die Summe der ordentlichen Aufwendungen sind 11,03 Millionen Euro. Im Finanzhaushalt stehen sich bei der laufenden Verwaltungstätigkeit 11,158 Millionen Euro als Einzahlungen und 10,45 Millionen Euro als Ausgaben gegenüber. Die Einzahlungen aus Investitionstätigkeit belaufen sich auf 202700 Euro, die Auszahlungen aus Investitionstätigkeit auf 2,548 Millionen Euro.

von Götz Schaub

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