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Kein bisschen Endzeit-Stimmung

Stoppok in Marburg Kein bisschen Endzeit-Stimmung

Der bevorstehende Weltuntergang ließ auf sich warten. Und im Marburger KFZ war am Freitagabend von Endzeit-Stimmung schon gar nichts zu spüren. Dort hieß es: „Stoppok ausverkauft!“ Was könnte auch schöner sein, als sterben mit Stefan Stoppok. Da wäre es immerhin lustig.

Marburg. Auch zum vorhergesagten Weltuntergangsdatum packte Stoppok ein paar Gitarren und eine Cajón ins Auto und tourt durch die Lande. Mit seinem Programm „Smash Hits“ zieht er derzeit ohne Band umher und beglückt die Fans mit Perlen seines Schaffens.

Provokant und ehrlich seit über dreißig Jahren, Stefan Stoppok bleibt sich treu. Vom ersten Ton seiner Klampfe hängt das Publikum an seinen Lippen, feiert und singt mit.

Der Poet aus dem Ruhrpott bewegt sein „Herz zum Hirn“, singt den „Spezialisten-Blues“ oder erzählt von „Willie“, dem das Urlaubsland Afrika am ende zu „verschieden“ und „zu weit südlich“ ist. Seine Songs handeln von gesellschaftlichen Randgruppen, der Liebe oder Situationen, die einem das Leben so bringt. Intelligent, immer mit etwas Protest und Ironie gewürzt, bringt er seine Themen ziemlich auf den Punkt.

Wird es ihm im Saal zu unruhig, gibt er dann auch zu: „Ich gehe, gerade in der Vorweihnachtszeit, total gerne auf akustische Konzerte, um mich lautstark mit meinen Freunden zu unterhalten!“

Kaum ist wieder Ruhe eingekehrt, bearbeitet Stoppok kraftvoll seine zwölfsaitige Gitarre mit dem Bottleneck, schiebt den Blues vor sich her oder zupft in Gedanken verloren Liebeslieder. Tosender Beifall folgt jedem seiner Songs, untermauert mit hunderten trommelnder Füße, als er nach zwei Stunden die Bühne verlässt. Als Zugabe gibt‘s noch die absurd-komischen Stücke „Cool durch Zufall“„ und „Learning by burning“.

Dinge wiederholen sich, der nächste Weltuntergang ist schon in Planung und Stefan Stoppok schwimmt weiter gegen den Strom - zeitlos, kritisierend und garantiert nie Mainstream.

von Jan Bosch

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