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Kein Kostenfaktor, sondern Sparhelfer

Ortsbeirat Treisbach Kein Kostenfaktor, sondern Sparhelfer

Um die Mitgliederzahl der Ortsbeiräte, die künftige Verwaltungsform der Friedhöfe in Wetter und die Wiedereröffnung des Jugendclubs mit neuer Besetzung ging es im Treisbacher Ortsbeirat.

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Zum Treisbacher Ortsbeirat gehören Margret Lichtenfels (von links), Ortsvorsteher Wolfgang Achenbach, Helmut Schwarz und Alfred Lichtenfels. Bei der Sitzung fehlte Kai Eisenach.

Quelle: Manfred Schubert

Treisbach. Nach den Rücktritten von Ortsbeiratsmitgliedern in Oberrosphe und Niederwetter, wo der Ortsbeirat jeweils nur noch zwei Mitglieder hat, hat eine Anfrage des Magistrats besondere Aktualität gewonnen. Hintergrund sind Anträge auf Verringerung der Zahl der Sitze in der Stadtverordnetenversammlung und deren Ausschüssen ab der nächsten Wahlperiode. Bevor der Magistrat der Stadt eine Beschlussvorlage zur Anpassung der Mitgliederzahlen in den Ortsbeiräten einbringt, sollen diese unter Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung und der Erfahrungen vor Ort Stellung nehmen.

Die Frage, ob sie die Mitgliederzahl nach der jetzigen Wahlperiode noch für sachgerecht halten, beantworteten die vier anwesenden Ortsbeiratsmitglieder in der Sitzung für Treisbach eindeutig mit ja. Sie tendierten sogar dazu, zu sagen, die jetzige Zahl von fünf sei die Untergrenze, man könne auch auf sechs oder sieben erweitern, und untermauerten dies mit mehreren Argumenten.

Der Ortsbeirat sei wichtig für den Informationsfluss, wobei jedes Mitglied als Multiplikator im Dorf fungiere. Außer für die Weitergabe von Informationen und Terminen seien sie auch für die Organisation von gemeinsamen Arbeiten zuständig.

Viel Arbeit für Ortsbeirat

Zudem falle derzeit in Treisbach besonders viel Arbeit durch die Dorferneuerung an, die der Ortsbeirat umso besser bewältigen könne, auf je mehr Schultern er sie verteilen könne. Dabei sei der Ortsbeirat kein belastender Kostenfaktor mit den wenigen Euro Aufwandsentschädigung pro Sitzung. Im Gegenteil würde er der Stadt „richtig Geld sparen“ durch Arbeitseinsätze, beispielsweise auf dem Friedhof, die organisiert würden und an denen die Mitglieder selbst mitwirken.

Zur Verwaltung der Friedhöfe in der Stadt Wetter erläuterte Ortsvorsteher Wolfgang Achenbach, dass derzeit an einer Neuregelung gearbeitet würde. Diese sei nötig, weil die Friedhöfe im Besitz der Stadt seien, die Gebührensatzungen, außer für Amönau, aber durch das Landeskirchenamt genehmigt werden müssten.

Problematisch, weil in der jetzigen Form anscheinend nicht völlig rechtssicher, sei die einheitliche Gebührensatzung, weil jeder Friedhof andere Kosten verursache. Diskutiert würden drei Lösungsansätze, von denen derzeit die Gründung eines Kirchenzweckverbandes favorisiert würde. Möglich sei auch, dass die Kirchengemeinden jeweils eigenständig die Verwaltung ihre Friedhöfe übernähmen, die dritte Variante wäre, dass der kirchliche Träger die Verwaltung in die kommunale Hand gibt.

Der Ortsbeirat habe dabei nichts zu entscheiden, stellte Achenbach klar, sei aber durch ihn, Helmut Schwarz und Margret Lichtenfels im Friedhofsausschuss vertreten und somit an den Beratungen beteiligt. Entscheiden müssten aber die Kirchenvorstände. Kirchenzweckverband höre sich gut an, meinte Achenbach, allerdings habe man bei der letzten Wahl schon fast keinen Kirchenvorstand mehr zusammenbekommen. Daher sei wohl auch eine eigenständige Verwaltung nicht zu schaffen. Er schlug vor, den Zweckverband zu gründen und nach zwei Jahren zu schauen, ob es funktioniere. Das Gute an einer kommunalen Verwaltung wäre, dass man einen einzigen Ansprechpartner hätte, wenn man beispielsweise den Friedhof neu pflastern wolle, fand der Ortsvorsteher. Zunächst werden die einzelnen Friedhofsausschüsse tagen, am 29. Januar alle gemeinsam.

Jugendclub-Räume wieder in akzeptablem Zustand

Im Dezember hatte der Ortsvorsteher, nach vorherigen Schließungen des Jugendclubs, den Schlüssel endgültig eingezogen. Bestimmungen wie das Rauchverbot seien nicht beachtet worden, er wurde nicht sauber gehalten und es wurden unter anderem Türen beschädigt. Inzwischen sei der Raum wieder in einen akzeptablen Zustand versetzt worden, zumindest zwei der vier Nutzer hätten sich dabei „sehr ins Zeug gelegt“, berichtete Achenbach. Ein Gespräch über die künftige Regelung zeigte zwar, dass die bisherigen, jetzt 16 bis 18 Jahre alten Nutzer kein Interesse mehr hätten. Dafür wolle eine jüngere Gruppe, sechs Jungen und zwei Mädchen im Alter von 13 bis 15 Jahren, den Jugendclub gemeinsam nutzen.

Margret Lichtenfels fand, es sei eine homogenere Gruppe als bisher, die meisten davon seien, im Gegensatz zur bisherigen, im Ort aufgewachsen, es gebe familiäre Verbindungen zur Burschenschaft. Der Treisbacher Jugendclub sei über Jahrzehnte ein „Vorzeigeclub“ gewesen, man hoffe, dass er sich jetzt wieder positiv entwickle. Er soll künftig am Mittwoch, Freitag und Samstag nachmittags beziehungsweise abends geöffnet sein.

von Manfred Schubert

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