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Junge Eindrücke zum Wohnen im Alter

Projekt in Cölbe Junge Eindrücke zum Wohnen im Alter

In ihren Projektwochen haben sich Schüler der Hephata-Ergotherapieschule Fokus in Cölbe intensiv mit dem Thema „Wohnen im Alter“ auseinandergesetzt“.

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Gemeinsam Wohnen und Leben – wie auf unserem Themenfoto: In Cölbe läuft derzeit das Projekt „50 plus“ an. Ideen fürs Wohnen im Alter trugen Ergotherapie-Schüler bei.

Quelle: Gerhard Seybert

Cölbe. Beim Seniorennetzwerk der Gemeinde in der Gemeindehalle stellten die Schüler nun die Ergebnisse ihrer Überlegungen über altersgerechte Wohnraumgestaltung vor etwa 15 Zuhörern vor. „Das Thema ist brandaktuell“, hob Sabine von Aschwege-Viessmann vom Seniorennetzwerk hervor, denn gerade erst habe eine Studie ergeben, dass im Landkreis Marburg-Biedenkopf in den kommenden Jahren ein Bedarf an zusätzlichen 8000 altenfreundlichen Wohnungen entstehen werde. Umso schöner sei es, dass sich die jungen Leute der Thematik angenommen hätten und dabei auch das Cölber Wohnprojekt „50 plus“, das auf dem ehemaligen Bauhofgelände entstehen könnte, in den Blick genommen haben.

Bürgermeister Volker Carle lobte die Schule für ihre Umfangreichen Aktivitäten in Cölbe. Die Gemeinde habe sich in der Seniorenarbeit bereits unter anderem mit Computerkursen und einer Umfrage beteiligt.

Dozent Herbert Helmbrecht verwies darauf, dass Ergotherapie über das hinaus gehe, was sich die Menschen unter Behandlungen durch Therapeuten vorstellten. Ziel seiner Berufsgruppe sei es immer, den Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben - am besten zu Hause - zu ermöglichen, auch wenn sie aufgrund ihres Alters eingeschränkt seien. Und gerade deswegen sei die Arbeit mit dem Thema Wohnen für die Schüler ein guter Test, sich mit der Praxis auseinanderzusetzen.

Den Vortrag hielten Lea Lössdörfer, Artur Seewald und Gabriele Waller, die bewiesen, dass es vielfältige Lösungen für alle Teile einer Wohnung gibt. Wichtig, so die Schüler, sei immer ausreichend Platz, damit auch ein Rollstuhl oder Rollator bequem gewendet werden könnten, ebenso wichtig sei natürlich die Barrierefreiheit.

Lossdörfer verwies drauf, dass es sinnvoll sei, wenn Böden rutschfest seien. Wichtig sei auch eine gute Beleuchtung - und Bewegungsmelder seien eine gute Lösung. Steckdosen und Fenster sollten gut zugänglich sein. Bei Türen sei es wichtig, dass diese breit genug seien, auch dürften sie nicht zu schwer sein. Altersgerechte Lösungen seien elektrisch zu bedienende Rollläden, so ein Beispiel für mögliche Erleichterungen.

Treppen durften keine Überstände, über die gestolpert werden könnte, haben.

Sinnvoll sei ein beidseitiges Geländer und Handläufe sollten eventuell beleuchtet werden, so Lössdörfer.

In der Küche seien mit einem Rollstuhl unterfahrbare Arbeitsflächen eine gute Sache. Höhenverstellbarkeit sei, wie in allen anderen Räumen, optimal.

Seewald hob hervor, dass Sitzmöbel etwas höher sein könnten, damit das Aufstehen leichter falle. Dafür gebe es im Übrigen auch eine Vielzahl von Hilfsmitteln. Wie auch für das Badezimmer, das unter anderem mit vielen Haltegriffen und in jedem Fall einer ebenerdigen Dusche versehen sein sollte.

Waller machte deutlich, dass auch die Infrastruktur in der Umgebung für Senioren eine große Bedeutung bei der Wohnungswahl haben sollte - so müssten ein Lebensmittelgeschäft, der Arzt oder die Bushaltestelle bequem erreichbar sein. Dies alles sei beim Standort altes Bauhofgelände gegeben.

Das Projekt „50 plus“ sei ein Glücksfall für die Gemeinde, lobte Bürgermeister Carle. Für dieses hatten die Schüler einen möglichen Grundriss skizziert, der ebenerdig den angedachten Gemeinschaftsraum beinhaltet. „Das ist das Herzstück der Wohngemeinschaft“, sagte Waller.

Die komplette Präsentation sowie eine Liste von Hilfsmitteln, die die Schüler zusammengestellt haben, werden auf den Internetseiten der Gemeinde Cölbe und der Ergotherapieschule eingestellt und sind unter www.fokus-ergotherapie.de und www.coelbe.de abrufbar.

von Heiko Krause

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