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Jugendliche ziehen mit Rockkonzert ein

Interkultureller Treff Jugendliche ziehen mit Rockkonzert ein

Andernorts werden Jugendclubs geschlossen, in Sterzhausen wird er wiederbelebt: Auf Initiative der islamischen Gemeinde renovierten Einheimische, Zugezogene und Flüchtlinge den Jugendraum im Haus am Wollenberg.

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Die Band „Soundcraft“, bestehend aus Cem Okan Benli (von links), Fabian Grüner, Nail Benli und Noyan Benli, spielte unter anderem Songs von „Fury in the Slaughterhouse“, „Nickelback“ oder „Oasis“.

Sterzhausen. Knapp 5000 Euro und eine Menge ehrenamtlich geleisteter Arbeit hat es gekostet, den heruntergekommenen Jugendraum im Untergeschoss im Haus am Wollenberg zu sanieren. Damit ist die Grundlage für einen interkulturellen Jugendtreff geschaffen. „Die Kinder und Jugendlichen, die den Raum nutzen, können jetzt ihre Ideen einbringen und ihn nach ihren Vorstellungen gestalten“, erklärte Dirk Geißler, Vorsitzender der Gemeindevertretung Lahntals sowie Ortsvorsteher von Sterzhausen bei der Eröffnungsfeier.

Er schloss sich den Worten von Bürgermeister Manfred Apell an, der zuvor für das ehrenamtliche Engagement bei der Herrichtung des Raumes gedankt und betont hatte, dass die Gemeinde ihr knappes Geld nicht leichtfertig ausgebe. „Für Kinder und Jugendliche ist es jedoch sinnvoll eingesetzt“, unterstrich Geißler die Worte des Bürgermeisters und berichtete, dass er einst zu den ersten Nutzern des Jugendclubs gehört habe, als dieser in den 1980er-Jahren öffnete. „Ihr habt zwar Konsolen zu Hause und Handys, aber es gibt auch die Möglichkeit sich zu treffen und miteinander zu spielen“, ermunterte er die Jugendlichen zur Nutzung des neuen Angebotes.

Der Anstoß für den Jugendtreff sei aus der Islamischen Gemeinde gekommen, die sich einen alkoholfreien Raum wünschte, in dem sich die Jugendlichen aufhalten und treffen können. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit Pfarrer Ralf Ruckert hatte man versucht, islamische Jugendliche sowie Konfirmanden für das Vorhaben zu interessieren.

2000 Euro von Bund und Land für die Einrichtung

An der Renovierung ab Mitte Oktober bis zum Eröffnungstag beteiligten sich zehn Jugendliche, Einheimische, Zugezogene und sechs Flüchtlinge. Sie halfen spachteln, streichen, die neue Decke anzubringen und dem Elektriker bei der Erneuerung der Elektroinstallationen.

Thorsten Kubach erläuterte die Hintergründe. Der Coach der „Juko Marburg“ unterstützt die Gemeinde Lahntal bei der Umsetzung des Projekts „Wir sind dabei“ des hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, mit dem das eigene Lebensumfeld durch Engagement und Stärkung der Zivilgesellschaft verbessert werden soll. „Dabei“ steht für Direkte Wege, Aktives Miteinander, belebte Orte und Integration.

Mit Sachleistungen und Geld vom Bundesprogramm „Demokratie leben“ und dem Landesprogramm „Misch Mit“ kamen 2000 Euro für Einrichtungsgegenstände und die Sanierung des Billardtisches zusammen. Es sei noch genug übrig geblieben, damit sich die jungen Menschen ihren Treff kreativ und gestalterisch erobern können, hob Kubach hervor.

Beim Eröffnungsfest konnten sie auf einem Aushang bereits Wünsche äußern, was künftig in dem Treff gemacht werden soll: Graffiti-Workshop, Youtube-Kanal, Filmabende, Billard-Workshop/-Turnier, Fußballturnier und Disco gehörten zu den Eintragungen. „Wir suchen außerdem eine Bauchtänzerin“, ergänzte Kubach mit Blick auf die Angebote für Mädchen und junge Frauen. Bei der Eröffnungsfeier nutzten Jugendliche und Besucher den neu hergerichteten Billardtisch bereits rege und spielten eine Partie nach der anderen. Außerdem gab es ein kleines Büfett und eine alkoholfreie Cocktailbar, während die Band „Soundcraft“ das erste „Sterzhäuser Rock-gegen-Rechts-Konzert“ spielte.

  • Regelmäßige Öffnungszeiten des interkulturellen Jugendraums und das Programm sollen noch festgelegt werden.
 
Helfer, Jugendliche und weitere Eröffnungsgäste weihten den sanierten Billardtisch bei der Eröffnungsfeier des neuen Jugendraums ein. Foto: Manfred Schubert

von Manfred Schubert

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