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Jugendförderung steht vor einer Neuausrichtung

Ausschuss Münchhausen Jugendförderung steht vor einer Neuausrichtung

Das Jahresangebot der ­Jugendförderung Nordkreis mit seinen ganzen „Specials“ kann sich eigentlich sehen lassen. Doch beim Standardprogramm hapert es derzeit in Münchhausen.

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Die Ferienspiele im Sommer sind im Nordkreis immer gut besucht. Bei den Spezialangeboten könnte die Beteiligung besser sein, die Jugendclubs in Münchhausen liegen fast alle brach.

Quelle: Manfred Schubert

Münchhausen. Ist es vornehme Zurückhaltung der Jugendlichen der Großgemeinde Münchhausen oder Desinteresse? Warum laufen dort derzeit die Jugendclubs nicht? In Niederasphe und Münchhausen wurden die Jugendlichen extra angeschrieben, die Resonanz fiel ernüchternd aus. Allein in Simtshausen treffen sich in dem selbstständig geführten Jugendclub vier bis fünf Jungen.

Generell gehört es derzeit zum normalen Erscheinungsbild, dass bei den mannigfaltigen Aktionen der interkommunal arbeitenden Jugendförderung Nordkreis, die Teilnehmerzahl aus Münchhausen deutlich am niedrigsten ausfällt. Die meisten Jugendlichen kommen stets aus Wetter und Lahntal.

Die Mitglieder des Sozial- und Jugendausschusses Münchhausen erhofften sich am vergangenen Donnerstagabend während ihrer Sitzung im Rathaus Münchhausen ein wenig Aufschluss über die Thematik und hatten dazu Janine Uhlenbrock und Veronika Wabnegg von der Jugendförderung Nordkreis eingeladen. Doch die beiden hatten sich zunächst auf eine Rückschau auf das Jahr 2014 vorbereitet.

Zur Zukunft konnten sie auch etwas sagen, doch müssten noch personelle Dinge, beziehungsweise eine mögliche Stundenverteilung, geklärt werden. Zum Hintergrund: Mitarbeiter Sebastian Nolte beginnt sein Anerkennungsjahr zum Erzieher und steht somit 2015 für die Jugendförderung nicht zur Verfügung. Offen sei auch, ob er danach ins Team zurückkehrt oder eben als Erzieher tätig werden möchte.

Die verbliebenen Kräfte signalisierten, die Arbeitsstunden von Nolte untereinander durch Aufstockung des eigenen Stundenkontingents aufzufangen, doch sei dies noch nicht offiziell, zumal die Bürgermeister der Nordkreiskommunen dieses Thema behandelt hätten und man noch keine Mitteilung über die Ergebnisse habe. Dies konnte dann Bürgermeister Peter Funk nachliefern. Die Bürgermeister vertreten derzeit eher die Ansicht, die Stunden von Sebastian Nolte im kommenden Jahr einzusparen.

Also überlegten sich die Ausschussmitglieder erst einmal Grundsätzliches zur derzeitigen Situation in Münchhausen. „Die Frage ist, was kann man anbieten, um unsere Jugendlichen zu erreichen“, fragte Kalus Weisenfeld von der SPD. Ihm ist es wichtig, dass das Thema Jugendclubs nicht einfach für beendet erklärt wird. Weisenfeld: „Mag sein, dass jetzt Flaute herrscht, das kann aber in einem halben Jahr schon wieder anders aussehen, wenn sich ein paar Jugendliche zusammenfinden, die gerne einen Jugendclub hätten. Da müssen wir auch vorbereitet sein.“ So sah das auch Rainer Ulbrich von der Unabhängigen Grünen Liste, der zugleich Ausschussvorsitzender ist: „Die bisherigen Räume sollten weiterhin zur Verfügung gestellt werden.“

Uhlenbrock und Wabnegg brachten einen interessanten Aspekt ein. Ausgehend von der erfolgreichen Schulsozialarbeit an der Gesamtschule Wollenbergschule Wetter habe man auch den Kontakt zur Grundschule Münchhausen gesucht. Nicht zuletzt, um sich auch bei den Kindern bekannter zu machen, was später vielleicht auch zu einer leichteren Kontaktaufnahme führen könnte, wenn es mit dem Wunsch nach einem Jugendclub mal akut wird.

Ein bisschen liegt die Verantwortung allerdings auch bei den Jugendlichen, welche Angebote sie gerne unterbreitet bekommen möchten. „Wir haben im Frühjahr eine schriftliche Umfrage gestartet, doch nur zehn Bögen zurückerhalten“, sagt Janine Uhlenbrock. Unter diesen war keiner aus Münchhausen. „Aber zehn Bögen sind auch nicht ausreichend, um irgendwelche Rückschlüsse zu ziehen“, so Uhlenbrock.

von Götz Schaub

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