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Jugend und Senioren stehen im Fokus

Neue Wege im Parlament Jugend und Senioren stehen im Fokus

Die Gemeindevertretung will sich in Zukunft mit der Gestaltung von Jugend- und Seniorenarbeit in Münchhausen befassen. Außerdem soll das Angebot an Gewerbeflächen neu gestaltet werden.

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Viele Ehrungen gab es im Gemeindeparlament für Feuerwehr und ehrenamtliche Kommunalpolitiker.

Quelle: Koelschtzky

Niederasphe. Der größte Teil des Abends gehörte zunächst zahlreichen Ehrungen für den aktiven Dienst in der Feuerwehr und ehrenamtlichen Kommunalpolitikern. „Wenn man sich vorstellt, wie viel Arbeit es allein ist, jedes Jahr den Haushaltsentwurf durchzuarbeiten, alle Zahlen zu bewerten und den Haushalt schließlich zu beschließen, kann man sich vielleicht vorstellen, wie viele ungezählte Stunden ehrenamtlicher Arbeit in all den Jahren geleistet wurde“, sagte Bürgermeister Peter Funk (parteilos) zusammen mit dem Parlamentsvorsitzenden Roland Wehner (SPD) bei der Verleihung der Anerkennungsprämien des Landes Hessen und der Ehrennadeln der Gemeinde.

Außerdem ernannte die Gemeindevertretung Gerhard Hallenberger (Foto: Koelschtzky) einstimmig zum „Ehrenortsvorsteher“. Zuvor hatten die Ausschüsse ihre Anerkennung für seine andauernden Leistungen seit 1985 im Ortsbeirat Oberasphe gewürdigt, wo Hallenberger 23 Jahre lang Ortsvorsteher war. Bürgermeister Funk zählt weiter die Aktivität im Jagdgenossenschaftsvorstand und in der Verbandsversammlung der Sparkasse auf und hob besonders die Arbeit Hallenbergers in der Energiegenossenschaft der Gemeinde hervor, in deren Aufsichtsrat er weiter aktiv ist. „Gerhard Hallenberger ist ein Vorbild“, sagte Roland Wehner. „Bei ihm kann man sich abschauen, wie es geht, etwas zu bewegen.“

Die Gemeindevertreter zeigten sich enttäuscht von den tatsächlichen Angeboten der Jugendpflege Nordkreis in der Gemeinde Münchhausen. So habe die Zentralisierung der Ferienspiele für den gesamten Nordkreis in Wetter dazu geführt, dass immer weniger Kinder aus Münchhausen dort teilnehmen könnten, sagte Bürgermeister Peter Funk. „Als wir unsere Ferienspiele noch selbst und ehrenamtlich organisiert haben, hatten wir bis zu 80 Kinder dabei, bei den vergangenen Ferienspielen waren es gerade mal 14 in den Sommerferien“, sagte er. In Oster- und Herbstferien seien es nur zwei bis vier Kinder aus der Gemeinde gewesen.

Vertrag mit der Jugendpflege neu verhandeln

Auch die Betreuung der Jugendclubs klappe nicht mehr, der einzige noch geöffnete Jugendclub in Münchhausen werde von einer nebenamtlichen Betreuerin offen gehalten, die die Gemeinde direkt bezahle. An die Jugendförderung Nordkreis habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren zwischen 21.000 und 28.000 Euro Personalkosten im Jahr gezahlt. „Das können wir selbst doch billiger machen, zumal wir so viele Vereine vor Ort haben, die gute Arbeit leisten“, meinte Johannes Wagner (CDU).

Dagegen betonte Klaus Weisenfeld (SPD), der früher die ehrenamtlichen Ferienspiele in der Gemeinde geleitet hat, es sei auch eigene Schuld, wenn von der Jugendförderung nicht die gewünschten Leistungen geliefert würden. „Wir haben wenig getan, um unsere Vorstellungen zu entwickeln und auch an die Jugendpflege zu vermitteln“, sagte er. Wenn von Münchhausen nichts komme, sei nahezu unvermeidlich, dass die Jugendpflege sich auf eigene Vorstellungen konzentriere.

„So kann es jedenfalls nicht weitergehen“, fand auch Rainer Ulbrich (UGL). „Wir müssen den finanziellen Einsatz beibehalten, aber dafür sorgen, dass Münchhausen auch eine entsprechende Leistung bekommt.“ Einstimmig wurde beschlossen, den bestehenden Vertrag mit der Jugendförderung Nordkreis zu kündigen und neu zu verhandeln.

Gründung einer „Bürgerhilfe Münchhausen“

Auf Antrag der UGL wurde der Gemeindevorstand einstimmig beauftragt, umgehend die Initiative zur Gründung einer „Bürgerhilfe Münchhausen“ zu ergreifen. Es gehe um eine Mischung von ehrenamtlicher und professioneller Unterstützung der wachsenden Zahl von Senioren in der Gemeinde, sagte Michael Haubrock-Terörde. Bürgermeister Peter Funk berichtete auf Anfrage, dass es für die Stelle des ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten der Gemeinde bisher keine Bewerbungen gebe.

Einstimmig wurde auf Antrag der CDU auch beschlossen, sich beim laufenden Flurbereinigungsverfahren dafür einzusetzen, gemeindeeigene Flächen an den Abfahrten der geplanten Umgehungsstraße zusammenzulegen. Diese sollten als Gewerbeflächen angeboten werden. Klaus Weisenfeld forderte die Gemeindevertretung auf, sich gegen die Entscheidung des Landkreises einzusetzen, die in Wollmar untergebrachten Flüchtlinge nach Neustadt zu verlegen. „Noch vor wenigen Monaten wurden wir für die hervorragende Integrationsarbeit gelobt. Die Menschen dort sind wirklich in Wollmar angekommen, sie wollen bleiben. Fünf junge Männer spielen in der Fußballmannschaft mit. Jetzt wird unsere ganze Arbeit zunichte gemacht und die Geflüchteten müssen woanders wieder von vorne anfangen.“ Für den Kreis gehe es darum, die Kosten für die Unterbringung zu sparen, da er in Neustadt eigene Unterbringungsmöglichkeiten habe, so Weisenfeld.

 
Ehrungen

Anerkennungsprämien des Landes Hessen für aktiven Dienst in der Feuerwehr:
Für 40 Jahre: Gerhard Seipp;  für 30 Jahre: Uwe Freiling und Guido Funk; für 20 Jahre: Karina Gottschalk, Mario Moog und Thomas Schäfer; für 10 Jahre: Stefan Dersch, Sebastian Funk, Timm Hallenberger, Stefan Hodes und Jürgen Schäfer. 

Ehrennadeln der Gemeinde:
Goldene Ehrennadel : Willi Parr für 27 Jahre in Gemeindevertretung, Gemeindevorstand und als ehrenamtlicher Vertreter des Bürgermeisters.
Silberne Ehrennadel: Für 23 Jahre Gerhard Dennes, Wolfgang Fett, Michael Haubrock-Terörde, Karin Lölkes, Johannes Georg Schott und Rainer Ulbrich für 23 Jahre ehrenamtliche Arbeit im Dienst der Bürger.
Bronzene Ehrennadel: Achim Müller für 19 Jahre sowie Melanie Bauer, Giowanni Caroli, Dr. Harald Dörnbach, Guido Funk, Stefan Groß, Robert Höcker, Anette Koch-Ludwig und Peter Seipp für je 15 Jahre im Ehrenamt.

von Martina Koelschtzky

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