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Jetzt bleibt das Wasser wieder im Tank

Neues Löschfahrzeug Jetzt bleibt das Wasser wieder im Tank

Das 26 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug wurde durch ein Neues ersetzt. Es gehört zum Löschzug, den die Feuerwehr Lahntal für den Katastrophenschutz im Landkreis bereitstellt, und ist in Goßfelden stationiert.

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Die Besucher inspizierten das neue Löschgruppenfahrzeug ausgiebig.

Quelle: Manfred Schubert

Goßfelden. Bereits im Juli 2014 beschloss die Gemeindevertretung ein LF 10 (Löschgruppenfahrzeug) für den Katastrophenschutz beim Land Hessen zu beantragen. Zum einen stellt die Feuerwehr Lahntal ohnehin einen Löschzug für den Katastrophenschutz im Landkreis bereit, zum anderen wären sonst auf die Gemeinde allein die Kosten von etwa 240000 Euro zugekommen. Auch so übernahm die Gemeinde fast die Hälfte der Kosten, wie Bürgermeister Manfred Apell betonte: 85000 Euro fürs Fahrzeug und 32000 Euro für die Ausstattung.

Gemeindebrandinspektor Thomas Rößer berichtete den rund 70 Gästen bei der offiziellen Fahrzeugübergabe im Feuerwehrhaus, dass das alte Löschfahrzeug, Baujahr 1991, schon in den vergangenen Jahren Probleme mit dem Wassertank hatte. Ein 2010 ins Auge gefasster Austausch des Tanks hätte mehr als 40000 Euro gekostet, so dass er lieber behelfsmäßig repariert wurde. Statt 600 fasste er nur noch etwa 500 Liter und ständig bildete sich eine Wasserpfütze unter dem Fahrzeug.

Das neue LF 10 hat einen 1200-Liter-Wassertank und Allradantrieb. „Damit ist Lahntal nun hervorragend ausgerüstet und verfügt in jedem Schutzbereich über mindestens ein, für Einsätze in Gewässer- und Waldbereichen erforderliches, Allradfahrzeug“, erklärte Rößer.

In der Tat hat das im April 2016 vom Land Hessen angebotene und nach Beschluss der Gemeindevertretung im Mai 2016 bestellte Fahrzeug, das sieben Feuerwehrkameraden am 9.März bei der Firma Ziegler in Giengen abgeholt haben, sich bereits bei einem solchen Einsatz bewährt. Am vorletzten Dienstag hatte der Waldboden oberhalb Sarnaus gebrannt.

Goßfeldens Gerätewart Marcel Schlennstedt hob einige der Verbesserungen hervor, die das neue Fahrzeug und dessen Ausrüstung für die Einsatzkräfte sowie die von ihnen ehrenamtlich geschützten Bürger bringt. Das 12,5-Tonner-Fahrgestell ist mit 250 PS motorisiert und bietet mit Antiblockiersystem und elektronischer Stabilitätskontrolle der neunköpfigen Besatzung deutlich mehr Sicherheit bei den Einsätzen.

Mehr Sicherheit für Bürger und Einsatzkräfte

Die neue Pumpe leistet mit 2000 Litern pro Minute deutlich mehr als die alte mit 800 Litern, es gibt mehr Schläuche und Hohlstrahlrohre, die es mit verstellbarem Sprühbild im Innenangriff ermöglichen, Löschwasserschäden geringer zu halten. Ein Nasssauger ermöglicht es, nun Wasser bis zu einem Stand von fünf Zentimetern abzusaugen. Ein Lichtmast bietet bessere Ausleuchtung als die zwei Scheinwerfer am alten LF und als Besonderheit sind zwei Leitern statt einer an Bord.

Bürgermeister Apell betonte, für ihn sei eine Fahrzeugübergabe immer ein Festtag für die Gemeinde: „Wir können froh sein, dass wir eine freiwillige Feuerwehr mit mehr als 100 Aktiven in Lahntal haben. Das spart uns eine Menge Geld, das verkennen viele Bürger immer. Die Gemeinde würde pleite gehen, wenn wir keine ehrenamtlichen Feuerwehrkameraden hätten. Deswegen ist es wichtig, immer in ihre Ausrüstung zu investieren.“

Das nächstälteste Fahrzeug stehe jetzt in Sterzhausen und sei 1996 in seiner Amtszeit in Dienst gestellt worden. Somit habe er alle Fahrzeuge einmal durchlaufen, freute sich Apell und fand, dies sei eine „gute Leistung“. Kreisbrandinspektor Lars Schäfer erklärte, es sei für die Kommunen eine riesige Anstrengung, den Fahrzeugpark auf dem Stand der Technik zu halten. Er freue sich, wenn Bürgermeister so hinter ihrer Feuerwehr stünden. Zu den Kosten zitierte er den einstigen Chef der Frankfurter Feuerwehr, Ernst Achilles, der auf die Frage eines Stadtverordneten, ob sich eine Million Mark für eine Drehleiter rechne, geantwortet habe, wenn das Fahrzeug ein Menschenleben rette, habe es sich gelohnt.

von Manfred Schubert

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