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In der Glastanzdiele ist die Musik verstummt

Schließung der Diskothek HePe In der Glastanzdiele ist die Musik verstummt

Eine Abschiedsparty hätten sie „nicht übers Herz gebracht“, sagt Claus Kleinschmidt, der mit seiner Frau Marion über Jahrzehnte die Diskothek HePe leitete. Nun schloss das traditionsreiche Tanzlokal in aller Stille.

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Nach 33 Jahren schloss die Familie Kleinschmidt zum 1. Mai die Warzenbacher Disko HePe.

Quelle: Michael Agricola

Warzenbach. Entgegen mancher Gerüchte gehe es ihm und seiner Frau gesundheitlich sehr gut, die Gründe für die Schließung seien ausschließlich wirtschaftlicher Art, sagt Kleinschmidt im Gespräch mit der OP. „Der Diskoboom ist einfach rum“, die Konkurrenz durch Festgastronomie und Partys an den Wochenenden sei einfach zu groß geworden.

In den vergangenen beiden Jahren seien die Zahlen bescheiden gewesen,„bevor wir einen Schuldenberg aufbauen oder in eine Insolvenz rutschen, haben wir die Notbremse gezogen“, erklärt Kleinschmidt das plötzliche Aus, von dem auch einige Gäste überrascht wurden.

„Die guten Stammgäste haben es gewusst und haben auch Verständnis für uns“, versichert der Betreiber, „vielleicht haben sie aber auch nicht geglaubt, dass wir die Ankündigung wahr machen und wirklich von einem Tag auf den anderen schließen.“ Nach seinen Angaben ist mit der Schließung auch das Kapitel HePe besiegelt. „Wir haben das Gewerbe diese Woche abgemeldet“, so Kleinschmidt.

In den vergangenen Jahren hat Kleinschmidt bei den Kunden ein deutlich verändertes Freizeitverhalten festgestellt, das seiner Meinung nach zulasten des eigenen Betriebs ging. Viele Gäste kämen erst viel später am Abend in die Disko als in früheren Jahren, dafür konsumierten sie weniger – auch weil sie schon zuhause oder anderswo mit Alkohol „vorgeglüht“ hätten.

Wo es früher in einem Dorf eine Kirmes gegeben habe, würden heute fast jedes Wochenende im Einzugsgebiet große Feste oder Partys veranstaltet, fast jeder Verein habe seine eigene kleine Gastronomie. Auf der einen Seite sei das verständlich, auf der anderen Seite sei das zunehmend ein Problem für Gastro-Betriebe auf dem Land. Auch viele Dorfkneipen seien von diesem Wandel betroffen. Immer mehr müssten aufgeben, weil es sich nicht mehr lohne oder sie keine Nachfolger finden, so Kleinschmidt.

von Michael Agricola

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