Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 13 ° Regen

Navigation:
In der Gemeinschaft liegt die Kraft

Vielfalt des Ehrenamts In der Gemeinschaft liegt die Kraft

Das Geheimnis des Erfolges einer jeden Gemeinde ist es, auf die individuellen Stärken zu setzen. In Münchhausen ist eine Top-Stärke die hohe Anzahl an Menschen, die bereit sind, sich fürs Allgemeinwohl zu engagieren.

Voriger Artikel
Oberaspher feiern alle sieben Jahre groß
Nächster Artikel
Blumen, Lieder, Erinnerungen

Landrätin Kirsten Fründt (zweite von links) informierte sich in Münchhausen unter anderem über Eigenleistungsarbeiten auf dem Friedhof Christenberg und über die Ausstattung und Räume der Freiwilligen Feuerwehr Münchhausen.

Quelle: Götz Schaub

Münchhausen. Landrätin Kirsten Fründt holte am Mittwoch den im vergangenen Jahr kurzfristig ausgefallenen Gemeindebesuch in Münchhausen nach. Und sie zeigte sich beeindruckt. Die Bereitschaft der Menschen, sich für ihren Ort oder für eine Sache im Ort oder in der Gemeinde ehrenamtlich einzusetzen, ist enorm hoch. In Wollmar beispielsweise werden aktuell Stunden um Stunden in den Umbau des Dorfgemeinschaftshauses investiert. Nichts Neues dort. So wurde ja schon das Grenzganghaus saniert, das neben dem Dorfgemeinschaftshaus steht.

Sehr viele Stunden, nämlich genau 3500, investierte die Freiwillige Feuerwehr Münchhausen in den Aufbau ihres jetzigen Gerätehauses im Gebäude des Bauhofs im Bruchweg. Ein Stützpunkt, der technisch und räumlich einiges zu bieten hat, wo man sich auch nach getaner Arbeit gerne noch zusammen aufhält. So brachten viele Mitglieder der Wehr auch ihre berufliche Qualifikation mit ein, sodass beispielsweise die Kosten für die Verlegung und Einrichtung der Elektronik komplett eingespart werden konnten, weil das alles in Eigenregie erfolgte, erläutert Jutta Dersch, stellvertretende Gemeindebrandinspektorin. Auch die ­anderen Feuerwehrgerätehäuser sind laut Gemeindebrandinspektor Bernd Fett in einem guten Zustand.

Nachwuchs und „Quereinsteiger“

121 Mitbürger engagieren sich in den Einsatzabteilungen der fünf Ortsteilwehren, darunter aber nur neun Frauen. Das dürfen gerne noch mehr werden, meint Fett. Sein zweiter Stellvertreter Stephan Block weist dabei auch darauf hin, dass die Feuerwehren durchaus gezielt Mitbürger ansprechen, um sie als „Quereinsteiger“ für sich zu gewinnen. Es reiche leider nicht aus, sich allein auf den Nachwuchs aus der Jugendfeuerwehr zu verlassen, sagt er. Denn, wenn die einmal irgendwo in der Fremde eine Ausbildung beginnen oder studieren, kommen sie in den seltensten Fällen auch wieder zurück nach Münchhausen. Das ist ein Fakt, mit dem die Gemeinde auf allen Ebenen zu kämpfen hat. Die Arbeit vor Ort ist eben begrenzt. Begrenzt ja, aber deswegen nicht unattraktiv. Im Gegenteil.

Landrätin Fründt besuchte unter anderem die Firma Rees GmbH Bau-Dekoration und den Geflügelhof Engelbach. Beides sehr gute Beispiele für das, was Münchhausen auch ausmacht, sagt Bürgermeister Peter Funk: Kompetenz im Handwerk und Kompetenz in der Landwirtschaft. Wobei es durchaus auch neue Probleme gibt. Der schlechte Milchpreis hat einige Landwirte in der Region umdenken lassen und so setzen wesentlich mehr als zuvor auf ein zweites Standbein, halten Hühner und verkaufen Eier.

Vom Praktikum zur Ausbildung

Also muss einiges einfach über den guten Ruf gehen. Die Landrätin war schon einmal auf dem Geflügelhof, nämlich als er mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet wurde. Und die Firma Rees hat in der Branche auch Preise gewonnen, ist so bekannt, dass sie keine Schwierigkeiten hat, obgleich nun nicht gerade verkehrstechnisch günstig gelegen, gute Auszubildende zu finden. Sehr erfreut nahm Fründt auch zur Kenntnis, dass dort Integration gelebt wird. So stellte sich ein junger Flüchtling aus Afghanistan während eines Praktikums so gut an, dass er nun eine Ausbildung erhält. Weil die Landrätin gern mit Menschen ins Gespräch kommt, die sich ehrenamtlich engagieren, endete ihr Besuch bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken mit Ehrenamtlichen. Peter Funk organisierte dazu die Helferinnen der Seniorenarbeit.

Den Besuch begleiteten auch einige Mitglieder aus dem Gemeindevorstand und, so weit sie es sich zeitlich einrichten konnten, die Ortsvorsteher. Unter anderem durfte Fründt von ihnen hören, dass eine gewisse Verfügungssumme aus dem Gemeindehaushalt für die Ortsbeiräte große Vorteile biete. In Wollmar wurde so mehr oder weniger über den kleinen Dienstweg ein moderner Sitzrasenmäher angeschafft, der Menschen zur Verfügung gestellt wird, die öffentliche Rasenflächen pflegen.

Auch auf dem Christenberg-Friedhof gab es Interessantes zu hören. So bemühte sich die Gemeinde darum, einen Friedwald auf dem Plateau anzubieten, doch musste Funk dieses Vorhaben letztendlich aus Platzgründen wieder aufgeben. Nun möchte man versuchen, auf dem Friedhof etwa drei Bäume zu pflanzen, wo dann wenigstens im kleineren Rahmen Bestattungen wie in einem Friedwald möglich werden sollen.

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr