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„In Sterzhausen lässt es sich gut leben“

Unser Dorf hat Zukunft „In Sterzhausen lässt es sich gut leben“

Die Sonne spielte mit, als die Sterzhäuser um Ortsvorsteher Dirk Geißler gestern der Wettbewerbs-Jury ihren Ort als lebens- und liebenswertes Dorf mit Charakter vorstellten. Allein der Zeitdruck störte die kurzweilige Führung.

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Auf dem Traktoranhänger ging es für die Jury in die Lahnauen, wo Überschwemmungsflächen und Flutrinnen Schutz vor Hochwasser und seltenen Tieren und Pflanzen Lebensraum bieten.

Quelle: Michael Agricola

Sterzhausen. Wenn man viel zu erzählen hat, zerrinnt einem die Zeit zwischen den Fingern. Das hat beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ schon mancher Teilnehmer erfahren müssen. Auch den Sterzhäuser Aktiven gelang es nur mit Mühe, ihr Programm in den engen Zeitplan der Jury zu pressen.

Denn Sterzhausen hat viel zu bieten und kann dabei mit einem großen Pfund wuchern: dem Generationentreff „Krafts Hof“. Die ehemalige Hofreite umfasst Pflegeeinrichtung und die Begegnungsstätte mit Café, Backhaus, Küche und Computerraum. Hier trifft aber längst nicht mehr nur Jung auf Alt.

Seit April gibt es islamischen Kulturunterricht, an dem regelmäßig 30 Kinder und Jugendliche auch aus anderen Lahntaler Ortsteilen teilnehmen. Und im Backhaus werden Rezepte aus verschiedenen Kulturen miteinander ausprobiert. Und Krafts Hof zieht: Ins Café, zum Bilderbuchkino für Kinder und in die Spielenachmittage kamen im vergangenen Jahr allein 1226 Gäste, so Michael Meinel vom Kulturverein.

Naherholung, Naturschutz, aber auch Hochwasserschutz deckte die Fahrt zum Furkationsgebiet zwischen Sterzhausen und Caldern ab, wo der Lahn in den vergangenen Jahren wieder Platz gegeben wurde.

Mit einem Rinnensystem und Überflutungsflächen wird die Durchflussgeschwindigkeit der Lahn bei Hochwasser reguliert und zugleich Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere geschaffen. Die ganzjährige Beweidung dient der Pflege der Auenflächen.

Manch anderes, was Sterzhausen ausmacht, konnten Geißler und Rainer Kieselbach von der AG Dorfentwicklung der sechsköpfigen Jury vorerst nur auf dem Papier präsentieren. Die Dorferneuerung hat in Sterzhausen ja erst begonnen. So gibt es Pläne für die bauliche Öffnung des Bürgerhauses zu einem noch umzugestaltenden Außenbereich am „Haus am Wollenberg“ und Ideen für ein neues Nutzungskonzept.

Auch die Innensanierung der mächtigen Kirche aus dem 13. Jahrhundert ist noch Zukunftsmusik. Doch zeigt sich hier beispielhaft die Leistungsfähigkeit, der Einsatz und der Zusammenhalt der Bürger und der Vereine. So spendete der Volkstanz- und Trachtenkreis aus dem Erlös des Ostermarktes zuletzt 5000 Euro an den Förderverein der Kirche. Der hat von den angepeilten 100000 Euro Spendensumme bereits 70000 Euro zusammen.

Auch sonst helfen sich die Vereine gegenseitig, etwa bei Veranstaltungen, betonte Rolf Klinge vom Trachtenkreis.

Die Grillhütte errichtete die Vereinsgemeinschaft nach einem Brand neu und betreibt sie nun gemeinsam.

Kein Zweifel für die Jury, dass sich in Sterzhausen zusammen „gut leben lässt“, wie Kieselbach zu Beginn der Präsentation versichert hatte.

Ob das Gezeigte jedoch zu einer vorderen Platzierung reicht, zeigt sich am 6. Oktober, wenn die Jury ihr Urteil spricht.

Und die Konkurrenz schläft nicht. Mitbewerber Niederwalgern entsandte gestern schon mal zwei Beobachter nach Sterzhausen, die genau notierten, worauf die Jury Wert legte.

von Michael Agricola

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Burg und Berg beeindrucken die Jury

Das Beste kommt zum Schluss - die Burg, hoch oben über den Dächern. Rund zwei Stunden lang chauffierten die Mellnauer die Jury des Dorfwettbewerbs gestern durch ihren Ort, bis das imposante Ziel erreicht war.

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