Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° Regen

Navigation:
Immer ein Blick auf den Nachwuchs

Feuerwehren der Gemeinde Münchhausen Immer ein Blick auf den Nachwuchs

Drei Goldene und zwei Silberne Brandschutzehrenzeichen überreichte Kreisbrandmeister Stephan Schienbein während der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Münchhausen.

Voriger Artikel
Wenn Eltern Eltern fürchten
Nächster Artikel
Wild parkende Autos am neuen Seniorenheim

Dieter Busch (vorne von links), Gerhard Seipp und Christian Fett erhielten das Goldene, Jörg Schneider und Jutta Dersch das Silberne Brandschutzehrenzeichen. Hinten Bürgermeister Peter Funk, der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Bernd Fett, Gemeinde

Quelle: Manfred Schubert

Oberasphe. Neben Ehrungen und Beförderungen standen Berichte sowie ein Fachvortrag über Nutzen und Tücken bei der Nutzung von Sozialen Medien durch Feuerwehren auf dem Programm der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Münchhausen.

Gemeindebrandinspektor (GBI) Bernd Berghöfer berichtete den 70 Teilnehmern im Dorfgemeinschaftshaus, dass es im vergangenen Jahr 16 Einsätze gab, zu denen alle Wehren ausrücken mussten. Fünf kleinere Feuer mussten gelöscht werden, beim ersten Einsatz ein Pkw, eine restaurierte Ente. Im August gab es drei Kleinbrände im landwirtschaftlichen Bereich. Elfmal wurde technische Hilfe geleistet, dreimal bei Verkehrsunfällen. Bei zweien davon wurden Menschen gerettet, eine besondere Situation habe es dargestellt, dass einer davon ein Feuerwehrkamerad war.

453 Stunden leisteten die 115 Männer, das sind sieben weniger als im Vorjahr, und zehn Frauen in den Einsatzabteilungen bei diesen Einsätzen. Hinzu kamen 2140 Stunden für Übungen und Ausbildungen sowie weitere Stunden im hohen vierstelligen Bereich beispielsweise für Instandhaltung von Fahrzeugen und Geräten und auf der Führungsebene. Bürgermeister Peter Funk unterstrich: „Was ihr an ehrenamtlichen Stunden leistet, ist gar nicht bezahlbar.“ Er wies darauf hin, dass in den vergangenen 20 Jahren alle Feuerwehrhäuser mit großem Engagement der Feuerwehrleute saniert wurden. Funk kritisierte die Zunahme an Bürokratie: “Ihr wollt doch helfen, nicht am Schreibtisch sitzen, Berichte schreiben und einen Wust von Formularen abbauen.“

Roland Wehner, Vorsitzender der Gemeindevertretung, dankte den Feuerwehrleuten ebenfalls für ihren Einsatz. Skeptisch äußerte er sich zur Einführung des Digitalfunks, für den die Gemeinde etwa 100000 Euro ausgeben müsse, wobei er höre, dass da so manches nicht funktioniere. Berghöfer wies darauf hin, dass sich der Digitalfunk immer noch in der Erprobungsphase befinde. Kreisbrandmeister Stephan Schienbein äußerte sich zuversichtlich, dass die Technik in ein bis zwei Jahren funktionieren werde. Es sei eben ein technischer Quantensprung wie von der Eimerkette zur Kreiselpumpe. Wie Gemeindejugendfeuerwehrwartin Jutta Dersch berichtete, bestehen die Nachwuchsabteilungen zurzeit in Münchhausen aus acht Mädchen und sieben Jungen, in Niederasphe aus fünf und in Wollmar aus sieben Jungen. 160 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung und 107 Stunden allgemeine Jugendarbeit wurden abgehalten. Ein Junge wurde 2012 in die Einsatzabteilung übernommen. Zwar kamen gegenüber dem Vorjahr zwei Jungen hinzu, dennoch sei es dringend nötig, die Arbeit der Jugendfeuerwehr, als Nachwuchsförderung der Feuerwehren, weiterhin zu stärken und Werbung für die Jugendfeuerwehren zu machen.

Erweiterter Rettungssatz ist sinnvolle Ergänzung

Dazu passte der Vortrag über die Nutzung Sozialer Medien durch Feuerwehren, den Kreisbrandmeister Stephan Schienbein zum Abschluss der Versammlung hielt. Diese seien gute Kommunikationsinstrumente, mit welchen man gerade junge Leute ansprechen könne.

Allerdings drohten auch Gefahren wie der Kontrollverlust über die Öffentlichkeitsarbeit, Verstöße gegen die Verschwiegenheitspflicht oder gegen Persönlichkeitsrechte, beispielsweise am eigenen Bild, Imageverlust durch unkritische Darstellungen oder unsachliche Kritik.Daher gelte es, klare Regelungen zu schaffen und Verantwortliche zu benennen. Über das Veröffentlichen von Fotos müssten letztlich GBI oder Bürgermeister entscheiden. Am Ende überreichte Bürgermeister Funk den Wehrführern oder Vertreter je eine der für jede Ortsteilwehr angeschafften Notfalltaschen, die einen über das grundlegende Erste-Hilfe-Material hinausgehenden erweiterten Rettungssatz, beispielsweise mit Blutzuckermessgerät und Halskrause, enthalten. Diese seien auch bei Verletzungen im Einsatz sinnvoll, sagte Funk, und dankte den vier Feuerwehrleuten, die bisher an einer Sanitätsausbildung teilnahmen.

n Termine: 9. Juni: Tag der Feuerwehren in Münchhausen; 17./18. August: Gemeinde-Bratpartie in Oberasphe.

von Manfred Schubert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nordkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr