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Im Winter nicht kalt, im Sommer nicht heiß

Finanzminister an der Gesamtschule in Wetter Im Winter nicht kalt, im Sommer nicht heiß

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat auch in den Zeiten unter dem Schutzschirm des Landes in die Schulen im Kreis investiert. So auch in die Gesamtschule Wollenbergschule in Wetter.

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Landrätin Kirsten Fründt (von links), der Erste Kreisbeigeordneter Marian Zachow, Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, Klaus Herrmann (Fachbereich Schule und Gebäudemanagement), Schulleiterin Barbara Burggraf und Vorstandsmitglieder der Schülervertretung bei der Besichtigung der neu gestalteten
Außenanlagen.

Quelle: Manfred Schubert

Wetter. „Wir freuen uns, dass wir als einer von nur zwei Landkreisen in Hessen schon bald aus dem Schutzschirm des Landes entlassen werden können, sobald die geprüfte Jahresrechnung 2015 vorliegt“, sagte Landrätin Kirsten Fründt beim Treffen mit dem Hessischen Finanzminister Dr. Thomas Schäfer in der Wollenbergschule Wetter.

Am Mittwoch schloss Schäfer in seinem Heimatlandkreis seine zweitägige Rundreise durch die fünf Städte und zwei Kreise, die der Entlassung aus dem Schutzschirm des Landes nahe sind, in Wetter ab. Die Wollenbergschule war Treffpunkt, weil sie eine der Schulen des Landkreises ist, in deren energetische Sanierung der Landkreis Marburg-Biedenkopf, obwohl er unter dem Rettungsschirm stand, 50 Millionen Euro investierte.

Die Wollenbergschule gilt, neben der Gesamtschule Neustadt, als eines der gelungensten Projekte. Unter anderem, weil auch die Betroffenen daran mitwirkten. Wie Schulleiterin Barbara Burggraf erläuterte, habe Verbindungslehrer Gerhard Eismann es geschafft, dass die Schüler aktiv an der Gestaltung mitwirkten. Einige Vorstandsmitglieder der Schülervertretung wohnten dem Termin mit dem Finanzminister bei und bestätigten, dass sich aus ihrer Sicht die Lernbedingungen deutlich gebessert hätten. „Früher war es im Winter zu kalt, im Sommer zu heiß und zum Lernen zu dunkel“, sagte der stellvertretende Schulsprecher Sascha Kohl. Nun sei es sehr viel heller und freundlicher, es gebe mehr Spiel- und Sitzgelegenheiten und das Umfeld motiviere viel mehr zum Lernen.

Nach der energetischen Sanierung für 7,725 Millionen Euro erfüllt das Gebäude A nun die Passivhaus-Voraussetzungen für Nichtwohngebäude. Außerdem wurde der Brandschutz verbessert, ebenso die Beleuchtung, Akustik und Belüftung der Klassenräume. Die Mensa wurde neu gestaltet, mit Einbau eines behindertengerechten Aufzugs ist das Gebäude jetzt barrierefrei zugänglich. Im Außenbereich wurden und werden noch bis 2017 Ruhe, Bewegungs- und Aufenthaltszonen neu gestaltet.

Im Laufe des Gespräches, dem eine Besichtigung der neu gestalteten Bereiche folgte, sagte Dr. Schäfer zu, einmal an die Wollenbergschule zu kommen, um den Schülern den Hessischen Landeshaushalt zu erklären und dabei Frage und Antwort zu stehen. Das Angebot der Schulleiterin, die Fragen zuvor zu sammeln und ihm zuzusenden, schlug Schäfer aus: „Das ist nicht nötig, das wäre langweilig.“

HINTERGRUND:

Die ersten Kommunen, die der Entlassung aus dem Schutzschirm nahe kommen, sind der Wetteraukreis, die Stadt Kassel, die Stadt Kirchhain, die Stadt Borken, die Stadt Frankenau sowie die Stadt Hatzfeld und die Gemeinde Kirchheim sowie der Landkreis Marburg-Biedenkopf. Drei ausgeglichene Haushalte hintereinander sind die Grundvoraussetzung, um den Schutzschirm des Landes wieder verlassen zu können. Dies muss durch geprüfte Jahresabschlüsse belegt werden.

Marburg-Biedenkopf gehörte Jahre lang zu den hochdefizitären und damit auch hochverschuldeten Landkreisen in Hessen. In der Zeit von 1993 bis 2011 musste der Kreis in 13 von 19 Jahren neue zusätzliche Defizite verzeichnen, die dazu führten, dass im Jahr 2012 der bislang höchste Schuldenstand von 203 Millionen Euro zu verzeichnen war. 2013 hatte er Entschuldungshilfen des Landes in Höhe von 48,15 Millionen Euro erhalten und konnte damit Investitionskredite in Höhe von 10,65 Millionen Euro und Kassenkredite in Höhe von 37,5 Millionen Euro zurückzahlen.

Seit 2012 sind die Kreishaushalte ausgeglichen. Die Schulden aus Investitions- und Kassenkrediten haben wir in nur drei Jahren um rund 70 Millionen Euro von 203 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 133 Millionen Euro zum 31.12.2015 zurückgeführt, verdeutlichte Landrätin Fründt die Gesamtleistung.

Diese Schuldenlast stamme zu großen Teilen aus den Aufgaben des Kreises als Sozialhilfeträger. Das solle bei aller Freude über die Erfolge nicht vergessen werden. Auch mahnte die Landrätin, dass das Land mit der Reform des Kommunalen Finanzausgleichs in den kommenden Jahren seine Zuwendungen an den Landkreis kürzen werde, was ebenso Berücksichtigung finden müsse.

von Manfred Schubert

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