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Im Mai soll die Deicherneuerung starten

Millionenprojekt Im Mai soll die Deicherneuerung starten

Das Jahr 1984 hat sich bei den Lahnanrainern tief ins Gedächtnis eingebrannt. Unvergessen ist das LahnHochwasser das in vielen Orten im Landkreis großen Schaden anrichtete.

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Die Lahn bei Sarnau. An normalen Tagen ein schön anzusehendes Flüsschen. Doch die Lahn kann auch anders. Rechts ist ein Teil des derzeitigen Deiches zu sehen.

Quelle: Götz Schaub

Lahntal. „Damit wir uns richtig verstehen, einen hundertprozentigen Schutz gegen Hochwasser gibt es nicht, das ist nicht zu leisten. Aber wir können unseren Mitbürgern gegen viele Hochwasser einen verbesserten Schutz bieten, wenn die Deichsanierung und Erneuerung in Sarnau abgeschlossen ist“, sagt Lahntals Bürgermeister Manfred Apell.

Jetzt gilt es nur noch, diesen Winter und das darauf folgende Frühjahr zu überstehen, dann kann es endlich mit der Umsetzung losgehen. „Wir können nicht voraussagen, wann uns ein 30-jähriges, 50-jähriges oder 100-jähriges Hochwasser trifft, deshalb bin ich sehr froh, dass wir jetzt so weit sind wie wir sind“, so der Bürgermeister weiter.

Wetter lässt sich nicht berechnen

Denn die Katastrophe von 1984 kann sich sehr wohl jedes x-beliebige Jahr wiederholen. Anfang 2011 stand der Landkreis schon kurz davor, als eine enorme Schneeschmelze ein rasches Ansteigen der Flusspegel vermuten ließ. Zum Glück kam es dann doch nicht so schlimm wie zunächst vermutet. Aber sicher waren die Bürger aufgeschreckt und mussten zur Kenntnis nehmen, dass weder Wetter rechnen kann, noch sich verlässlich berechnen lässt. So bleibt auch Hochwasser eine unberechenbare Gefahr.

Immerhin wurde in den Jahren seit 1984 einiges getan. Man denke da gerade auf dem Gebiet der Gemeinde Lahntal an das große Furkationsprojekt an der Lahn zwischen Caldern und Sterzhausen. Auch die Deichsanierung in Sarnau sieht ein weiteres Gewinnen von Retensionsraum vor. Dabei handelt es sich um einen Teil der großen Freifläche linksseits der Lahn zwischen Goßfelden und Sarnau. Der neu zu bauende Deich auf den Flurstücken „Karlache“, „Im Furtacker“ und „In der Carlache“ wird mit Abflussrinnen versehen sein.

Apell hofft, dass der Sommer 2014 nicht gerade als einer der verregnetsten der Geschichte eingehen wird. „Wenn der Deich saniert wird, bedeutet das auch, dass er immer irgendwo auch offen sein wird.

Was die Finanzierung angeht setzt der Bürgermeister weiterhin auf eine Summe um die 2,5 Millionen Euro. Abzüglich der Zuwendung sieht der Haushaltsentwurf für 2014 eine Kreditaufnahme von 1,5 Millionen Euro für die Umsetzung der Bauarbeiten vor. Das wirft die Gemeinde zwar bei der Haushaltskonsolidierung beziehungsweise bei dem Vorhaben Schulden abzubauen für den Augenblick massiv zurück, doch müsse man die Investition in die Deiche auch auf mindestens 50, eher 80 bis 100 Jahre sehen. Und mit dem Wissen, dass der Deich so lange hält, sei die Kreditaufnahme nicht als überhöht anzusehen.

Dass nun ausgerechnet 2014 auch noch eine weitere Kreditaufnahme in Höhe von 1,2 Millionen Euro für den Eigenanteil am geplanten Windpark Wollenberg ansteht, muss dieses eine Mal einfach hingenommen werden. Die Kommunalaufsicht habe die Notwendigkeit der Kredite jedenfalls erkannt und habe bei Vorabgesprächen ihre Zustimmung signalisiert, informiert Apell.

Hintergrund
  • Zwischen 2004 und 2013 fanden fünf Bürgerversammlungen zum Hochwasserschutz für Sarnau und Goßfelden statt. 2006 drängte sich die Frage auf, ob eine einfache Sanierung ausreicht oder ob ein zusätzlicher Teilneubau Verbesserungen bringen kann.
  • Von dieser Frage hing schließlich auch die Höhe der Fördermittel ab. Bei der Gewinnung von neuem Retensionsraum standen Landeszuschüsse in Höhe von 80 Prozent im Raum. Im Laufe der Jahre änderten sich allerdings die Förderbedingungen, so dass die Gemeinde den Antrag zweimal aktualisieren musste.
  • Im Januar dieses Jahres erhielt die Gemeinde schließlich den Zuwendungsbescheid in Höhe von 960000 Euro aus den Händen der hessischen Umwelt-Ministerin Lucia Puttrich.
  • Zu diesem Zeitpunkt stand aufgrund diverser Auflagen, die im Vorfeld noch erfüllt werden sollten, noch ein Baubeginn im Jahr 2015 im Raum.
  • Zum gegenwärtigen Zeitpunkt geht die Gemeinde Lahntal allerdings davon aus, dass innerhalb der nächsten sechs bis acht Wochen die am 22. Oktober eingereichte Ausführungsplanung vom Regierungspräsidium Gießen genehmigt wird, so dass die Bauarbeiten tatsächlich im kommenden Jahr ab Mai starten können.

von Götz Schaub

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