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„Ihr seid meine Familie“

Flüchtlingshilfe „Ihr seid meine Familie“

Zum Auftakttreffen des Begegnungscafés für Asylbewerber in Goßfelden waren im Mai gerade einmal drei afrikanische Frauen gekommen. Inzwischen ist das Treffen ein Anlaufpunkt für sehr viel mehr Menschen.

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Vorstellungsrunden sind fester Bestandteil beim Begegnungscafé,da immer wieder neue Menschen dabei sind. Zu Beginn des Festes hielten sich alle draußen vor dem Heinrich-Bang-Haus auf, wo gegrillt wurde und Spiele aufgebaut waren.

Quelle: Manfred Schubert

Goßfelden. Mittlerweile haben die Asylbewerber ihre Scheu abgelegt und das wöchentliche Angebot mit jeweils einer Dreiviertelstunde Deutschunterricht und anschließender kreativer Gestaltung mit Spielen, Malen, Musizieren, Tanzen, Kaffee und Kuchen und vor allem Gesprächen wird angenommen.

Regelmäßig kommen 18 Erwachsene und sechs Kinder, die aus Somalia, Eritrea, Äthiopien und Pakistan stammen, ins Gemeindehaus, berichtete Sabine Barth vom Kirchenvorstand von Elnhausen. Von der evangelischen Kirchengemeinde Elnhausen/Wehrshausen/Dagobertshausen war damals die Initiative ausgegangen, und da in Goßfelden Flüchtlinge untergebracht sind, wurde gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde Goßfelden vor Ort das Begegnungscafé ins Leben gerufen.

Belastende Geschichten überfordern mitunter

Anfangs gab es acht Mitarbeiter. Einige davon hörten auf, weil die schwierigen Erlebnisse und Schicksale, von denen die Flüchtlinge berichteten, zu viel für sie gewesen seien, sagte Barth. Dafür seien andere hinzugekommen – nun sind es 18 Mitarbeiter. Fünf pensionierte Lehrer aus Lahntal erklärten sich bereit, Deutsch zu unterrichten, berichtete Barth.

Grund genug, einmal ein kleines Fest mit den Asylsuchenden und Helfern zu feiern. Außerdem galt es, zwei Helfer, die von Anfang an dabei waren und unter anderem aus dem und ins Arabische dolmetschten, zu verabschieden. Susanne Walter, die auch Deutschunterricht gab, und ihr Mann Maher Wilson ziehen nach Kairo um.

Im Bang-Haus wurde gespielt, getanzt, vor allem die Kinder bewegten sich zu afrikanischen Rhythmen. Es wurde gegessen, neben deutschen Gerichten gab es von Frauen aus Eritrea, Äthiopien und Somalia zubereitete landestypische Speisen, Tee aus Ägypten, Kaffee aus Eritrea. Die Stimmung war harmonisch – und es wurde viel erzählt. Viele der Eingeladenen bedankten sich ausdrücklich für das Fest.

Deutschunterricht und viele Gespräche

Neben dem Deutschunterricht und Beratungen, zum Beispiel bei Behördengängen, sei der Kontakt und die Möglichkeit, miteinander zu reden, etwas von sich erzählen zu können, ganz wichtig, erklärte Sabine Barth. Sind doch viele Flüchtlinge nur mit einem Teil ihrer Familie oder ganz alleine bis Deutschland gelangt. „Eine Frau sagte sogar, ihr seid meine Familie“, berichtete sie. Es geht auch um Probleme bei der Eingliederung. So werde den Asylbewerbern zwar ein viermonatiger Deutschkurs bezahlt, sie müssten das Angebot aber sofort wahrnehmen, ob es passt oder nicht. Eine Mutter hatte das Problem, dass sie nicht wusste, wo sie ihr Kleinkind lassen sollte und nahm es mit. Da es den Unterricht störte, durfte sie es nicht mehr mitbringen – sie selbst konnte auch nicht mehr hingehen, erzählt Barth ein Beispiel.

Ab dem 6. November ändert sich der Termin des Begegnungs-cafés. Dann findet es jeden Donnerstag ab 15 Uhr im Gemeindehaus neben der Kirche statt. Am Anfang findet jeweils eine Dreiviertelstunde Deutschunterricht statt.

von Manfred Schubert

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