Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 13 ° Regen

Navigation:
Hugenottenmarkt erlebt seine Neuauflage

Am 31. Mai in Todenhausen Hugenottenmarkt erlebt seine Neuauflage

Zeit, gegenseitiges Kennenlernen und gegenseitiger Respekt sind die Grundzutaten für eine gelungene Integration. 295 Jahre später ist ein Markt in der Tradition früherer Flüchtlinge für alle Menschen im Kreis ein schönes Ausflugsziel.

Voriger Artikel
Eltern hoffen auf einen Fortbestand
Nächster Artikel
Ab Juni ist die Kreisstraße 84 dicht

Beim Hugenotten- und Waldensermarkt werden auch Trachtenträgerinnen zu sehen sein.

Quelle: Archivfoto

Todenhausen. Davon wagten sie wohl nicht zu träumen, als sie 1720 in Todenhausen ankamen und dort eine „Colonie“ gründeten. Die Rede ist von den Hugenotten und Waldensern, die damals ihres Glaubens wegen aus Frankreich und Italien fliehen mussten und mitunter in verschiedenen Orten des heutigen Landkreises Marburg-Biedenkopf eine neue Heimat fanden. In Todenhausen ist man heute sehr stolz auf die besondere Dorfgeschichte, und dieser Stolz drückte sich vergangenes Jahr auch in der erstmaligen Organisation eines Hugenotten- und Waldensermarktes aus.

Dieser Markt kam gleich so gut an, dass er in diesem Jahr, und zwar am Sonntag, 31. Mai, eine Neuauflage erfährt. Gut 50 Marktstände im Kirchweg und in der Kolonistenstraße abseits der B 252 mit Händlern und Handwerkern werden ganz sicher für ein besonders Erlebnis sorgen. Der Tag beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst, ehe ab 11 Uhr der Markt eröffnet wird. Ab 12.30 Uhr ist auch das Archiv in der Alten Schule für Geschichtsinteressierte zugänglich. Dort ist allerhand über die Hugenotten zu erfahren. Zu sehen gibt es auf dem Markt auch typisch hugenottische und waldensische Trachten, und auch kulinarisch können Gäste eine kleine Zeitreise in das Jahr 1720 unternehmen. Unter anderem erweiterten die neuen Zugezogenen den Speiseplan um grüne Soße und Quiche Loraine, zwei heute äußerst beliebte Speisen.

Motto "Entdecken und Genießen"

Und so steht die Marktmeile im Kirchweg auch unter dem Motto „Entdecken und Genießen“. Flankiert wird der Markt von einem Aktionsprogramm, etwa mit einem Orgelspiel in der Kirche (14 Uhr), drei Eselswanderungen für Kinder (Starts erfolgen um 13, 14.30 und 16 Uhr) und Live-Musik von der Feuerwehrkapelle Dodenau (13 Uhr) und der Coverband „Ruffnix“ aus Amönau (16 Uhr). Besucher von auswärts können natürlich mit dem Auto kommen, sie können es sich aber auch wesentlich gemütlicher machen und ganz entspannt mit der Bahn anreisen, denn für diesen Tag wird die Haltestelle am Bachweg angefahren. Die Haltezeiten in Todenhausen sind aus Frankenberg kommend um 9.05, 11.05, 13.05, 15.05, 17.05 und 19.05 Uhr und aus Richtung Marburg kommend um 8.48, 10.48. 12.48, 14.48, 16.48 und 18.48 Uhr.

Also, wer den Mai nach dem klassischen Maieinsingen in der Nacht vom 30. April auf 1. Mai, am 31. Mai gebührend und mit einem schönen Erlebnis verabschieden möchte, ist richtig beraten, nach Todenhausen zu kommen und den Ort an der B252 einmal ganz anders kennenzulernen.

Im Internet gibt es unter der Adresse www.wetter-Todenhausen.com ausführliche Information zum Bahnfahrplan. Zudem gibt es dort auch den Flyer mit den einzelnen Marktständen zu sehen.

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr