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Hügel und Hecken für kleine Entdecker

"Unsere Spielplätze": Cölbe Hügel und Hecken für kleine Entdecker

In der Gemeinde Cölbe gibt es 18 Spielplätze: Während die Schönstädter mit ihren Flächen zufrieden sind, gibt es in Bürgeln um eine Streit.

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Cölbe hat, was Spielplätze angeht, viel zu bieten: In Schönstadt kommen bei Spielplatz-Tester Janne vor allem die Tunnelröhren gut an.

Quelle: Katharina Kaufmann-Hirsch

Cölbe. Blätter rascheln und Zweige knacken, wenn die Kinder auf dem Schönstädter Spielplatz „Zum Junkerwald“ durch die Büsche kriechen und über die kleinen Hügel klettern. Das Gelände am nordöstlichen Ortsrand ist mit großen Bäumen bewachsen und in seiner Natürlichkeit ein echtes Abenteuerland für kleine Entdecker. Dazu kommen die verschiedenen Spielgeräte - ein Kletterturm, eine Seilbahn, Schaukeln, Rutsche, Wipptiere. Doch die braucht es eigentlich gar nicht, das Gelände reicht den Kindern an diesem sonnigen Herbsttag völlig aus. Sie sammeln Kastanien, Stöcke und Blätter. „Guck mal, was ich gefunden hab“, ruft ein Mädchen im Grundschulalter einem anderen zu. Gemeinsam bestaunen sie eine Schnecke, bevor sie mit ihrem Fund einem weiteren Mädchen hinterher rennen.

Zwei Spielplätze auf Schulgeländen

In den fünf größeren Ortsteilen Cölbes gibt es nach Angaben der Gemeinde insgesamt 18 Spielplätze, 16 davon werden von der Gemeinde selbst betrieben, zwei gehören zu Schulen und werden daher vom Landkreis unterhalten. „Nicht vergessen werden sollten aber auch die Wiesen, Wäldchen und Bäche, die auf dem Dorf immer schon Spielplatz waren und es auch heute noch sind“, betont Cölbes Bürgermeister Volker Carle bei der Beantwortung der Fragen der OP. Und weil Kinder auch immer kleine Entdecker sind, sind die beiden größten Spielplätze der Gemeinde - „Zum Junkerwald“ in Schönstadt und „Höhenweg“ in Bürgeln - mit vielen Bäumen, Büschen und Hecken bewachsen. Die bieten einerseits Schatten und können andererseits ins Spiel mit eingebunden werden. Sowohl von den jüngeren als auch den älteren „Abenteurern“.

Martina Weik und Katharina Alt gehen mit ihren Kindern etwa alle zwei Tage auf den Spielplatz „Zum Junkerwald“ in Schönstadt. „Wir wohnen nur 100 Meter entfernt, da ist es keine Frage, auf welchen Spielplatz wir gehen“, erklärt Alt. Der Platz sei sauber und biete viele verschiedene Spielmöglichkeiten. „Wir sind zufrieden“, lautet das Fazit der beiden Schönstädter Mütter. Einzig eine Babyschaukel könne der Platz noch vertragen. Und vielleicht noch einen Tisch mit Sitzmöglichkeit im unteren Bereich. „Aber wir jammern damit eigentlich auf hohem Niveau“, sagt Weik und lacht. Die Kinder toben derweil weiter durch das Gebüsch.

Nicht ganz so zufrieden mit der Spielplatzsituation ist man derweil in Bürgeln. Dort gibt es Streit um das Gelände „Am Bahnhof“ (die OP berichtete). Diesen Spielplatz wollte der Gemeindevorstand, nachdem der Spielplatz „Am Höhenweg“ in seiner vollen Größe erhalten und im Jahr 2012 unter der Mitarbeit einer Elterninitiative erneuert wurde, umwidmen und einer neuen Bestimmung zuordnen - sehr zur Empörung der Eltern, des Ortsbeirates und des Hüttenvereins. Unterschriften wurden gesammelt, am Dienstag, 13. Oktober, findet um 19.30 Uhr zudem eine Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle statt.

Liebevolles Kleinod am Kyffhäuser

Unumstritten ist einer der kleinsten Spielplätze Cölbes: Auf wenig Fläche ist am Kyffhäuser viel entstanden: Die Gemeinde hat dort eine gut einen Meter große Holzspinne zum Klettern aufgestellt. Eine Tafel mit Informationen über heimische Spinnen und die Bedeutung ihrer Netze sorgt ganz nebenbei für interessanten Lernstoff.

Ein weiteres Kleinod zum Toben liegt inmitten der Häuser des Cölber Neubaugebietes: Der Naturspielplatz „Grüne Bette“ setzt auf aufgeschüttete Hügel, Balancierhölzer, eine Brücke über ein Kieselsteinflussbett, Holzgerüste zum Klettern und eine Hangrutsche. Auch eine Seilbahn ist vorhanden.

Beim OP-Besuch fehlte allerdings das Wichtigste daran: das Seil mit Sitzplatte. In die Erneuerungen und den Unterhalt der Spielplätze investiert die Gemeinde jährlich durchschnittlich rund 63000 Euro. Wie oft die Geräte modernisiert werden, richte sich nach der Haltbarkeit der Geräte selbst, heißt es aus der Gemeindeverwaltung: „Sie werden dann ausgetauscht, wenn sie nicht mehr der Standsicherheit entsprechen.“ Das sei von Gerät zu Gerät zu beobachten. Das Geld werde dann individuell in den Haushalt eingestellt.

Eine Übersicht aller Spielplätze der Gemeinde Cölbe und eine Broschüre zum Download gibt es hier.

Aus der Statistik

Zahl der Spielplätze: 18 (16 werden von der Gemeinde betrieben, zwei auf Schulgeländen, diese werden vom Landkreis unterhalten).

Größe: von 50 bis 3900 Quadratmetern.

Spielgeräte: unterschiedlich, teilweise nur eines, teilweise ein breit gefächertes Angebot.

Haushaltsmittel: In den vergangenen fünf Jahren wurden durchschnittlich 63000Euro für Instandhaltung und Ausstattungen sowie sonstige Aufwendungen ausgegeben.

Empfehlungen: Spielplatz „Zum Junkerwald“ in Schönstadt; Spielplatz „Höhenweg“ in Bürgeln und der Naturspielplatz „Grüne Bette“ in Cölbe.

von Katharina Kaufmann-Hirsch

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