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Holzhackschnitzel ersetzen 25000 Liter Öl

Goßfelden Holzhackschnitzel ersetzen 25000 Liter Öl

Ab dem Herbst werden Otto-Ubbelohde-Schule, Kindergarten und Lahnfelshalle umweltfreundlich mit Holz beheizt - durch ein Nahwärmenetz der Stadtwerke Marburg.

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Manfred Apell (von links), Dr. Karsten McGovern, Schulleiterin Sibylle Hees und Rainer Kühne stehen vor dem alten Heizkessel, der bald ausgetauscht wird.Foto: Andreas Schmidt

Goßfelden. Das Schuljahr hat gerade erst begonnen, da schauen die Gemeinde Lahntal und der Landkreis schon in die Herbstferien: Dann werden nämlich die Bagger auch an der Otto-Ubbelohde-Schule in Goßfelden anrücken. Denn sowohl Schule als auch Kindergarten und Lahnfelshalle sollen schon kurze Zeit später mit Nahwärme versorgt werden.

Der Plan: Im jetzigen Heizungsraum der Lahnfelshalle, wo derzeit noch eine Ölheizung ihren Dienst tut, soll eine Holzhackschnitzel-Heizung mit 200 Kilowatt Leistung entstehen. Hinzu kommen ein Warmwasser-Pufferspeicher mit 6000 Litern und ein Holzhackschnitzel-Lager. Zudem wird eine Gasheizung mit 500 Kilowatt Leistung installiert, der Spitzenlasten abfangen und als Notfall-Reserve dienen soll.

Errichtet und betrieben werden Anlage und Nahwärmenetz von den Stadtwerken Marburg. Die Holzfeuerungsanlage wird vom Lahntaler Unternehmen „Potential Energie“ errichtet.

Die Idee zur Errichtung des Nahwärmenetzes lag bei der Gemeinde Lahntal, wie Bürgermeister Manfred Apell (SPD) erklärt. „Wir waren zu der Überzeugung gekommen, dass wir bei der Heizungsanlage der Lahnfelshalle und des Kindergartens, deren Betreiber wir sind, dringend etwas unternehmen müssen.“ Dabei habe die Gemeinde die Idee gehabt, auch die Liegenschaft des Kreises mit dem Schulgebäude anzuschließen. „Und wenn es funktioniert, sollen auch benachbarte Eigenheime an das Netz angeschlossen werden“, so der Bürgermeister. Dies erweise sich jedoch noch als ein wenig schwierig. Zwar gebe es vereinzelte Nachfragen. „Aber wenn die Gebäude von der errichteten Anlage zu weit weg liegen, wird es unrentabel“, erläuterte Apell. Er wolle die Bürger im Herbst über das Thema informieren.

Apell freute sich, dass die Stadtwerke Marburg das Nahwärmenetz betreiben werden. „Denn wir als Gemeinde sind personell nicht dafür aufgestellt, größere Heizungsanlagen zu betreiben.“ Ähnliche Konstellationen gebe es bereits in Sterzhausen, wo die Halle der Gemeinde ebenfalls ans Nahwärmenetz angeschlossen sei und der Anschluss des Kindergartens noch erfolgen soll. Und auch in Caldern gibt es bereits ein Nahwärmenetz, bei dem neben dem Neubaugebiet ebenfalls Halle und Kindergarten von der Wärme profitieren. „So werden wir nach und nach von Betreibern der Heizungen zu Kunden der Stadtwerke. Und das hat für uns auch erhebliche Vorteile - denn man hat nichts mehr damit zu schaffen, wenn die Anlage nicht funktioniert.“ In diesem Zusammenhang sprach Apell von einer „strategischen Kooperation. Denn alleine hätten wir das nicht geschafft.“ „Wärme anzuschließen ist eine schöne Sache“, sagte Schuldezernent Dr. Karsten McGovern. „Besonders gut wird es aber dann, wenn dies auch noch mit erneuerbaren Energien geschieht“, so McGovern. Der Landkreis sei als Schulträger sehr „froh darüber, dass die Stadtwerke uns die Wärme liefern.“ Das habe große Vorteile - „man muss sich um nichts kümmern und hat einen Partner, bei dem man sich darauf verlassen kann, dass es immer warm bleibt.“ Auch preislich sei das Nahwärmenetz „günstiger als wenn wir so weitermachen wie bisher.“ Derzeit würden jährlich rund 25000 Liter Heizöl verbraucht. Da die Schule auch energetisch saniert wird, werde die Kohlendioxyd-Einsparung ohne die neue Beheizungsform bei 75 Prozent liegen - mit bei 90 Prozent.

Rainer Kühne, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg, erläuterte, dass der Umbau in den Herbstferien beginnen werde, um den Schulbetrieb so wenig wie möglich zu stören. Für den Kindergarten könne er dies indes nicht garantieren, da der auch während der Ferien geöffnet sei.

von Andreas Schmidt

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