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Hilfe für Fachwerkpalast im Monsun

Architekteneinsatz Hilfe für Fachwerkpalast im Monsun

Auch im Ruhestand lässt ihn die Liebe zur Architektur und zum Denkmalschutz nicht los: Wolfgang Korn aus Cölbe setzt sich in Laos für den Erhalt eines Prinzessinnenpalastes ein.

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Der 70-jährige Wolfgang Korn aus Cölbe, pensionierter Architekt und Denkmalpfleger, hilft in Südostasien beim Erhalt von historischen Bauten.

Quelle: Michael Agricola

Cölbe. Der Einsatz im einzigen südostasiatischen „Binnenland“, das von Vietnam, Thailand, Kambodscha Myanmar und China umgeben ist, war kulturell wie klimatisch ein gewisses Neuland für Wolfgang Korn, der früher schon als Entwicklungshelfer unter anderem im nepalesischen Kathmandu gelebt hat.

„Bei meinem Aufenthalt im Juli habe ich echt gelitten“, sagt er. Es war Monsun-Zeit, 35 Grad heiß und die Luftfeuchtigkeit von „gefühlt 100 Prozent“ machte dem 70-Jährigen anfangs zu schaffen, nicht nur wenn der schweißnasse Arm auf dem Pergamentpapier kleben blieb, auf dem er Pläne zeichnete. Doch die Arbeit in der alten Königsstadt Luang Prabang lohnte die Strapazen.

Dort kümmerte sich Korn sechs Wochen lang gemeinsam mit dem jungen laotischen Ingenieur Phounsouk Phoungsavathum um einen Prinzessinnenpalast aus dem Jahr 1800. Die „Maison of Queen Khamfanh“ beherbergt heute eine Kunstschule und ein Kulturzentrum, in dem Kinder in den traditionellen Tänzen und der Musik unterrichtet werden. Künftig soll dort auch der Sitz des deutsch-laotischen Freundschaftsvereins sein, der vom Berliner Professor Hans-Joachim Mengel unterstützt wird. Und über diesen Professor bekam der Cölber Wolfgang Korn, der im aktiven Berufsleben Architekt und Denkmalpfleger war, Kontakt zu dem neuen Projekt in Südostasien. Für den Senior Expert Service (SES) war Korn vor einem Jahr schon in Nepal gewesen (die OP berichtete). In diesem Programm unterstützen Ruheständler wie der Ex-Denkmalpfleger und Architekt Korn aus Deutschland einheimische Fachleute im Partnerland, geben Tipps und leiten an. Denn Ziel des SES ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Unterstützung für einen jungen Kollegen in Laos

In der alten Kaiserstadt Luang Prabang bestand die Aufgabe bei seinem ersten Aufenthalt darin, dem jungen laotischen Kollegen zunächst beim Bauaufmaß des Palastgebäudes zu helfen, die Schäden zu kartieren und die Räume für die künftige Nutzung entsprechend umzuplanen. Der Palast ist ein Holzfachwerkgebäude, dessen Wände in Laos traditionell mit einer Mischung aus Sand, Kalk, Bambusgewebe und gekochten Tierhäuten gefertigt werden.

Anfang November wird Korn zu einem zweiten Einsatz nach Laos aufbrechen. Dann soll er mithelfen, dass aus den Plänen auch konkrete Schritte zum Erhalt und Ausbau des Kulturzentrums werden. „Und dann sollte mir das Klima auch weit weniger zu schaffen machen“, lacht Korn, denn die Monsunzeit ist dann vorbei.

Die Reise nach Fernost bietet überdies noch einen Vorteil für den Otto-Ubbelohde-Preisträger, der in seiner künstlerischen Arbeit auf Reisen auch immer wieder die regionale Architektur in seinen Bildern verewigt. Denn es gibt ihm die Gelegenheit zum Besuch bei seiner Frau Ingrid in der laotischen Hauptstadt Vientiane. Sie war lange Jahre beim Fachbereich Ländlicher Raum des Landkreises tätig, wollte ihre letzten beiden Berufsjahre aber nutzen, um für die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Laos ein Hilfsprojekt für benachteiligte Menschen auf den Dörfern des Landes anzuschieben.

von Michael Agricola

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