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Helmut Jesberg ist erstes Ehrenmitglied

AG "Rettet den Burgwald" Helmut Jesberg ist erstes Ehrenmitglied

Länger als sein halbes Leben engagiert sich Helmut Jesberg für den Naturschutz im Burgwald. Jetzt wurde er zum ersten Ehrenmitglied der Aktionsgemeinschaft „Rettet den Burgwald“ ernannt, die er mitgegründet hat.

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Dr. Anne Archinal, Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft „Rettet den Burgwald“, überreichte Helmut Jesberg die Ernennungsurkunde zum ersten Ehrenmitglied des Vereins.

Quelle: Manfred Schubert

Niederwetter. Mehr als 40 Jahre sind vergangen, seit der Burgwald von der Zerstörungen durch eine Zerschneidung beim geplanten Bundesautobahn-Bau A 4 und der Austrocknung durch unkontrollierte Wasserentnahme bedroht war. FFH- und Vogelschutzgebiete, nationale oder internationale Naturschutzgesetze habe es damals noch nicht gegeben oder sie steckten noch in den Kinderschuhen, blickte Dr. Anne Archinal, Vorsitzende der AG „Rettet den Burgwald“, zurück.

Monokulturen und Kahlschläge waren die Regel in der Forstwirtschaft. Wenige hätten damals genauer hingesehen und die Besonderheiten des Burgwalds entdeckt und geschützt, geschweige denn gefördert. Einer davon sei Helmut Jesberg gewesen, Biologielehrer an der Steinmühle in Marburg. Damals waren Biochemie, Verhaltens- und Molekularbiologie im Trend, kaum einer wollte sich mit der Bestimmung von Pflanzen und Vögeln herumschlagen.

„Du, Hems, warst einer, der dem Mainstream nicht gefolgt, sondern gegen den Strom geschwommen ist“, unterstrich Archinal. Als zunehmend bekannt wurde, welche seltene Tiere und Pflanzen die Wege säumten, auf welchen Jesberg als Langläufer im Burgwald unterwegs war, habe er nicht lange gezögert, sich dem Naturschutz im Burgwald zu widmen. Denn tatsächlich engagiere er sich schon mehr als sein halbes Leben dafür.

Daher sei der Verein stolz, Helmut Jesberg, der die Arbeitsgemeinschaft mitgründete am 11. März 1977 und sie wie kein anderer geprägt habe, zum ersten Ehrenmitglied zu ernennen. Frei nach dem Motto der Aktionsgemeinschaft - in den 70er Jahren stand auf Autoaufklebern „Hattu Burgwald, muttu drauf aufpassen“ - habe man sich überlegt „Hattu Jesberg, muttu drauf aufpassen“. Daher gab es zur Ernennungsurkunde eine Dauerkarte fürs Wettersche Schwimmbad.

„Ich bin selbst ein Produkt des Burgwaldes“, unterstrich Jesberg die enge Verbindung zwischen ihm und diesem Gebiet. Und rief auf: „Kommen sie zu den Arbeitseinsätzen, hier haben sie die Möglichkeit, Landschaft zu gestalten.“

Vorsitzende Archinal informierte die Zuhörer, dass mit Bescheid vom 17. Oktober die Aktionsgemeinschaft als anerkannter Umwelt- und Naturschutzverein die Möglichkeit erhalten habe, das Mitwirkungs- und Klagerecht in Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg zu nutzen. Das sei ein verdienter Erfolg in der 40-jährigen Vereinsgeschichte, auf den man sehr stolz sein könne.

Nach einer Pause, während der die Gäste selbstgemachten Bio-Apfelsaft von den Wiesen des Vereins genossen, hielt Martin Hormann von der Vogelschutzwarte Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland einen Vortrag über den Schwarzstorch. Im 19. Jahrhundert war er als Brutvogel bekannt, galt 1906 als ausgestorben in Hessen und habe 1972 erstmals in Hessen wieder gebrütet im Burgwald und im Rothaargebirge. Derzeit gebe es ein Brutpaar im Burgwald, weitere an dessen Rand außerhalb der Schutzgebietsgrenzen.

Termine: 28. März, 18 Uhr: Wanderung und Vortrag „Kleineulen im Burgwald“, Start und Ziel: Wanderparkplatz am Herrenweg zwischen Roda und Rosenthal (Rosenthaler Kreuz), Dauer etwa zweit Stunden; 21. April, 10 Uhr: Wanderung zu den Höhlen des Schwarzspechtes, Führung: Michael Hoffmann, Start und Ziel: Wanderparkplatz Rennplätzchen zwischen Bracht und Rosenthal, links vor der neuen Brücke über das Rote Wasser, Dauer etwa drei Stunden; 4. Mai, 10 Uhr: „Frühling Hören“,

Start und Ziel: wird noch auf der Website bekannt gegeben, Dauer etwa 2,5 Stunden; 18. Mai, 14 Uhr: „Orchideen und andere Seltenheiten im Burgwald“, Wanderung zum Naturschutzgebiet Krämersgrund, Start und Ziel: Wanderparkplatz am Forsthaus Dammberg, Dauer etwa 2,5 Stunden; 19. Juni, 10 Uhr, Wanderung zu mehreren Naturschutzgebieten im Burgwald mit kleinem Imbiss unterwegs, Start und Ziel: Christenberg Münchhausen, Dauer etwa fünf Stunden; 6. Juli, 14 Uhr: Naturwanderung durch den nördlichen Burgwald und das Nemphetal, Start und Ziel: Wanderparkplatz im Nemphegrund zwischen Frankenberg und Rosenthal, Dauer etwa 2,5 Stunden; 27. Juni, 14 Uhr: Einheimische Schmetterlinge und andere Insekten, Start und Ziel: ehemaliges Raiffeisenlager in Treisbach, Dauer etwa 2,5 Stunden; 7. September, 10 Uhr: Reise in die Meereswelten des Erd-altertums – erdgeschichtliche Exkursion, Treffpunkt: Grube Bötzel, Frankenberg, Dauer etwa drei Stunden; 28. September, 10 Uhr: Pilze-Wanderung, Dauer etwa drei Stunden, Anmeldung erforderlich unter Telefon 06423/3583 oder ag-burgwald@web.de; 19. Oktober: „Herbst hören – eine etwas andere Wanderung durch den Burgwald“, Start und Ziel: Christenberg, Münchhausen, Dauer etwa drei Stunden; jeden ersten Samstag im Monat: praktische Naturschutzarbeit für Jedermann, Anmeldung bei Lothar Feisel, Telefon 06423/7763, oder lothar-feisel@t-online.de. Individuelle Führungen durch den Burgwald nach Absprache – Infos dazu unter Telefon 06423/3583.

Internet: www.ag-burgwald.de

von Manfred Schubert

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