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Helga Hübener ist Erste Stadträtin in Wetter

Neues Stadtparlament Helga Hübener ist Erste Stadträtin in Wetter

Bürgermeister Kai-Uwe Spanka hat seinen neuen Magistrat zusammen. Auf den bisherigen Ersten Stadtrat Peter Naumann folgt Helga Hübener. Sie ist die erste Stellvertretende Bürgermeisterin in der Geschichte der Stadt.

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Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (links) und Stadtverordnetenvorsteher Nils Jansen (rechts) mit den Magistratsmitgliedern Jörg Weiershäuser (von links), Helga Hübener, Konrad Moog, Fritz Schindel-Künzel, Gerd Nienhaus und Gretel Kranz.

Quelle: Markus Moog

Wetter. Stehend applaudierten die Mitglieder des neuen Stadtparlaments einem sichtlich gerührten Peter Naumann. Der SPD-Mann aus Unterrosphe schied als Erster Stadtrat aus der Kommunalpolitik aus. Er gehört zur Gruppe derer, die schon vor der Gebietsreform von 1974, dem Geburtsjahr der Kommune Wetter, lokale Politik betrieben haben. In verschiedenen Positionen kommt er insgesamt auf 48 Jahre ehrenamtliches politisches Engagement.

Dies war nicht der einzige emotionale Moment während der Sitzung im Bürgerhaus-Teil in der Stadthalle Wetter. Auch SPD-Mann Nils Jansen hatte Anlass, sich zu freuen. In offener Abstimmung erhielt er vom kompletten Parlament das Vertrauen als Stadtverordnetenvorsteher ausgesprochen. Na ja, dabei kauften CDU, FDP, Die Linke und natürlich die Grünen keineswegs die Katze im Sack: Jansen verdiente sich bereits in der zurückliegenden Wahlperiode das Vertrauen in dieser Position, das ihm über diese Art der Wahl eindrucksvoll bescheinigt wurde.

Eife, Blase und Drothler zu Stellvertretern gewählt

Zu seinen Stellvertretern wurden in folgender Reihenfolge gewählt: Heinz Eife, Bernd Blase (beide SPD) und Volker Drothler (CDU). Für den Magistrat brachten neben SPD und CDU nur die Grünen, die mit vier Personen vertreten sind, noch
einen eigenen Listenvorschlag ein. Dabei gelang es der SPD, die mit 15 Personen im neuen Parlament vertreten ist, in geheimer Wahl drei Weitere aus dem Gremium von ihrer Liste zu überzeugen.

Nun, geheim ist geheim, aber eine von durchaus vielen Möglichkeiten drängt sich schon ein bisschen auf, nämlich dass FDP und Die Linke die SPD-Liste favorisierten. Die CDU-Liste erhielt schließlich neun Stimmen, die der Grünen vier. Diese Ergebnisse entsprechen jeweils der Anzahl der Sitze im Parlament. Ganz egal, ob nun so gewählt wurde oder es überraschende Über-Kreuz-Wahlen gab, mit diesem Ergebnis stellt die SPD jedenfalls jetzt vier der sechs Magistratsmitglieder, die anschließend von Jansen und Bürgermeister Spanka in Amt und Würden gebracht wurden. Helga Hübener übernimmt als Erste auf der SPD-Liste automatisch die Aufgabe der Ersten Stadträtin. Sie ist damit die erste Frau in der Geschichte der Stadt Wetter, die als stellvertretende ehrenamtliche Bürgermeisterin tätig sein wird.

Zwei neue im Magistrat: Kranz und Weiershäuser

Zweites weibliches Mitglied ist Gretel Kranz, ebenfalls von der SPD. Jörg Weiershäuser und Gerd Nienhaus komplettieren die Riege der Sozialdemokraten. Alle vier berufenen SPD-Kandidaten kommen direkt aus dem Kreis der neuen Fraktion, so dass in der nächsten Sitzung gleich vier Nachrücker dabei sein werden. Auch der einzige CDU-Vertreter, Konrad Moog, der zuvor als an Lebensjahren ältester Mandatsträger die Wahl zum Stadtverordnetenvorsteher leitete, kommt direkt aus der neuen CDU-Fraktion. Einzig die Grünen benannten ein Magistratsmitglied, das nicht aktuelles Fraktionsmitglied war: Fritz Schindel-Künzel.

Schindel-Künzel wie auch Moog, Nienhaus und Hübener gehörten auch dem „alten“ Magistrat an. Wenn sich der neue Magistrat somit nur auf zwei Positionen verändert hat, so gab es durch die geheime Wahl doch eine bedeutende Veränderung. Denn die CDU verlor ihren zweiten Sitz im Magistrat, die SPD verfügt nun dort mit dem hinzugewonnenen vierten Platz über die Mehrheit der Stimmen. Der zweite Mann, der nicht mehr im Magistrat ist, Reinhold Brössel von der CDU, bleibt aber aktiv und zwar als Mitglied der neuen CDU-Fraktion.

Konrad  Moog, Bürgermeister Spanka und Stadtverordnetenvorsteher Jansen betonten in ihren kurzen Ansprachen, dass sie sich für die kommenden fünf Jahre einen fairen Umgang miteinander wünschen sowie einen offenen Austausch der Argumente und Ideen zum Wohle der Stadt.

Haushalt 2016 der Stadt stand auf der Tagesordnung

So kann es gerne losgehen, werden sich nicht nur die zumeist Wiedergewählten gesagt haben, auch für die Neulinge im Parlament hörte sich das sicher vielversprechend an. Und dann begann auch schon die Sacharbeit. Neben dem
obligatorischen Beschluss, die Kommunalwahl zum Stadtparlament und zu den einzelnen Ortsbeiräten für gültig zu erklären, stand auch der Haushalt 2016 der Stadt Wetter auf der Tagesordnung. Trotz mehrerer Vorgespräche mit der Kommunalaufsicht des Landkreises habe diese letztendlich moniert, dass die Stadt Wetter zur Finanzierung von Grundstücksankäufen Kassenkredite vorgesehen hatte. Für Investitionskredite seien aber Kredite aufzunehmen.

„Da kann man geteilter Meinung sein“, sagte Spanka und kritisierte die Haltung der Kommunalaufsicht scharf. Denn: Das Geld wird nur vorübergehend gebraucht. „Da sind zinsgünstige Kassenkredite als wirtschaftlicher anzusehen.“ Immerhin gehe es um eine Summe von 1,2 Millionen Euro, die nun über längerfristige Kredite finanziert werden soll. Um es nicht in die Länge zu ziehen, empfahl Spanka die Annahme der geforderten Änderung. Dem wurde auch einstimmig Folge geleistet. 

von Götz Schaub

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