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Heimatwissen, das erhalten bleibt

Geschichtsverein Münchhausen Heimatwissen, das erhalten bleibt

Jahrelang schien es nicht mehr schick zu sein, sich für die Geschichte der Heimat zu interessieren. Die Münchhäuser sahen das vor 25 Jahren anders. Und können heute stolz auf das Geleistete sein.

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Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Hans Althaus (von links), Hermann Fett, Willy Molodych, Hans Walter Holzapfel, Wolfgang Vajen, Herta Baumeister, Wilfried Carle, Marco Landschneider, Fritz Siemon, Karl-Wilhelm Parr und Heinrich Krieg. Fotos: M

Münchhausen. Die Erforschung und Aufarbeitung der Geschichte der Großgemeinde Münchhausen, aber auch den Erhalt von Bräuchen und Traditionen, des Dorf- und Landschaftsbildes sowie die Pflege des Gemeinsinns hat sich der Heimat- und Geschichtsverein Münchhausen seit 25 Jahren auf die Fahnen geschrieben.

Mehrere Redner würdigten während der Feier, die mit etwa 40 Gästen in den Räumen der evangelischen Kirchengemeinde stattfand, die Verdienste des Vereins. „Man kann nur Orientierung für die Zukunft bieten, wenn man über die Vergangenheit Bescheid weiß.

Heimat ist, „wo man versteht und verstanden wird“

Das bedeutet viel Arbeit, beispielsweise in Archiven, aber auch organisatorischer Art. Sie leisten damit einen ganz wichtigen Beitrag zum Zusammengehörigkeitsgefühl in Münchhausen“, unterstrich der CDU-Landtagsfraktionsvorsitzende Dr. Christean Wagner.

Der Kreisbeigeordnete Volker Drothler (CDU) bekannte, er sei „Geschichtsfreak“, stellte aber den anderen Teil der Bezeichnung des Vereins in den Mittelpunkt. „Was bedeutet Heimat?“, fragte er. Einig seien sich seine Bekannten, dass „ohne Heimat“ zu sein bedeute, zu leiden. Für ihn, dessen Familie in seiner Kindheit oft umzog, sei Heimat kein geografischer Begriff, sondern da, wo er verstehe und verstanden werde.

Der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Vajen merkte dazu an, dass es für den Heimat- und Geschichtsverein wichtig sei, eine kulturelle Heimatbindung zu haben. Bürgermeister Peter Funk, ebenfalls Vereinsmitglied, sagte, während der Gebietsreform sei vieles verschwunden oder weggeworfen worden. Zur Vorbereitung auf die 800-Jahr-Feier Münchhausens würde man gerne „mehr von früher“ haben. Vieles sei mittlerweile im Archiv, aber vieles „schlummere“ noch irgendwo, man sei angewiesen auf Menschen aus der Großgemeinde, die Unterlagen zur Verfügung stellen.

Karl Debus vom Kirchenvorstand dankte speziell dafür, dass der Verein die Geschichte des Christenbergs und der Kirche auf diesem erforscht habe und weiter erforsche. Wolfgang Vajen hob hervor, dass Hans Walter Holzapfel der Initiator des Vereins war, nachdem er das entsprechende Defizit erkannt hatte. „Ich denke, in dieser Region kann dir keiner das Wasser bezüglich deiner Kenntnisse zur Geschichte der Gemeinde reichen“, meinte Vajen, aber auch in deutscher, sowjetischer und ägyptischer Geschichte sei Holzapfel beschlagen.

Heinrich Krieg betonte, Holzapfel sei „Motor und Seele“ des Vereins. Er habe dazu beigetragen, dass der Christenberg, wo er auch Führungen anbiete, weit über die Region hinaus Touristen anziehe.

Holzapfel sagte, er habe nicht gedacht, dass der Verein einmal 25 Jahre alt werde. Man pflege auch die Mundart, interessiere sich für Trachten und Fachwerkbauten. Im Zeitalter der Globalisierung interessierten sich Menschen mehr für Geschichte, für die Frage „Wo kommen wir her?“. Wer seine Heimat liebe, tue das ohnehin.

Antje Coburger (Foto: Manfred Schubert), Vorsitzende des Fördervereins Christenberg, blickte auf die Aktivitäten des Vereins zurück, der am 1. Dezember 1987 von 34 Personen gegründet wurde. 1988/89 unterstützte er die archäologischen Rettungsgrabungen auf dem Christenberg, die bedeutende Erkenntnisse über die Besiedlung erbrachten.

Ein Schwerpunkt der Arbeit war und ist der Christenberg

In den 1990er Jahren reinigten und pflegten die Mitglieder die teilrekonstruierten Mauern der mittelalterlichen Kesterburg. Vortragsveranstaltungen, Exkursionen, Publikationen und Ausstellungen fanden statt. 1994 entstand das Projekt Christenberg-Museum, Vorstandsmitglieder arbeiteten später in der Projektgruppe zur Einrichtung des Museums mit.

Der Verein erforscht die Heimatgeschichte der Gemeinde Münchhausen und arbeitet sie auf, beantwortet historische Anfragen an und über die Gemeinde, setzt sich für Brauchtums- und Denkmalspflege ein. Er will die Öffentlichkeit über Sinn, Zweck und Ergebnisse der Geschichts- und Heimatforschung informieren, Interesse am Erhalt und Pflege kulturhistorischer Denkmäler wecken, wissenschaftliche Ausgrabungen, Forschungen, Denkmalpflege fördern und unterstützen. Zurzeit hat der Verein 53 Mitglieder.

von Manfred Schubert

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