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Hallenbadsanierung dauert drei Monate

Parlament Wetter Hallenbadsanierung dauert drei Monate

Im kommenden Jahr sollen 6,2 Millionen Euro in die Erweiterung der Nahwärmeversorgung in Wetter, deren Aufbau in Unterrosphe sowie ins Hallenbad investiert werden.

Wetter. Ein Großteil der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten war der Einbringung des Wirtschaftsplanentwurfs 2013 des Eigenbetriebs Stadtwerke Wetter durch Bürgermeister Kai-Uwe Spanka gewidmet.

Schon im Bericht des Magistrats war er auf das Hallenbad eingegangen. Der Auftrag für die Innenauskleidung des undichten Beckens ist erteilt und 338500 Euro bereitgestellt worden. Aus dem Landes-Sonderprogramm „Hallenbadsanierung“ hatte Wetter bereits Ende 2009 einen Zuwendungsbescheid bis zur Höhe von 300000 Euro erhalten. Ende November bis Anfang Dezember soll die Sanierung beginnen. Geplant seien drei Monate für die Arbeiten, allerdings gehe man davon aus, dass es fünf Monate werden könnten.

Im kommenden Jahr soll außerdem das etwa 1,1 Kilometer lange Nahwärmenetz mit Blockeizkraftwerk an der Wollenbergschule, das den zweiten Betriebszweig der Stadtwerke Wetter darstellt, im Bereich Marburger Straße erweitert werden. Im Gewerbegebiet am Ortseingang soll eine neuartige Holzvergasungsanlage als Spitzenlastkessel gebaut werden. Größter Einzelabnehmer von etwa 40 Prozent der erzeugten Wärme soll der Industriebetrieb Schoeller Electronics werden (die OP berichtete). Außerdem wurden 110 Haushalte und Betriebe im Bereich der Marburger Straße befragt, 68 haben Interesse am Anschluss an das Netz bekundet. Außerdem werden die Stadtwerke Wetter das Nahwärmeprojekt in Unterrosphe durch Bau und Betrieb der Heizanlage unterstützen.

Satzungsfragen unstrittig

Für Heizkraftwerke und Netz sind etwa 5,9 Millionen Euro an Investitionen geplant, wofür Kredite in Höhe von knapp 5,5 Millionen Euro aufgenommen werden sollen. Das Netz in Wetter soll durch große Wärmedichte eine hohe Wirtschaftlichkeit erzielen, was zu einem günstigen Wärmepreis von 8,5 Cent pro Kilowattstunde und dennoch einem deutlichen Überschuss aus dem Wärmeverkauf in den kommenden 20 Jahren führen soll, sagte Spanka. Bei der angespannten Haushaltslage der Stadt sei jede Entlastung wichtig. Außerdem würden zwei Vollzeitstellen geschaffen.

Sehr zügig und größtenteils ohne Aussprachen oder Änderungsanträge und bis auf einen Fall mit Zustimmung aller Parlamentarier wurden die auf der Tagesordnung stehenden Beschlussvorlagen angenommen. Diese betrafen Nachträge zur Gebührensatzung für Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren, zur Eigenbetriebssatzung der Stadt und zur Friedhofssatzung- und neuen Gebührenordnung für Amönau sowie Neufassungen der Hauptsatzung und der Entschädigungssatzung der Stadt und der Geschäftsordnung des Stadtparlaments und der Ausschüsse. Bei letzterer begrüßte Harald Althaus (SPD), dass es künftig vor den Sitzungen 15-minütige Bürgerfragestunden geben werde.

Einhellig fiel der Beschluss, die so genannte Fracking-Erdgasförderung in unserer Region wegen der Risiken für Grund- und Trinkwasser abzulehnen. Ebenso zum leicht abgeänderten SPD-Antrag zum „Alten Friedhof“, der nun den Magistrat auffordert, mit dem Ziel tätig zu werden, dort Baumbestattungen in Urnen zu ermöglichen.

Zum neuen Bedarfs- und Entwicklungsplan (BEP) für die Feuerwehren der Stadt, der den von 2002 ersetzen soll, beantragten die Grünen folgenden Zusatz einzufügen: „Vor der Besetzung der beiden geplanten hauptamtlichen Stellen für die Feuerwehren der Stadt Wetter hat der Magistrat den aktuellen Bedarf zu prüfen und, wenn möglich, eine Kooperation mit Nachbargemeinden anzustreben.“

„Hilferuf der Feuerwehren“

Jörg Bettelhäuser betonte, dass sich das keineswegs gegen die Feuerwehren richte. Diese Bedarfsanmeldung sei eine Art Hilferuf der Feuerwehren, die so viele Auflagen bekämen, dass die Arbeit kaum noch ehrenamtlich zu schaffen sei. Andererseits müsse die Stadt aufgrund ihrer prekären finanziellen Situation alle Möglichkeiten zur Kosteneinsparung, wie interkommunale Zusammenarbeit, in Betracht ziehen.

Bürgermeister Spanka meinte, man könne dem Antrag guten Gewissens zustimmen: „Wenn wir den BEP betrachten, sehen wir, dass da eine Welle auf uns zurollt.“ Zurzeit sei es so, dass Stadtbrandinspektor Klaus Prinz in der Stadtverwaltung schon einen Teil seiner Arbeitszeit für die Feuerwehren einsetze. Es gehe darum, für die Zeit nach Klaus Prinz vorzusorgen. Bei vier Enthaltungen der FDP und der Linken wurde der Antrag der Grünen angenommen, der BEP einstimmig.

In der Fragestunde hatte sich Volker Drothler (CDU) erkundigt, weshalb die beschädigten Bordsteine in Amönau nicht ausgewechselt wurden. Spanka nannte wirtschaftliche Gründe. 1250 Meter komplett auszuwechseln hätte 360000 Euro gekostet, zur Hälfte von den Anliegern zu tragen. Stattdessen solle 2013 ein Reparaturverfahren angewendet werden, das 50000 Euro koste.

von Manfred Schubert

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