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"Häufiger Allergien durch moderne Apfelsorten"

Apfelfest "Häufiger Allergien durch moderne Apfelsorten"

Welcher Apfel wächst da eigentlich im eigenen Garten? Diese Frage haben sich viele Menschen gestellt und ihre Obstsorten daher vom Profi bestimmen lassen.

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Sigrid Wojke (von links) und Stefan Weiershausen sowie Arnold und Helma Geier legten Dr. Norbert Clement Äpfel zum Bestimmen vor. NABU-Mitglied Dr. Ahmet Swelam (rechts, kleines Bild) packte beim Saftpressen mit an.

Quelle: Manfred Schubert

Sarnau. Dülmener Rosenapfel, Cox Orange, die Goldrenette Freiherr von Berlepsch, Herbstparmäne, Luxemburger Triumph, Großer Rheinischer Bohnapfel, Boskoop, Elstar - die Vielfalt alter und neuer Apfelsorten ist groß, mehr 1500 soll es noch in Deutschland geben. Manche Menschen haben einen Baum im Garten stehen oder ersteigern im Herbst Äpfel zur Selbsternte, ohne über die Sorten Bescheid zu wissen.

Sehr rege genutzt wurde daher am Sonntag beim ersten Apfelfest der NABU-Ortsgruppe Lahntal, das auf dem Hof von Mitglied Dr. Ahmed Swelam stattfand, das Angebot zur Apfelsbestimmung. Dr. Norbert Clement, Leiter des Fachdiensts Klimaschutz und Erneuerbare Energien beim Landkreis und Apfelexperte, biss zweieinhalb Stunden lang in - manchmal auch sehr saure - Äpfel, die etwa 50 der insgesamt rund 200 Besucher mitgebracht hatten.

Arnold und Helma Geier aus Sarnau berichteten, sie hätten das Elternhaus übernommen und wüssten nun nicht, welche Apfelbaumsorten im Garten wachsen. Clement konnte nicht nur bei der Bestimmung helfen, sondern gab auch Tipps: Eine Sorte schmeckte nicht sonderlich gut, noch nicht. „Dass ist der Ontario-Winterapfel, den müssen sie noch bis März lagern, dann ist er gut“, riet der Experte.

Sigrid Wojke meinte: „Wenn man merkt, dass es schmeckt, möchte man wissen, was es für ein Apfel ist.“

Ihr Mann Stefan Weiershausen, Mitglied im Ortsbeirat von Caldern, verband mit der Bestimmung der zum Teil eigenen, zum Teil ersteigerten Äpfel ein weiteres Anliegen: „Wir möchten für Caldern ein Obstkataster erstellen. Das war jetzt schon mal ein Anfang“, sagte er.

Etwa 80 Prozent der mitgebrachten Äpfel, an die 200 Sorten, hat Clement bestimmt. Dabei seien die Form und Merkmale wie Geschmack, Konsistenz und Reifezeit wichtiger als die Farbe, die stark variiere. Wer Äpfel bestimmen lassen möchte, sollte mindestens fünf gut entwickelte Exemplare von der Sonnenseite mitbringen, riet er.

Heute werden eher feste Äpfel gegessen

Der Erhalt der alten Sorten ist laut dem Profi nicht nur für die Arten- und Geschmacksvielfalt, sondern auch für die Gesundheit von Bedeutung: „Die modernen Äpfel stammen alle vom Golden Delicious ab. Kinder haben oft Allergien gegen diese, alte Sorten hingegen enthalten mehr Polyphenole, die die Braunfärbung bewirken, und verursachen keine Allergien.“

Der Geschmack habe sich durch „Umerziehung“ gewandelt, heute seien alles ganz feste Äpfel, die sich besser über lange Strecken transportieren lassen, früher hätte man solch feste Äpfel gar nicht gegessen.

Wer so viele Äpfel hat, dass er sie nicht lagern und essen kann, konnte die Gelegenheit beim Apfelfest nutzen, daraus Saft machen zu lassen, wie es der NABU mit 2500 bis 3000 Kilogramm Äpfeln tat. Zehn private Anlieferer brachten weitere etwa 1000 Kilogramm und nahmen den abgefüllten Saft mit.

Verschiedene Gewinnspiele, wie das Schätzen des Gewichts eines Apfelkorbes oder das Schälen eines möglichst langen Stücks Apfelschale boten Groß und Klein zudem Unterhaltung bei dem Fest.

von Manfred Schubert

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