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Grüne und CDU halten Kiga für zu groß geplant

Wetter Grüne und CDU halten Kiga für zu groß geplant

Bei der Haushaltsverabschiedung waren SPD und CDU auf einer Wellenlänge, beim Kindergarten-Neubau in Unterrosphe sind sie es nicht mehr.

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So fing es an: Parlamentarier suchten für den beengten Kindergarten Oberrosphe einen Ersatz und fanden ihn schließlich im Neubau-Projekt in Unterrosphe.

Quelle: Archivfoto

Wetter. Es wird dreigruppig gebaut. In Unterrosphe entsteht ein Kindergarten mit bis zu 75 Plätzen. Die ersten Gelder dafür, um mit den Ausschreibungen beginnen zu können, wurden allerdings von einer denkbar knappen Mehrheit freigegeben. SPD, Die Linke und die FDP brachten es am Dienstagabend auf 14 Stimmen, CDU und Grüne auf 13 dagegen.

„Wir haben bereits in Wetter 30 freie Plätze. Jeder weiß, dass wir den neuen Kindergarten nicht voll bekommen“, sagte CDU-Mann Volker Drothler. Er hält die dreigruppige Planung für zu groß. Drothler weiter: „Es kommen noch Millionen-Projekte auf uns zu wie die Stadthallensanierung, Brückensanierungen und wir wollen drei Regenrückhaltebecken bauen. Wo soll das ganze Geld dafür herkommen?“

Die Schulden seien sowieso schon von 1,617 Millionen Euro 2008 auf nun 6,759 Millionen Euro gestiegen. „Wie wollen die jetzt Zustimmenden den Bürgern erklären, wieso sie eine Überkapazität ausbauen?“ So sah das auch Jörg Bettelhäuser von den Grünen. „Wir akzeptieren den Neubau, halten ihn aber auch für zu groß. Wir müssen auch ein Signal nach außen senden. Unsere Bemühungen müssen auf der Kostenkontrolle liegen. Vergleichbare Projekte im Landkreis waren übrigens erheblich teurer.“

Bürgermeister Spanka zeigt sich optimistisch

Für den Kindergarten in Unterrosphe sind 1,216 Millionen Euro eingeplant. Bürgermeister Kai-Uwe Spanka hat deswegen keine Bedenken. „Der Kindergarten ist doch nicht das erste Projekt, das wir hier planen. Bei den bisherigen Investitionen ist uns immer eine Punktlandung geglückt. Das liegt sicher auch an einer konsequenten Ausgabenüberwachung.“

Davon ist offensichtlich auch Harald Althaus, Fraktionsvorsitzender der SPD, überzeugt. „Ja, wir sollten jetzt das Geld freigeben für eine eigentlich tolle Sache. Die Planungen hören sich gut an, wir sind auf dem richtigen Weg.“ Besonders lobte er die Arbeit der ehrenamtlich eingesetzten Kommission, die „konstruktiv“ und „zielführend“ die Planungen „optimiert“ habe. „Zudem wurden die Wünsche der Erzieherinnen und Elternbeiräte berücksichtigt.“

Althaus sieht die Planungen in sicheren Händen: „Ich sehe keinen Grund den Ausbau für drei Gruppen in Frage zu stellen. Das gilt auch für die Kostenschätzung.“

Neue Öffnungszeiten kommen berufstätigen Eltern zugute

Martin Krieger (Die Linke) hob hervor: „Im neuen Kindergarten Unterrosphe können endlich Betreuungszeiten erreicht werden, die nicht schon am frühen Nachmittag enden, sondern bis 17 Uhr gehen. Ein klares Plus für berufstätige Eltern.“ Drothler erinnerte daran, dass die Kommission keine Entscheidungsgewalt habe und stellte mit dieser Haltung die Forderung der CDU, Bürger mehr in die Projekte einzubeziehen wieder in Frage.

Schon zu einem frühen Zeitpunkt fühlten sich Mitglieder der Kommission düpiert, als die Kommunalpolitiker deren Arbeit in Frage stellten. Als Spanka noch etwas auflockernd einwarf, dass es für einen parteiunabhängigen Bürgermeister das große Plus sei, sich für Vorhaben die Mehrheiten selbst suchen zu können und er zurzeit diese in der Zusammenarbeit mit der SPD finde, quittierte dies Drothler nur mit einem „Hört, hört“.

Die Linke und auch die FDP, die lange mit der CDU und den Grünen die Jamaika-Koalition in Wetter bildete, sorgten schließlich für die Stimmenmehrheit für den Startschuss zur Umsetzung des Kindergartenprojekts in Unterrosphe, wo dann Kinder aus Unterrosphe, Oberrosphe und Mellnau hingehen sollen. Die Kindergärten in Oberasphe und Mellnau sollen dann aufgegeben werden.

von Götz Schaub

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