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Große Lust auf die nächsten Herausforderungen

Bürgermeisterwahl Lahntal Große Lust auf die nächsten Herausforderungen

65 Jahre alt ist er nun. Während andere in diesem Alter sich auf einen neuen, arbeitsfreien Lebensabschnitt freuen, sieht Manfred Apell keinen Grund, aufzuhören. Er strebt die nächste „Vertragsverlängerung“ an.

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Goßfeldens „neue Mitte“ ist das Ergebnis einer Vision mit Weitsicht. Hier wurde und wird nach Meinung von Manfred Apell zukunftsorientiert investiert.

Quelle: Panorama-Fotomontage: Thorsten Richter

Lahntal. Aufhören, wenn es am schönsten ist? Wie soll das gehen, wenn man eine Arbeit hat, die so gut wie immer am schönsten ist? „Mir fällt noch so viel ein, da konnte ich gar nicht aufhören“, sagt Lahntals Bürgermeister Manfred Apell (Foto: Jürgen Laackmann). Auch bei der vierten Direktwahl bleibt er ohne Gegenkandidaten. Wenn das mal nicht eine politische Auszeichnung ist. „Ich hätte mir schon einen Mitbewerber gewünscht, denn so sagen viele doch nur, der wird es schon und gehen nicht zur Wahl“, sagt Apell.

Aber gerade um die Stimmen  dieser Leute wollte er kämpfen. Und so war er denn wieder in seiner Gemeinde unterwegs wie ein Erstbewerber, also mit Flyer in der Hand persönlich an den Haustüren. Natürlich traf er nicht jeden an, doch wer Apell nicht gesprochen hat und sich  noch bis zur Wahl Informationen beschaffen will, hat rund um die Uhr zwei Möglichkeiten:  im Internet die Homepage besuchen oder zu einem ganz bestimmten Ort kommen und sich dort einfach einmal langsam mit offenen Augen im Kreis drehen. Was es dabei zu sehen gibt? Alles, für das Manfred Apell stand, steht und stehen wird.

Der Ort ist kein anderer als die neue Mitte in Goßfelden, also der ehemalige Festplatz. Aus Visionen, die manch einer gewöhnungsbedürftig, mitunter gar risikobehaftet ansah, ist etwas entwickelt worden, was nicht nur den Ort, sondern auch die Gemeinde gut gerüstet in die Zukunft gehen lässt. Zu sehen gibt es das Kultur- und Gemeinschaftszentrum mit Café und Bücherei als Treffpunkte, das ganz bewusst barrierefrei gehaltene Wohnprojekt des Vereins „Wohnhof Lahntal“, eine freie Fläche, und das Gesundheitszentrum.

Neue Kinderkrippe für die Gemeinde

Okay, was hat es mit der freien Fläche auf sich? Sie ist ein Teil der greifbaren Zukunft, dort investiert der St-Elisabeth-Verein in ein bereits genehmigtes Betreuungprojekt. Und auch das Gesundheitszentrum in der Alten Schule wird schon bald einen Nutzungszuwachs bekommen.

Denn dort soll noch eine zweigruppige Kinderkrippe eingerichtet werden – unter dem Dach mit Dachterrasse, wohl die erste „Rooftop“-Kinderkrippe im Kreis. „Man steckt nicht drin, wie schnell sich die Dinge verändern, aber hätten wir das Ärztehaus in unserem kommunalen Gebäude nicht entwickelt, gäbe es heute keine Praxis mehr in Goßfelden“, sagt Apell. Und die Kinderkrippe? „Nun, wir können anhand der geborenen Kinder die Kindergartenplätze berechnen, aber sicher nicht erahnen, wie viele Kinder hier geboren werden. Aber wir können und wollen darauf reagieren, deshalb also die zusätzliche Einrichtung.“ Denn eines ist Apell ganz wichtig: Dass sich Eltern darauf verlassen können, dass es in Lahntal eine ausreichende Kinderbetreuung gibt, von 0 bis zehn Jahren. Krippe, Kindergarten- und auch die Grundschulzeit sind abgedeckt. So zieht man junge Menschen nach Lahntal. „Wir müssen uns den realen Bedürfnissen junger Familien anpassen. Das bedeutet wohl auch, da immer mehr Menschen samstags arbeiten müssen, dass wir da wohl auch in der Betreuung entsprechende Angebote machen müssen“, sagt Apell.  

Gibt es sonst noch Aufgaben in Goßfelden? Ja, eine ganz wichtige: Im Zuge des Neubaus der B 252 muss die Ortsdurchfahrt so gestaltet werden, dass sie nicht zur befürchteten Abkürzung nach Marburg herhält, so lange das Teilstück nach Göttingen fehlt.

Feuerwehr verhindert eine Katastrophe

Überaus positiv bewertet Apell übrigens das Ansinnen des Deutschen Roten Kreuzes, in Goßfelden eine Rettungswache zu bauen. „Zusammen mit der Wache in Caldern haben wir für unsere Gemeinde, was die Anfahrzeiten der Rettungskräfte angeht, sicher optimale Bedingungen.“

Szenenwechsel Brungershausen. Der 2. Juni brachte dort ein neues Thema auf die Agenda, das medial an anderer Stelle berücksichtigt wurde, nämlich in Oberndorf. Der Wetteraner Stadtteil musste sich nach ergiebigen Regengüssen mit einer Schlammlawine auseinandersetzen.

Zur selben Zeit kämpften Einsatzkräfte der Lahntaler Feuerwehr im kleinen Brungershausen gegen eine weitere drohende Katastrophe. „Es ist unglaublich. Wenn man sich hier den ruhigen Bach anschaut, kann man es nicht fassen, was sich da abgespielt hat“, sagt Apell. Der Bach, der auf einem kleinen Teilstück aufgestaut wird, um im Notfall Löschwasser vorrätig zu haben, lief binnen kürzester Zeit so voll, dass sich die Schleuse nicht mehr so einfach öffnen ließ.

Thema Hochwasserschutz ist dringend

„Wenn die Feuerwehr da nicht so einen guten Job gemacht hätte, wäre die Sache für die Ortslage Brungershausen schlimm ausgegangen. Da ist man so lange Bürgermeister und dann geschieht etwas, was eine ganz neue Situation hervorbringt. Wir werden uns also um das Thema Hochwasserschutz in Brungershausen kümmern müssen.“

In diesem Zusammenhang weist er auch darauf hin, dass die Einlaufbauwerke für Bäche und Gräben generell immer frei zu halten sind, und damit meint er auch die unmittelbare Umgebung. „Wenn beispielsweise Grünschnitt am Bach entsorgt wird oder dort Holz abgelegt wird, werden diese Materialien bei einem Hochwasser mitgespült und verstopfen dann ganz schnell die Einläufe.“ Generell gilt jedoch: „In puncto Hochwasser können wir letztendlich die Risiken nur minimieren, einen Komplettschutz gegen Extremereignisse wird es nie geben.“

In den Nachbarorten Caldern und Kernbach liegt ein Augenmerk darauf, dass es dort besseren Zuzug gibt. „Kernbach liegt absolut idyllisch. Ich benötige von dort aus nur 15 Minuten bis Marburg. Trotzdem haben wir in 15 Jahren von zehn Baugrundstücken nur sechs verkauft.“ Das hat Auswirkungen, auch auf die Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses. „Ich möchte die Dorfgemeinschaftshäuser gerne erhalten, aber dazu müssen sie auch genutzt werden“, sagt er.

von Götz Schaub

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